Ausbildung & Fortbildung

Steuerfachwirt

Kein anderes Rechtsgebiet ändert sich so häufig wie das Steuerrecht. Berufliche Fortbildung ist von daher für Steuerfachangestellte unerlässlich. Eine Möglichkeit ist die Ausbildung zum Steuerfachwirt. Selbstverständlich gibt es vor Ablegen der Prüfung zum Steuerfachwirt zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen und spezielle Fortbildungskurse zur Ausbildung des Steuerfachwirts zu besuchen. Was genau Sie als zukünftiger Steuerfachwirt zu erfüllen haben, welche Kosten auf Sie zukommen: wir informieren Sie.

Steuerfachwirt – Ausbildungsangebote

Zur Ausbildung des Steuerfachwirts und Fortbildung der Steuerfachangestellten steht ein breit gefächertes Fortbildungsangebot seitens der Berufsorganisationen und sonstiger Bildungsträger in Form von Lehrgängen und Seminaren zur Verfügung. Nach § 46 Abs. 1 BBiG führen die Steuerberaterkammern als zuständige Stellen Fortbildungsprüfungen zum Steuerfachwirt durch. Von dem Tage der bestandenen Fortbildung an können Steuerfachangestellte den Nachweis führen, dass sie zusätzliche berufsbezogene Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben haben.

Steuerfachwirt – Zielgruppe

Mit der Ausbildung zum Steuerfachwirt sollen Steuerfachangestellte angesprochen werden. Die Ausbildung zum Steuerfachwirt ist besonders gut als Vorbereitung für den Einstieg in die Ausbildung zum Steuerberater geeignet, berechtigt doch der erfolgreiche Abschluss der Prüfung den Steuerfachwirt, mit nur sieben anstelle von zehn Jahren Berufspraxis in die Steuerberaterprüfung zu gehen.

Steuerfachwirt – Anforderungsniveau

Das Anforderungsniveau der Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt liegt deutlich über dem der Steuerfachangestellten. Von daher wird empfohlen, als Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum Steuerfachwirt, das komplette Wissen aus der Prüfung zum Steuerfachangestellten vor Besuch der Ausbildung wieder aufzufrischen.

Steuerfachwirt – Zulassungsvoraussetzungen

Steuerfachangestellte können die Prüfung ablegen, wenn Sie nach bestandener Abschlussprüfung eine mindestens dreijährige Berufspraxis in den steuerberatenden Berufen – bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft oder Landwirtschaftlichen Buchstelle – nachweisen können. Auch für Quereinsteiger zeigen sich hier Möglichkeiten der qualifizierten Fortbildung. So kann zum Beispiel ein Bank- oder Industriekaufmann die Prüfung zum Steuerfachwirt ablegen, sobald er auf fünf Jahre Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesen, davon 3 Jahre bei einem Steuerberater, zurückblicken kann.

Steuerfachwirt – Prüfungsgebiete

Die Prüfungsgebiete zum Steuerfachwirt erstrecken sich auf folgende Gebiete: Allgemeines Steuerrecht (Abgabenordnung, Bewertungsgesetz), Besonderes Steuerrecht (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Grunderwerbsteuer), Rechnungswesen (Buchführung und Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht), Grundzüge der Jahresabschlussanalyse, der Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Finanzierung, Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Handels- und Gesellschaftsrechts, des Sozialversicherungsrechts sowie des Steuerberatungsrechts. Die Prüfung besteht aus insgesamt vier Prüfungsfächern: aus einem schriftlichen Teil mit drei Klausuren von je vierstündiger Dauer und einer mündlichen Prüfung einschließlich eines kurzen Fachvortrags.

Steuerfachwirt – Perspektiven

Die erfolgreiche Ablegung der Prüfung zum Steuerfachwirt bietet dem Steuerfachangestellten die Möglichkeit, als Steuerfachwirt innerhalb der Büroorganisation des steuerberatenden Berufes eine gehobene Position einzunehmen. Des Weiteren verkürzt sich durch die bestandene Fortbildung Steuerfachwirt die benötigte Berufspraxis zur Steuerberaterprüfung von zehn auf sieben Jahre.

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