Holzhaus

Das Holzhaus ist zunehmend eine Alternative zum klassischen Bau. Welche Arten von Holzhäusern es gibt, was ein gutes Holzhaus ausmacht und auf was Sie beim Bau oder Kauf eines Holzhauses achten sollten, erfahren Sie hier.

Schon unsere Vorfahren bauten mit Holz. Der Bohlenbau ist schon seit der jüngeren Steinzeit bekannt: senkrecht stehende halbe Stämme mit Brettern. In der Bronzezeit folgte dann der Blockbau und der wesentlicher Bestandteil des Fachwerkprinzips ist Holz. Der Holzrahmenbau ist eine konsequente Weiterentwicklung dieser Technik. Gegenwärtig blickt die Holzbaubranche optimistisch in die Zukunft, denn 40 Prozent der Häuslebauer entscheiden sich dafür, und man kann sein Wohnhaus aus Holz sogar online bestellen.

Holzhaus. Wohnhäuser aus Holz

Ein Holzhaus entspricht in vielerlei Hinsicht den heutigen Wünschen. Wollen die Menschen doch wissen, wo die Stoffe herkommen, mit denen und von denen sie leben. Das gilt für Nahrung genauso wie für Kleidung oder Baumaterial. Ein Wohnhaus aus Holz hat Tradition: In den USA, Kanada oder den skandinavischen Ländern gibt es 300 Jahre alte Wohnhäuser aus Holz, in denen es sich immer noch komfortabel und gut leben lässt. Ein Holzhaus hat offensichtliche Vorteile: Zum Beispiel kann Holz als leichter Baustoff gut transportiert werden. Ein abgebrochene Holzhaus kann recycelt werden. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und überall lokal vorhanden. Ein Holzhaus als Wohnhaus trägt letzthin Pflege des Waldes bei und schützt die Atmosphäre, indem es als langfristige CO2-Senke wirkt.

Holzhaus. Welche Arten gibt es?

Holzrahmen-Ständerbau oder Holzskelettbauweise: moderne Holzskelette haben große Ständerabstände und über mehrere Stockwerke laufende Stützen. Die Tragstruktur bildet zusammen mit den waagerechten Trägern das statische Gerüst. Diagonalverstrebungen, Zugbänder oder massive Bauteile übernehmen die Lastabtragung der horizontalen Windkräfte.

Das Architektenholzhaus: wird von Fachplanern entworfen. Die von Zimmereibetrieben vorgefertigten Holzbauteile (Außen-/ Innenwände) können auf der Baustelle schnell montiert werden. Der Bauherr kann viel selbst machen. Diese Bauweise ist auch Mehrfamilienhäuser geeignet.

Der Holztafelbau: hier übernimmt das meist vorgefertigte Wandbausystem die gesamte tragende Funktion. Als eine bevorzugte Konstruktionsart im Fertighausbau zeichnet sie sich durch eine trockene Bauweise, eine wetterunabhängige Montage in der Werkhalle und eine schnelle Montage vor Ort aus.

Der Holzrahmenbau: ist eine abgewandelte Tafelbauweise, bei der die Holzrahmen nur einseitig beplankt werden. Die verwendeten Holzquerschnitte, Dämmstoff- und Plattenmaße für die Beplankung sind standardisiert und machen diese Bauweise sehr wirtschaftlich. Wärmedämmung, die Installationen und die Innen- und Außenverkleidung werden erst beim Ausbau eingebracht. Eine Konstruktionsart für Bauherren, die einige Arbeitsleistungen selbst übernehmen möchten.

Holzhaus. Unterschiede zum Massivhaus?

Mit einem Holzhaus lässt gegenüber dem konventionellen Massivhaus Energie sparen. Größere Dämmstärken, eine absolute Wärmebrückenfreiheit und perfekte Luftdichtigkeit sind bei einem Holzhaus möglich. So ist es möglich eine 45 cm starke Außenwand in Holzbauweise mit bis zu 35 cm Wärmedämmung zu versehen, eine gleich starke Massivbauwand nicht. Das Trockenheizen des Neubaus entfällt gegenüber dem Massivhaus. Bei einem Holzhaus können von außen nach innen durchgehende Fugen bei einer sorgfältigen Detailausbildung vermieden werden, beim Massivhaus ist es schwieriger. Vorgeschriebene Abstände zur Grundstücksgrenze können wegen geringerer Konstruktionsdicke besser genutzt werden. Preisgünstigere Grundstücke lassen sich nutzen, weil sich ein Holzhaus gut an steile Hanglagen oder Flächen mit engem winkligem Zuschnitt anpassen

Holzhaus. Vor- und Nachteile?

Pro Holzhaus
individuelle Planbarkeit,
hoher Eigenleistungsanteil spart Kosten,
geringe Transportgewichte,
schnellere Baufertigstellung, kürzere Aufbauzeiten,
kürzere Bautrocknungszeiten
schlankere Außenwände bei gleichen Wärmedämmwerten, somit Flächengewinn

Kontra Holzhaus
Verarbeitungsfehler in Dämmung sind möglich
Der Einsatz von Folien, Farben, Lacken und sonstigen Schadstoffen ist zu prüfen
geringerer Wiederverkaufswert
höhere Versicherungskosten
höhere Unterhaltskosten
geringere Beleihbarkeit

Holzhaus. Pflege?

Holz atmet und nimmt Feuchtigkeit auf, kann aber Feuchtigkeit auch abgeben, daher ist der richtige Schutz im Sockelbereich wichtig. Ist das Holzhaus einmal in Form gebracht und ausgetrocknet, hält es über Generationen. Besonders Lärchenhölzer werden mit der Zeit hart wie Stein. Da heute bei Holzhäusern Schrumpfen und Dehnen infolge von Witterungen im Vorhinein bei der Konstruktion mit einbezogen werden, treten Veränderungen nur im Millimeterbereich auf. In den ersten zwei Jahren sind möglicherweise Türen abzuhobeln, Stützbalken oder Stehschränke abzusenken.

1 Kommentar

  1. Wir hatten uns für ein Haus in Holzständerbauweise in Fichte entschieden, schlüsselfertig. Den Keller haben wir von einer kleinen Baufirma machen lassen. Das Haus sollte innen schöne Holzwände haben, keine weißen Wände mehr, die nerven. Das einzige gemauerte in unserem Haus ist der offene Kamin. Wir haben uns im Erdgeschoß für einen sog. „amerikanischen“ Großraum entschieden, mit offener Küche. Im ersten Stock haben wir drei Zimmer und Bad. Es ist ein kleineres Einfamilienhaus. Gedämmt ist es mit Steinwolle. Außen haben wir oben Holz und unten hängen Putzträgerplatten dran, weil wir von der Kommune aus nicht anders durften. Die Erfahrungen mit dem Holzhaushersteller: Wir waren mit der Bauausführung nicht zufrieden, es wurde zu sehr geschlampt. Der Kamin paßte nicht rein, weil das Loch zu eng war, es wurde falsch ausgerechnet, der Hersteller hatte sich vermessen. Durch dieses Vermessen hatten wir anfangs massiven Regeneintritt zwischen Holzhaus und Kellerdecke. Die Firma hat es aber (bisher) mit Abdichtung in den Griff bekommen. Der Holzhaushersteller hatte uns vor der Unterschrift viel zugesagt, wir konnten Auswahlen treffen bei der Haustüre, dem Balkon, dem Putz außen auf den Trägerplatten. Nichts wurde eingehalten, weil die Haustüre grad nicht lieferbar war, der Balkon auch nicht und die Art vom Putz, die wir uns ausgesucht hatten, der Handwerker der Firma nicht drauf hatte.
    Ich würde, beim nächsten Holzhaus, mehr darauf achten, dass nicht das windigste an Türklinken und Badausstattung vom Holzhaushersteller geliefert wird. Da waren wir zu unbedarft und hatten es vorher nicht nachgefragt, was eingebaut wrid. Es war auch eine äußerst schlechte deutsche Farblasur für außen dabei, eine befreundete Firma des Holzhausherstellers, stellt das Produkt selber her. Diese Farblasur hat uns viel Ärger gebracht, obwohl ich das Haus außen 7x gestrichen habe. Mittlerweile haben wir eine deckende Holzschutzfarbe drauf, eine norwegische, und Ruhe. Am heimeligsten ist unser Haus in den kalten Wintermonaten, wer sich eine Berghütte vostellen kann, so ähnlich ist es abends, wenns draußen kalt ist. Ich würde nie wieder Landhausdielen aus Fichte für die Böden verwenden, die sind zu empfindlich. Im Sommer heizt sich unser Haus mächtig auf, das kann schon mal nerven. Alles in allem gesehen sind wir jetzt einigermaßen zufrieden. Wenngleich ich den Haushersteller S. aus O. nicht mehr nehmen würde. Das Haus war nicht billig, wirklich nicht. Beim nächsten Haus würde ich den Deal nur mit einer sog. „Bauaufsicht“ machen, also einem Profi, der beim Kaufsgespräch dabei ist und dann beim Aufbau. Denn ich als Laie weiß nicht so viel, dass ich da überall mitreden könnte.

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