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Kanban

Bei Kanban handelt es sich um eine Steuerungsmethode für den Produktionsablauf. Lesen Sie hier wie Kanban funktioniert, was ein gutes Kanban ausmacht und was Sie generell wissen sollten über Kanban.

Kanban – Allgemeines

Das Wort Kanban kommt aus dem japanischen und bedeutet: "Karte, Zettel, Schild". Beim Kanban handelt es sich um eine Steuerungsmethode für den Produktionsablauf, die auf dem Zurufprinzip basiert. Der Workflow eines Fertigungsablaufes wird hier nicht mehr durch eine Zentrale gesteuert, sondern dieser steuert sich bei dieser Methode selbst.

Kanban – Anwenderbetriebe

Das Produktionssteuerungsprinzip Kanban eignet sich vor allem für Produktionsbetriebe, deren Produkte nicht durch eine hohe Variantenvielfalt geprägt sind, deren Produktionsgrößen relativ konstant sind und bei welchen keine Einzel- oder Sonderaufträge die Regel sind. Hierbei ist es aber nicht von Bedeutung, wie viele Arbeitsschritte und Produktionsabschnitte letztendlich notwendig sind, bis das endgültige Produkt gefertigt ist.

Kanban – Das Zurufprinzip

Das Prinzip, nach dem diese Steuerungsmethode für den Produktionsablauf funktioniert, ist eigentlich ganz einfach. Die Produktion wird bei der Kanban-Methode nicht von "oben" gesteuert. Sie steuert sich, ist sie einmal eingeführt, vollkommen selbstständig.
Die ursprüngliche Quelle, die diese Selbststeuerung letztendlich auslöst, befindet sich am Ende der Produktionskette. Um ein das Endprodukt herstellen zu können, müssen mehrere Teile zusammengesetzt werden. Diese Teile werden vom Lager entnommen, in welchem sich immer eine gewünschte Stückzahl befinden muss. Um Teile von diesem Lager entnehmen zu können, kommen Karten, die Kanbans, zum Einsatz. Auf diesen Karten ist das Teil genau definiert worden, dass heißt, es sind darin alle Daten vermerkt, die das Teil genau beschreiben. Wird eine vorab definierte Mindestmenge am Lager durch die Entnahme erreicht, kommt eine weitere Karte vom Lager zum Einsatz, welche dann an die Stelle weitergeleitet wird, die für die Produktion dieses Teils verantwortlich ist. Dort wird der gleiche Prozess ausgelöst, wie dies vorab schon einmal der Fall war. Die Mitarbeiter dort greifen wiederum mit der Hilfe einer Karte auf Teile zurück, die diese nun zur Produktion dieses Produktionsteiles benötigen. Dieses Prinzip funktioniert auch bei der Beschaffung von benötigten Teilen, die extern beschafft werden müssen, nur dass hier eine Bestellung ausgelöst wird.
So bleibt der Produktionsprozess ständig am Laufen und es wird nur das produziert, was wirklich benötigt wird bzw. sicherstellt, dass immer vorab definierte Mindestmengen von bestimmten Teilen vorhanden sind.

Kanban – Vorteile

Wenn ein Unternehmen nach der Kanban-Methode produziert, erspart es sich in der Regel hohe Lagerhaltungskosten. Das gebundene Kapital, welches sich am Lager zwangsläufig befindet, wird somit wieder für andere unternehmerische Aktivitäten freigesetzt. Es produziert hier die erforderlichen Teile nicht für den Fall, dass diese irgendwann einmal gebraucht werden. Sie werden dann produziert, wenn diese auch wirklich benötigt werden.
Die Produktion selbst wird aus einem starren Gefüge herausgerissen und erlangt durch das Zurufprinzip eine neue Flexibilität. So sind auch kurzfristige Änderungen bei Bedarf schnell umsetzbar.
Auch die Mitarbeiter profitieren von der Einführung dieser Produktionssteuerungsmethode. Durch die geringere Stückzahl der Produktionsteile sind diese auch angehalten, hier eine sehr gute Qualität zu liefern. Dies steigert das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter, eine Unterforderung, welche unter Umständen auch ein mangelndes Qualitätsbewusstsein zur Folge hat, wird so ausgeschlossen. Eine permanente Beschäftigung ohne ständigen Leerlauf ist eine weitere positive Auswirkung auf das Arbeitsumfeld.

Kanban – Voraussetzungen

Vor der Einführung der Kanban-Produktionssteuerungsmethode ist es erst einmal notwendig, die gesamte Produktion in einzelne Schritte genau aufzuteilen und hier sinnvolle Einzelschritte zu definieren. Sind externe Lieferanten mit in den Prozess eingebunden, so muss hier sichergestellt werden, dass diese auch auf Zuruf liefern können. Die gesamte Produktionskette muss in einen gleichmäßigen Fluss gebracht werden, bevor die Kanban-Methode eingeführt werden kann.
Ein besonderes Augenmerk sollte hier auch auf das Qualitätsmanagement gelegt werden, da hier kleinere Losgrößen produziert werden sollen, bei denen es noch mehr als vorher darauf ankommt, dass sich darin nicht zu viel Ausschuss befindet, da hier jedes Stück benötigt wird.

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