Kuckucksuhren

Sie ist eine deutsche Erfindung und fast so bekannt wie das Kölnisch Wasser oder die Aachener Printen: die Kuckucksuhr. Ihre Wurzeln haben die Kuckucksuhren im Schwarzwald, wo sie bis heute angefertigt werden. Galten die Kuckucksuhren kurz nach ihrer Erfindung als uhrentechnische Meisterwerke sind sie heute beliebte Sammlerstücke, die sich in manch einem Haushalt befinden. Weitere Informationen zu Herkunft, Funktionsweise und Anschaffung von Kuckucksuhren erfahren Sie hier:

Kuckucksuhren – mehr als nur ein Zeitmesser

Schon seit Jahrhunderten zählt der Schwarzwald zu den Regionen in Deutschland, in denen das Uhrenhandwerk beheimatet ist. Bereits um das Jahr 1740 wurden dort die ersten Modelle der Kuckucksuhren erbaut. Diese hatten zwar noch nicht das gleiche Aussehen wie die heute bekannten Modelle, doch war die Idee um die technische Nachahmung eines Kuckucksrufes bereits geboren. Das Gehäuse, so wie wir es kennen, wurde erst im Jahr 1854 entwickelt. Es ist angelehnt an die damaligen Bahnwärterhäuschen der badischen Bahn, die in der ganzen Region die Strecken säumten. Daher tragen die Kuckucksuhren hin und wieder auch den Beinamen „Bahnhäusleuhr“.

Kuckucksuhren – Funktionsweise

Neben der klassischen Funktion der Zeitanzeige via Ziffernblatt können die Kuckucksuhren noch einiges mehr: Zu jeder vollen Stunde öffnen sich zwei Türchen an ihrem Gehäuse und der nachgeahmte Kuckkuck schießt heraus. Er verbeugt sich mit jedem Stundenschlag. Das gleichzeitige „Zwitschern“ wird durch zwei Pfeifen ermöglicht, die an Blasebälge angeschlossen sind. Das Schlagwerk gibt den mechanischen Impuls zum Füllen der Blasbälge. Zum typischen Ton der Kuckucksuhren kommt es erst dann, wenn die Luft automatisch aus den Bälgen entweicht und durch zwei Lippenpfeifen geleitet wird. Bis zu zwölf mal hintereinander vollbringen die Kuckucksuhren diese technische Meisterleistung.

Kuckucksuhren –Arten und Unterschiede

Seit nunmehr 150 haben sich die Kuckucksuhren in der Bahnhäusle-Optik etabliert. Zwar sind die großen Zeiten der Uhrmacher aus dem Schwarzwald vorbei, zumal es heutzutage viele Nachahmungen, teils aus Plastik gibt, die den Kuckucksruf elektronisch imitieren. Doch die originalen Kuckucksuhren haben immer noch ihre Fangemeinde. So gibt es noch einige wenige kleine Unternehmen, die die Kuckucksuhren im Schwarzwald produzieren. Die meisten Exemplare werden in die USA exportiert. Dort ist das Gütesiegel „Made in Black Forest“ immer noch ein beliebtes Qualitätsmerkmal. Auch hierzulande lassen sich die Kuckucksuhren fast überall dort erstehen, wo es Uhren gibt. Da ihr Äußeres jedoch in den seltensten Fällen zu einer modernen und funktionalen Einrichtung passt, hat die Kuckucksuhr hierzulande an Beliebtheit verloren. Dennoch gibt es viele Sammler und Uhrenliebhaber, die sich für den Klassiker begeistern.

Kuckucksuhren – die Anschaffung

Man findet neuwertige Kuckucksuhren im gut sortierten Handel oder gleich bei den Herstellern im Schwarzwald. Gebrauchte Kuckucksuhren gibt es im Antikhandel oder auf Trödelmärkten. Was bei den Original-Kuckucksuhren ist zu beachten: Es handelt sich um ein mechanisches Uhrwerk, das manuell aufgezogen werden muss. Sollten Sie viel unterwegs sein, müssen Sie einplanen, dass Sie die Kuckucksuhr häufig neu einstellen und aufziehen müssen. Doch Sie können ganz sicher sein: Echte Kuckucksuhren halten bei sorgfältiger Pflege und der korrekten Handhabung eine halbe Ewigkeit. Und sollte doch einmal etwas dran sein, kann ein fachkundiger Uhrmacher sie in der Regel wieder reparieren. Eine Kuckucksuhr ist ein gutes langlebiges Stück Handarbeit, das Generationen überdauern kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.