Hausbau

Stuck

Stuck kennen Sie aus den Traumschlössern Italiens: schwülstige Putten und barocke, goldlackierte Leisten – doch Stuck ist tatsächlich ein sehr vielseitiges Gestaltungsmittel. Mit vorbereiteten Stuckleisten können sie ohne grossen Aufwand auch Räumen in Neubauten ein dezentes Ambiente verleihen. Was Sie auf einen Blick wissen sollten, finden Sie in der folgenden Zusammenfassung zu Stuck.

Stuck – Allgemeines

Das Wort „Stuck“ bedeutet so viel wie Rinde oder Überzug. Es bezeichnet alle handwerklichen Leistungen und Produkte, die mit Stuckmaterial ausgeführt werden.

Bereits in der Antike benutzten Handwerker, die auch noch heute unter der Berufsbezeichnung Stuckateure dieses Handwerk ausüben, das gut formbare und schnell aushärtende Material für die Ausformung und Gestaltung von plastischen Darstellungen. Auch in der Gotik wurden Stuckornamente zur Verschönerung von Kirchen sehr häufig eingesetzt. Seine Hoch-Zeit erfuhr der Stuck im Barockzeitalter. Bei der Gestaltung der Innenräume war es ein Muss, dass sich Stuckverzierungen an der Decke oder den Wänden befanden. Als schick galt damals, das Material vorab einzufärben oder nachträglich zu bemalen. Dies wurde so manches Mal dazu benutzt, um Besuchern den Eindruck zu vermitteln, dass hier wertvoller Marmor benutzt wurde, anstatt der günstigere Stuck.

Stuck – Material

Für Stuckarbeiten wird ein Material verwendet, welches aus einer Mischung aus Gips, Kalk, Sand, Zement und Wasser bestehen kann. Je nach dem, welche Arbeiten mit diesem Material ausgeführt werden sollen, variieren die Mischungsverhältnisse. Teilweise werden auch Bestandteile hiervon gänzlich weggelassen.
Dieses Gipsgemisch hat den Vorteil, dass je nach Konsistenz und Wasseranteil dieses bereits nach 8 bis 20 Minuten beginnt zu versteifen. Es dauert nach dem Anmachen noch nicht einmal eine Stunde, bis dieser eine Druckfestigkeit von 6 N/mm² ausweist.

Stuck – Verarbeitungsmöglichkeiten

Das Material für filigrane Stuckarbeiten kann entweder gegossen, gezogen oder mit der Hand geformt werden.
Des weiteren wird der Stuckgips bei Gipskalkputzen als Materialzusatz verwendet. Er wird aber auch Kalkputzmörtel zugesetzt oder als Feinputzmaterial verwendet.

Stuck – Anbringung von vorgefertigten Elementen

Im Handel erhalten Sie bereits vorgefertigte Stuckelemente, die Sie selbst mit etwas Geschick an der gewünschten Stelle anbringen können.

Achten Sie vorab darauf, dass sich auf dem Untergrund, auf dem das Stuckelement aufgebracht werden soll, keine Tapeten oder Farbreste befinden. Am besten kann Stuck auf nicht sandenden Putze oder auf Gipsfaserplatte aufgebracht werden.

Zeichnen Sie nun die Umrisse der aufzubringenden Elemente auf den Untergrund vor und behandeln Sie diesen vorab mit einem scharfen Spachtel, in dem Sie diesen kreuz und quer so über den Untergrund führen, dass dieser aufgeraut wird. Nun feuchten Sie den Untergrund mit einem Schwamm oder ähnlichem mit Wasser gut an.
Jetzt wird ein spezielle Klebegips, den Sie leicht nach Anweisung nun anrühren können – Achtung: Auch dieser trocknet relativ schnell ab, deshalb bitte nicht zu früh anrühren! – auf das zu befestigende Element aufgetragen. Sie können nun das Stuckelement an dem vorgesehenen Ort anbringen, in dem Sie dieses leicht andrücken. Größere Stücke können Sie mit Hilfe von zwei oder drei Nägeln, die unterhalb des Elements angebracht werden, so lange in seiner Position halten, bis auch der Kleber ausgehärtet dies. Dies dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde. Die Nägel können anschließend wieder entfernt werden.

Sollten Sie zuviel Kleber genommen haben und dieser beim Andrücken seitlich herausquillen, sollten Sie diesen baldmöglichst mit Hilfe eines kleine Spachtels oder einer Klinge abstreifen oder abschneiden.

Wenn mehrere Elemente aneinandergefügt werden sollen und die Teile nicht Stoß auf Stoß liegen, können Sie die vorgefertigten Stuckornamente mit einer feingezahnten Säge zurechtschneiden.
Wenn Sie die einzelnen Elemente nun farblich noch verschönern möchten, sollten Sie diese vorab mit einem Isoliergrund behandeln.

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