Alternative Medizin

Schamanismus

Schamanismus gewinnt immer mehr Anhänger. Lesen Sie hier was man unter Schamanismus versteht, welche Erfolge Schamanismus verspricht und auf was Sie generell achten sollten bei Schamanismus.

Was ist Schamanismus?

Als Schamanen werden nach anthropologischer und religionswissenschaftlicher Definitionen die religiösen Mittler und Heilkundigen der Naturvölker bezeichnet. Schamanen wird die Fähigkeit zugesprochen, in magischer Naturverbundenheit über transzendentale Bewusstseinszustände, zwischen den Kräften der sichtbaren und unsichtbaren Welt die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen, Steinen der Erde und der Geisterwelt zu regulieren.
Schamanismus findet sich bei vielen Völkern des eurasischen Raumes, aber auch in Nord- und Südamerika, in Ozeanien, Australien und Afrika. Aber auch in den Ritualen einiger Hochreligionen finden sich Schamanistische Elemente: im Exorzismus, in der Taufe, in einigen Hochzeitsbräuchen, im segnen von Vieh und Ernte.

Schamanismus. Heilung oder Sinnstiftung?

Echte Schamanen gelten als spiritistische (das heißt mit Geistern umgehende) Heiler und verfügen in ihrer Kultur über ein breites Therapiespektrum und zahlreichen Aufgaben: Sie versorgen Wunden und Knochenbrüche, renken Gelenke ein und massieren. Sie behandeln psychosomatische Symptome und geben seelsorgerische Lebenshilfe und Sterbebegleitung. Aber auch Alltägliches wie die Wettervorhersage gehört dazu. Der Schamane ist ebenfalls Lehrer und Wahrer der Tradition und Ethik, der Religion und Mythologie seines Volkes. Schamanistische Rituale und Methoden unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Voraussetzung des Heilens ist die Diagnose. Der Schamane begibt sich dafür in einen besonderen Bewusstseinszustand, der Trance. Schamanen in aller Welt praktizieren den Trance-Zustand. Auch wenn die Wege in die Trance rund um den Erdball verschieden sind: In Südamerika und Mexiko sind es halluzinogene Pflanzen, afrikanische Völker bevorzugen rhythmische Musik und Tanz. Fasten, rituelle, meditative Körperhaltungen, monotone Rezitationen oder Atemtechniken werden häufig unterstützend mit eingesetzt.

Schamanismus. Seine Formen.

Seit etwa 30 Jahren boomt im deutschsprachigen Raum ein bunter Schamanismusmarkt. Es haben sich zwei grundlegende Strömungen herausgebildet: zum Einen der "Core-Schamanisums" eine Art Kern-Schamanismus der Neuzeit, deren Anbieter suchen die Einsichten des Schamanismus für den Westen zeitgemäß nutzbar zu machen, um "Menschen zu helfen an ihren Lebensproblemen zu arbeiten". Wichtigstes Arbeitsmittel des Core-Schamanisten ist die durch Trommelmusik oder Tanz ausgelöste und geführte Trancereise. Zum Anderen gibt ein organisierten Netzwerk in dem rund 7000 Wissenschaftler, traditionelle Heiler, Therapeuten und ethnomedizinisch Interessierte zusammengeschlossen sind, die sich dem authentischen, traditionellen Schamanentum verpflichtet fühlen. Hierüber werden unter anderem Forschungsreisen zu Stammeskulturen und eine Therapeutenfortbildung bei traditionellen Heilern offeriert. Außerdem haben viele Schamanistische Rituale im westlichen Kulturkreis Fuß gefasst. Das reicht von Schamanistischen Trommelgruppen und -Workshops, in Wälder gebauten Schamanen-Schwitzhütten über Trancereisen und Feuerlaufritualen bis hin zu Seelenrückholungen, bei denen mit Hilfe von Schutzgeistern und Krafttieren "abgespaltene, verlorene Seelenanteile" eines Klienten zurückgeholt werden sollen. "Cyberschamanismus" ist eine neue Ausprägung, die sich schamanistischer Techniken aus aller Welt bedient und die Möglichkeiten von Computer und Internet mit einbezieht.

Schamanismus. Wie wird Schamanismus gelehrt/angeboten?.

Im Prinzip kann sich jeder zum Alltagsschamanen ausbilden lassen. Das neoschamanische Weltbild und die Grundtechnik für "Schamanische Reisen" werden beispielsweise in einer dreijährigen Workshop-Reihe und durch Fortgeschrittenenseminare in vielen deutschsprachigen Großstädten vermittelt. Es gibt aber auch Angebote für Therapeutenfortbildung und Ausbildung bei traditionellen Heilern vor Ort. Die Entscheidung ob ein Angebot "Showschamanismus", reine Esoterik eines Feierabendschamanen oder seriös ist, bedarf wohl zunächst einer vorausgehenden Auseinandersetzung mit dem Schamanismus an sich. Auch einige Psychotherapeuten haben schamanische Techniken in ihr Behandlungsrepertoire aufgenommen, denn schamanische Rituale können die Selbstheilungskräfte bei manchen Klienten besser aktivieren als gängige Psychotherapiemethoden. Doch gerade weil sie wirken, sollten Bewusstseinsreisen nur von ausreichend qualifizierten und ausgebildeten Personen durchgeführt werden.
Traditionell ist Schamanismus eine Berufung für die besondere spirituelle Fähigkeiten eines Mannes oder einer Frau Voraussetzung sind. Frauen können spät, oft nach der Menopause, Schamaninnen werden. Es ist aber auch möglich diese Aufgabe aktiv zu suchen. Der künftige Schamane erhält nach seiner Wahl oder Berufung mit der Initiation seine Kraft übertragen und geht dann in eine oft mehrjährige Lehrzeit bei einem älteren Schamanen. In dieser Zeit lernt der neue Schamane vor allem den Umgang mit verschiedenen Bewusstseinszuständen und die Rückkehr daraus. Er lernt die Hilfsmittel zum Schamanisieren, seine Berufsinstrumente und seine besondere Ausrüstung kennen. Das wichtigste davon ist seine Trommel (oder Instrumente wie Rassel, Glocke, Schelle) und seine Kleidung. Er lernt die Mythologie, Kosmologie und die Geschichte seines Volkes verstehen, erhalten und bewahren.
Die Achtung und der Respekt vor dem echten Schamanen als verantwortungsvoller Träger größter Spiritualität und dem Wissen seiner jeweiligen Kultur bis in die Gegenwart, sollte uns vor Missbrauch bewahren. Weder Idealisierung noch eine Abwertung als "primitiv" ist angebracht.

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