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Reinraum

Ein Reinraum ist bei vielen Fertigungen heute ein Muß. Lesen Sie hier wie ein solcher Reinraum funktioniert, welche Unterschiede es in der Reinraum-Technik gibt und worauf Sie generell achten sollten bei einem Reinraum.

Reinraum – Begriffsbestimmung

Als Reinraum werden solche Räume bezeichnet, in denen sich so gut wie partikelfreie Luft befindet und auch die weitere Kontamination mit Verunreinigungen weitestgehend vermieden werden. Reinräume unterliegen strengen Vorschriften, die sich in der ISO 14644 festgeschrieben wurden.

Reinraum – Technik

Ein Reinraum muss nicht nur rein sein, sondern auch rein bleiben. Dies wird durch zwei Bereiche gewährleistet. Zum einen müssen vorhandene Partikelteilchen entfernt und zum anderen muss darauf geachtet werden, dass keine weiteren Teile in den Raum gelangen.

Reinigung des Raumes
Um die im Raum befindliche Luft sowie die darin befindlichen Objekte auch von kleinsten Partikeln befreien und reinigen zu können, wird ein Luftstrom eingesetzt, der von der Decke zum Fußboden geleitet wird. Auf seinem Weg nach unten drückt er fast alle in der Luft befindlichen Verunreinigungen auf den Boden. Der Luftstrom erfährt hier eine Geschwindigkeit von rund 0,5 Metern in der Sekunde. Am Boden selbst befinden sich Öffnungen, durch die Luft anschließend wieder abgesaugt wird. Die Luft wird durch einen Filter geschleust, der diese reinigt. Die so gereinigte Luft wird wieder nach oben geführt, so dass die Luft so immer mehr reiner wird, da sich die Konzentration der Verunreinigung bei jedem Durchgang vermindert, sofern nicht neue Partikel der Luft durch außen oder durch darin befindliche Personen hinzukommen. Diese Art der Luftreinigung wird als "Down Flow" bezeichnet.
Dieses Verfahren garantiert, dass fast 100 Prozent aller Partikelteilchen entfernt werden können. Die hier verwendeten Filter fangen selbst kleinste Partikel ein. Selbst Teile von einer Größe von 1/3 eines tausendstel Millimeter bleiben in diesem hängen.

Reinigung der benutzten Werkzeuge oder Hilfsmittel
Damit Werkzeuge oder Hilfsmittel in einem Reinraum verwendet werden können bzw. in diesen gebracht werden können, gilt auch für diese das absolute Reinheitsgebot. Die Geräte werden deshalb vorab in einer speziellen Schleuse mit Hilfe eines Luftstroms gründlich gereinigt und so auch von kleinsten Staubkörnchen gereinigt.

Reinigung der Mitarbeiter
Die schlimmste Kontaminationsquelle bei Reinräumen ist der Mensch selbst. Er verstreut bis zu 20.000 Partikel allein innerhalb einer Minute. Deshalb muss gerade der Mensch hier viele Vorschriften und Regeln beachten, damit er hier das Kontaminationsrisiko möglichst gering hält. Er muss beispielsweise eine spezielle Schutzkleidung tragen, die kleine Hautschuppen, etc. nicht nach außen kommen lässt. Das Tragen eines Mundschutzes sollte auch selbstverständlich sein, da beim Ausatmen Partikel in die Luft abgeben werden. Die Mitarbeiter in Reinräumen sollten auch alle hektischen und schnellen Bewegungen unterlassen, damit es in der Luft nicht zu kleinen Verwirbelungen kommt, was wiederum zu Anhäufungen von Partikeln auf dem Boden führen kann.

Reinraum – Klassen

Je nach Art und Anforderung an die Reinheit, die ein Reinraum gewähren soll, werden Reinräume in Klassen unterteilt. Diese Reinheitsklassen reichen von der Größenangabe 10 bis 1000. Die Klasse 10 ist die "säuberste" Klasse. Sie bedeutet, dass sich hier höchstens 10 Partikel pro Kubikliter Luft befinden, die größer als 0,0005 Millimeter sind. Wie rein die Luft hier ist können Sie daran erkennen, wenn Sie wissen, dass sich in einem normalen Wohnraum ca. 200.000 Staubkörnchen dieser Größe auf einem Kubikliter Luft befinden.

2 Kommentare

  • Schlecht nachgeschaut 🙂
    Der Mensch vertreut pro Minute bis zu 40 millionen Partikel (beim rennen), in Ruhe sitzend sind es schon 70.000 mit Schutzkleidung.
    Reinraumklassen werden seit JAHREN nicht mehr im US Federal Standart sondern in ISO angegeben. Dabei ist ISO 1 die höchste Reinheitsklasse und ISO 9 die “schlechteste”.

  • Betr.: Reinraum
    Unter der Überschrift “Reinraumklassen” schreibt der Verfasser von einer “säubersten” Klasse sowie von Kubikliter. Deutsch- und Physiklehrer lassen Grüßen.
    MfG

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