Gesundheit

Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe sollten sorgfältig gewählt sein. Lesen Sie hier welche Arten Kompressionsstrümpfe es gibt, was einen guten Kompressionsstrumpf ausmacht und worauf Sie generell achten sollten beim Thema Kompressionsstrümpfe.

Kompressionsstrümpfe – Allgemein

Kompressionsstrümpfe sind spezielle Strümpfe, die von außen Druck auf das Bein des Trägers ausüben. Hierdurch verengen sich die Venen und das Blut fließt schneller, was wiederum verhindert, dass dieses schnell gerinnt und sich hieraus Stauungen oder ähnliches entwickeln können. Die Kompressionsstrümpfe sind so gearbeitet, dass diese über eine Längs- und Querdehnung verfügen. Kompressionsstrümpfe werden vom Arzt in der Regel dann verordnet, wenn der Betroffene beispielsweise unter Krampfadern, Ödemen oder Thrombosen leidet oder bereits gelitten hat. Auch präventiv können diese getragen werden müssen, sofern der Arzt hier eine Indikation sieht.

Kompressionsstrümpfe – Arten

Kompressionsstrümpfe werden in unterschiedliche Klassen unterteilt, was wiederum etwas über die Druckstärke im Fesselbereich aussagt. Je nach Indikation entscheidet der Arzt darüber, welche Klasse für den Träger angezeigt ist. Die Strümpfe der Klassen I und II gehören hier zu "leichteren" Kompressionsstrümpfen. III und IV hingegen sind Strümpfe, die einen hohen Andruck verursachen.

Klasse I
Hier liegt der Druck zwischen 2,45 kPa und 2,80 kPa.

Klasse II
Der Druck reicht hier von 3,35 kPa bis 4,3 kPa.

Klasse III
Diese Strümpfe üben einen Druck von 4,85 kPa bis 6,20 kPa aus.

Klasse IV
Hierunter fallen alle Strümpfe, die über einen Andruck, der über 7,85 kPa liegt, verfügen.

Kompressionsstrümpfe – Passform

Damit die Kompressionsstrümpfe auch ihre Funktion richtig erfüllen können ist es von unbedingter Notwendigkeit, dass diese auch richtig sitzen. Hierzu müssen vorab die Beine genauestens vermessen werden. Die Messpunkte selbst sind durch eine GZG-Norm (Gütezeichengemeinschaft medizinischer Gummistrümpfe) genau festgelegt worden. Diese Messung übernimmt in der Regel der Arzt. Nach Vorliegen der Daten entscheidet dieser dann, ob Sie die handelsüblichen Strümpfe tragen können oder ob diese eventuell speziell angefertigt werden müssen. Bei Strümpfen der Klasse III ist dies oftmals der Fall, bei der Klasse IV sogar die Regel.

Kompressionsstrümpfe – Materialien

An die Materialien, die für die Herstellung von Kompressionsstrümpfen benutzt werden, werden sehr hohe Anforderungen gestellt. So dürfen beispielsweise bestimmte Azofarbstoffe nicht verwendet werden, da diese krebserregende Teilchen abspalten können. Des weiteren gelten einige Farbstoffe als allergieauslösend, die hier ebenfalls nicht zur Färbung eingesetzt werden dürfen. Da die Kompressionsstrümpfe ja üblicherweise den ganzen Tag getragen werden müssen und hier ständigen Hautkontakt haben, sollte der PH-Wert der Materialien zwischen dem neutralen Bereich von 5 bis 7 liegen. Wenn die Kompressionsstrümpfe einen Baumwollanteil aufweisen, so darf die hier verwendete Baumwolle keine verbotenen Substanzen wie Pestizide oder ähnliches enthalten, bzw. die Grenzwerte hierfür strengstens beachtet werden.

Kompressionsstrümpfe – Haltbarkeit

Kompressionsstrümpfe sollten mindestens sechs Monate ihre Funktionstüchtigkeit behalten, was die Hersteller in der Regel auch garantieren. Allerdings kann auch schon vorher ein Wechsel notwendig werden, sofern sich das Leiden verschlechtern oder sich der Körperbau des Trägers verändern sollte, da hier ein optimaler Sitz unbedingte Voraussetzung für das Tragen eines Kompressionsstrumpfes ist.

Kompressionsstrümpfe – Tipps

Kompressionsstrümpfe besitzen in der Regel am oberen Rand eine Beschichtung, einen Haftrand. Dieser besteht zwar aus vollkommen allergiefreien Stoffen, doch kommt es immer wieder vor, dass hierunter Hautreizungen auftreten. Dies hat seine Ursache darin, dass die Kompressionsstrümpfe oftmals zu weit nach oben gezogen werden und es hier bei Bewegungen ständig zu Reibungen und Zerrungen der Haut kommt. Im schlimmsten Fall können hier sogar schlimme Hautschäden entstehen. Vermeiden Sie also die Strümpfe soweit nach oben zu ziehen, bis diese vollkommen stramm sitzen.
Wenn Sie Probleme beim An- oder Ausziehen von Kompressionsstrümpfen haben, was gerade bei den stärker klassifizierten Strümpfen oft der Fall ist, gibt es im Fachhandel sehr hilfreiche Konstruktionen zu kaufen, in denen die Strümpfe vorab eingespannt werden können und der Träger praktisch nur noch in den Strumpf "hinein steigen" muss. Gerade für älteren Menschen oder auch schwangeren Frauen, denen das Bücken und Zerren sehr schwer oder gar unmöglich ist, kann dies eine große Hilfe bedeuten.

3 Kommentare

  • Ich habe dummerweise nach 5 Jahren Kompressionsstrümpfe tragen eine Allergie gegen Gummi entwickelt.
    4-Tert.-Butylcatechol / Hydrochinonmonobenzylether / Dipentamethylenthiuramdisulfid / Tetramethylthiurammonosulfid /
    Nun wurde mir erklärt (Sanitätshaus und Apotheke) es gibt keine Kompressionsstrümpfe die ich tragen kann, da alle Stoffe enthalten, auf die ich allerisch reagiere.

  • Wer weiß, welche technischen Hilfen es gibt zum Aushziehen der Kompressionsstrümpfe??? kann es nicht selber und will aber vom Pflegedienst dabei unabhängig sein. Anziehen ok, ausziehen geht nicht mehr ohne techn. Hilfsmittel. Gibt es sowas?? Frieda Lütt

  • Sind Kompressionsstrümpfe nach Bypass-OP angezeigt? OP liegt 2 Jahre zurück.Habe seit einiger Zeit ziehende Schmerzen im untere Schienenbein. M.f.G.

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