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Fettabscheider

In vielen Betrieben sind Fettabscheider vorgeschrieben. Lesen Sie hier welche Arten Fettabscheider es gibt, welche rechtlichen Vorschriften bezüglich Fettabscheidern gelten und auf was Sie generell achten sollten bei einem Fettabscheider.

Fettabscheider

Vorrichtung in Kanalsystemen zur Abscheidung von Fetten in den Abwassern. Die Gründe für eine Vorbehandlung des Abwassers liegen in den langen Strecken, die das Abwasser auf den Weg zum Klärwerk in der Regel zurücklegen muss. Daher dürfen organische Öle und Fette nicht in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden. Es besteht sonst die Gefahr von Fettablagerungen, die den Abwasserabfluss behindern und zu erheblichen Geruchsbelästigungen führen können. Öl- und fetthaltiges Abwasser muss deshalb über eine Fettabscheideranlage in die öffentliche Kanalisation abgeleitet werden. Gemäß DIN 1986 sind in solchen Fällen Fettabscheider nach DIN 4040 oder nach der Euro Norm prEN 1825 einzubauen. Zu diesen Fetten zählen u.a. Talg, Butter, Schmalz, Knochenfett- u.Öl, Trane sowie pflanzliche Fette und Öle. Fettabscheidern dürfen nur öl/fetthaltige Abwässer zugeleitet werden – nicht jedoch Wirtschafts-und Fäkalwässer. Von dieser gesetzlichen Reglung sind vor allem Großküchen, Gastronomiebetriebe, Metzgereien usw. betroffen. Nach der neuen EU-Norm wird mit einer festgelegten Formel gearbeitet. Die Größe des Schlammfangs richtet sich nach der Nenngröße der Anlage. Der Schlammfang muss je NG 100 Liter fassen. Dies gilt auch, wenn der Schlammfang Bestandteil eines Einkammersystems ist.

Fettabscheider – einbaupflichtige Betriebsarten

Küchenbetriebe und Großküchen:
Gaststätten, Hotels, Autobahnraststätten, Kantinen, Grill- Brat u. Frittierküchen, Essensausgabestellen usw.

Kommunale Einrichtungen:
Altersheime, Krankenhäuser, Kindertagesstätten usw.

Fleisch verarbeitende Betriebe:
Metzgereien mit und ohne Schlachtung, Schlachthöfe, Geflügelschlachtereien, Fischverarbeitungsbetriebe

Fettabscheider – Funktionsweise

Die einfache Abscheideranlage ohne Entsorgungseinrichtung kann man auch in die Erde einbauen. Auf frostfreie Einbautiefe und eine eventuelle Befahrbarkeit muss geachtet werden. Alle Abscheideranlagen sind ansonsten zur freien Aufstellung in frostgeschützten Räumen gedacht. Sie sind entweder aus Beton, Kunststoff oder Edelstahl. Eine Fettabscheideranlage funktioniert durch das Prinzip der Schwerkraft. Die festen Partikel, die im Abwasser vorhanden sind, setzen sich am Boden der mit Wasser befüllten Anlage ab.

Fettabscheider Einbau

Fettabscheider können im Kellergeschoss oder im Erdreich eingebaut werden. Die Anlage sollte möglichst nah an der Küche installiert sein, um bei dem Verlegen der Rohre Kosten einzusparen. Wichtig ist, dass die Entsorger ohne Probleme an die Anlage heranfahren können, bzw. die Entsorgungsleitungen bequem zu verlegen sind. Eine Probeentnahmemöglichkeit sowie eine geeignete Sicherung gegen Rückstau sind in Fließrichtung nach der Fettabscheideranlage einzubauen. Die Abwässer von Gläserspüleinrichtungen dürfen nicht über eine Fettabscheideranlage geleitet werden. Für den Betrieb und die regelmäßige Entleerung der Fettabscheideranlagen ist der Betreiber der Einrichtung verantwortlich, in der Öl- oder fetthaltiges Abwasser anfällt (z.B. der Gaststättenpächter). Die Anlage sollte so berechnet werden das auch größere Abwässermengen, die beispielsweise durch große Feste entstehen, optimal bewältigen werden können. Man sollte sich bereits vor Übernahme eines Betriebes bei der zuständigen Stelle der Kommune zum Thema Fettabscheideranlagen informieren. Sinnvoll kann es auch sein, sich mit der Lebensmittelüberwachung in Verbindung zu setzen, denn die Standortwahl der Anlage kann Hygienevorschriften berühren.
Im Rahmen von Wartungsvertrages werden von einzelnen Herstellungsfirmen turnusgemäß folgende Leistungen angeboten : Sichtkontrolle des baulichen Zustandes des Abscheiderbehälters, des Schlammfanges oder der Revisionsschächte, die im direkten Zusammenhang mit dem Abscheider stehen, auf Korrosionsschäden und Zugänglichkeit, die Sichtkontrolle der Schachtabdeckungen auf Korrosionsschäden und Zugänglichkeit, Schlammpegelmessung des Bodenschlamms, Schichtdickefeststellung von Fett im Abscheider. Überprüfung der Zu- und Ablaufleitung auf einwandfreie Funktion. Überprüfung der Be- und Entlüftungsfunktion. Jedoch ist die Eigenüberwachung und entsprechende Entsorgung vom Betreiber immer dringend notwendig.

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