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Existenzgründungsdarlehen

Ein Existenzgründungsdarlehen ist eine zinsverbilligte Finanzhilfe zur Finanzierung einer Existenzgründung oder der Festigung eines bestehenden Betriebes. Mit der Gewährung von Existenzgründungsdarlehen soll die Initiative zum eigenen Unternehmertum gefördert werden. Es gibt verschiedene Programme, aus denen Existenzgründungsdarlehen gewährt werden. Diese staatlichen Fördermittel sollen speziell kleineren und mittelständischen Unternehmen helfen, denen es an Eigenkapital für notwendige Investitionen fehlt.

Existenzgründungsdarlehen – Zielgruppe und Besonderheiten

Existenzgründungsdarlehen werden von der Bundesregierung zur Förderung von Unternehmensgründungen im Bereich des Mittelstandes gewährt. Dazu zählen Handwerksbetriebe, Handel, mittelständische Industrie, Verkehrsgewerbe, Hotels- und Gaststätten und so genannte freie Berufe (zum Beispiel Steuerberater). Es gibt verschiedene staatlich geförderte Programme für Existenzgründungsdarlehen: Das ERP-Existenzgründungsdarlehen (Enterprise Ressource Planning), das DtA-Existenzgründungsdarlehen und das Eigenkapitalhilfedarlehen (EKH) der Deutschen Ausgleichsbank. Zudem haben einzelne Bundesländer eigene Programme aufgelegt, die teilweise noch günstiger sind, als das Bundesprogramm. Um eines dieser Darlehen zu erhalten, müssen Sie dieses vor Beginn Ihrer Existenzgründungsmaßnahme bei Ihrer Hausbank beantragen. Grundsätzlich können diese Finanzhilfen für folgende Arten von Investitionen gewährt werden:

  • bei Gründung oder Festigung einer selbstständigen Existenz
  • wenn Sie einen bestehenden Betrieb übernehmen wollen
  • wenn Sie sich als tätiger Geschäftsführer an einem Unternehmen beteiligen möchten
  • für Investitionen wie Gebäude, Einrichtungen, Maschinen und Grundstücke, erste Warenlager und Betriebsmittel

Für ein Existenzgründungsdarlehen sprechen die attraktiven Zinssätze, die stets günstiger sind als Kapitalmarktdarlehen. Zudem können Sie Ihre Investitionskosten – dazu gehören auch Markterschließung und Warenbestand – ohne Mehrwertsteuer finanzieren. Existenzgründungsdarlehen werden für einen Finanzierungsanteil von maximal 50 Prozent gewährt. Die Laufzeit beträgt meist bis zu 15 Jahre, wenn Sie ein Bauvorhaben finanzieren wollen sogar bis zu 20 Jahre, bis maximal fünf Jahre davon sind tilgungsfrei. Abgezahlt wird in halbjährlichen Tilgungsraten. Die Hauptvorteile liegen im festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit und in der Möglichkeit, jederzeit größere Summen zu tilgen. Außerdem brauchen Sie bei Beantragung einer 40-prozentigen Haftungsfreistellung nicht die volle Kreditsumme absichern.

Existenzgründungsdarlehen – wie Sie drankommen

Um ein Existenzgründungsdarlehen zu erhalten, müssen Sie frühzeitig bei Ihrer Hausbank einen entsprechenden Antrag einreichen. Einer der Nachteile dieser Fördermittel ist die lange Vorlaufzeit. Wer bereits mitten in der Eröffnung seines Unternehmens ist, hat schlechte Chancen auf den Billigkredit vom Staat. Weitere Auflagen für Existenzgründer:

  • Sie müssen entsprechend qualifiziert sein.
  • Gefördert werden grundsätzlich nur Unternehmen, die eine langfristige Existenz erwarten lassen – nebenberuflich geht nichts.
  • Sie benötigen ausreichend Eigenkapital und zwar in Höhe von 15 bis 20 Prozent der Investitionssumme.
  • Bereiten Sie sich gut vor und erstellen Sie einen ausführlichen Business-Plan, wenn Sie ein Existenzgründungsdarlehen aufnehmen möchten. Ein vernünftiger Business-Plan beinhaltet einen Investitionsplan inklusive Angeboten und ersten Kostenschätzungen, eine detaillierte Beschreibung des Existenzgründungsvorhabens, einen Lebenslauf mit Angaben zu Ihren Qualifikationen, eine Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung, Gesellschaftsverträge und je nach dem auch Pachtverträge.

Seien Sie gründlich: Sie müssen Ihre Geschäftsidee zunächst Ihrer Hausbank verkaufen, denn diese muss das Existenzgründungsdarlehen befürworten. Das ist keine triviale Hürde – viele Unternehmer in spe scheitern an ihrer eigenen Bank. Wechseln Sie das Kreditinstitut, wenn Sie den Eindruck haben, dass man Ihnen nicht kompetent weiterhilft! Tipp: Wenn Sie eine Firma gründen, empfehlen sich zwei Bankverbindungen!

Existenzgründungsdarlehen – Information ist das A und O

Für Existenzgründer gibt es eine Menge an Informationen im Internet: Besuchen Sie Existenzgründerforen und entsprechende Websites! Konsultieren Sie auch die entsprechende Fachliteratur, um sich schlau zu machen. Wer ein Existenzgründungsdarlehen beantragt, sollte von seiner Geschäftsidee überzeugt sein und sich so perfekt wie möglich präsentieren. Packen Sie es an: Das Land braucht Unternehmer wie Sie!

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