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Einführung in die Welt der Edelsteine

Edelstein Schmuck vom Juwelier

Mit dieser Einführung in der Welt der Edelsteine haben Sie die Möglichkeit, die Faszination und das Grundwissen über Edelsteine besser zu verstehen und zu vertiefen. Dabei behandeln wir die wesentlichen Faktoren dieses faszinierenden Fachgebietes, über die allgemeinen Grundkenntnisse von Edelsteinen bis hin zu detaillierten Ausfertigungen und Experten-Infos.

Wir behandeln grundlegende Fragen wie: Was sind eigentlich die wichtigsten Attribute für einen Edelstein? Und spielen noch andere wesentliche Faktoren eine besondere Rolle bei der Auswahl eines Edelsteines?

Die Welt der Mineralien

Es gibt auf der Erde eine Vielzahl von Mineralien, insgesamt ca. 3.800 Stück. Doch nur wenige davon dürfen sich Edelsteine nennen. Früher nannte man die weniger wertvollen Edelsteine „Halbedelsteine“ (z. B. Amethyst, Aquamarin). Dieser Begriff wird aber in der heutigen Fachwelt nicht mehr verwendet. Alle Edelsteine haben somit einen gleichen Grundsatz: Seltenheit, Schönheit und Beständigkeit (Haltbarkeit). Daher ist der wesentliche Unterschied der materielle Wert von Edelsteinen.

Unweigerlich wird man feststellen, dass für uns selbst bestimmte Edelsteine eine besondere Rolle und Anziehungskraft ausüben. Meist haben Edelsteine für uns eine ganz besondere Bedeutung. Er kann für einen Wunsch, ein Ereignis (z. B. Verlobung) oder einfach nur eine besondere Geschichte stehen. Viele Menschen kaufen sich auch Edelsteinschmuck, weil sie gerade dieses Schmuckstück einfach nur schön finden. Daher sind die Auswahlkriterien von Edelsteinen, nach denen Menschen den Schmuck gerne kaufen, manchmal sehr unterschiedlich definiert. Alle haben aber eines gemeinsam: Der Kauf von Schmuck wird mit etwas Positivem verbunden. Und sei es nur die Freude, ihn besitzen zu wollen.

Sie werden auch schnell feststellen, dass Farbedelsteine nicht nur etwas für den großen Geldbeutel sind. In der heutigen Zeit sind Edelsteine für jedermann erschwinglich, sei es für Sammler oder auch nur für diejenigen, die sich etwas ganz Besonderes gönnen möchten.

Zudem sind Edelsteine für einige Menschen ein Statussymbol für Macht und Reichtum. Ihre Schönheit und Vollkommenheit als Produkt der Natur machen sie für die Menschen zu einem wertvollen Besitz. Es wird auch angenommen, dass bestimmte Edelsteine und Mineralien besondere Fähigkeiten besitzen, z. B. Menschen zu heilen oder deren innere Energie in Einklang zu bringen. Sicher ist aber: Edelsteine haben und werden die Menschen immer in ihren Bann ziehen und sie mit ihrer Eleganz und Schönheit verzaubern.

Grundlagen der Edelsteine

Edelsteine sind wahre Wunder der Natur und der Zeitgeschichte. Sie sind aber auch nur dann wirklich Edelsteine, wenn sie einem Grundprinzip folgen: selten, haltbar und schön. Wobei man dazu sagen muss, dass die Schönheit von Edelsteinen immer im Auge des Betrachters liegt. Bei näheren Beschäftigen mit Edelsteinen werden Sie feststellen, dass Ihnen gewisse Edelsteine mehr gefallen als andere. Mit einem gewissen Grundverständnis werden Sie aber Ihre Edelsteine noch mehr zu schätzen wissen.

Woher kommt es z. B., dass der Edelstein Diamant beliebter ist als andere Edelsteine, obwohl einige von ihnen seltener sind?

Zum Teil erklärt sich dies aus der enormen Werbung, welche die Diamantenindustrie in ihr Produkt investiert hat. Bei anderen Edelsteinen sind viele Menschen noch ratlos und wissen oder kennen den Wert dieser Edelsteine nicht, weil sie den Edelstein nicht einschätzen können. Da die Vielfalt der Edelsteine sehr groß ist, verlieren viele den Überblick bzw. wissen nur über einen Bruchteil der auf dem Markt angebotenen Edelsteine bescheid. Dabei ist es nicht schwer, ein guter Edelstein-Kenner zu werden. Jeder Stein besitzt seine ganz eigenen, charakteristischen Markmale. So verfügt beispielsweise der Edelstein Diamant über die besondere Eigenschaft, einfallendes Licht so zu brechen, dass dieses in mehreren Farben wieder ausgeworfen wird. Dieses elegante Funkeln und Glitzern besitzt eine beeindruckende Anziehungskraft und gilt als einzigartiges Merkmal unter den Edelsteinen.

Juewelier begutachtet einen Edelstein
Juewelier begutachtet einen Edelstein

Wie bewertet man Edelsteine richtig?

Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie ein Schmuckstück kaufen möchten und nicht wissen, ob der oder die Edelsteine dem aufgerufenen Preis für den Wertgegenstand entsprechen. Entscheidend für eine grundlegende Bewertung eines Edelsteins sind die Farbe (Colour), der Schliff (Cut), die Reinheit (Clarity) und das Karatgewicht (Carat), auch als die “4C’s” bekannt. Sie sollen Ihnen dabei helfen, einen Edelstein richtig bewerten zu können.

Hier eine erste Übersicht der Bewertungsfaktoren:

Farbe

Die Farbe hat bei der Bewertung eines Edelsteins eine ca. 40- bis 60-prozentige Gewichtung. Sie ist daher der wichtigste Faktor bei der Bewertung des Steins. Faktoren wie Schliff und Reinheit wirken sich unmittelbar auf die Farbe eines Edelsteins aus. Bedenken Sie bitte, dass es hier auch Ausnahmen gibt, wie z.B. den Diamanten. Bei einem Diamanten ist die Farblosigkeit von besonderer Bedeutung und steigert dessen Wert.

Schliff

Der Schliff ist das einzige Charaktermerkmal eines Edelsteines, auf das der Mensch selbst Einfluss nehmen kann. Unterschätzen Sie niemals die Bedeutung des Schliffs eines Edelsteines. Warum? Ein sehr guter Schliff wird den Charakter des Steines maßgeblich beeinflussen. Selbst wenn ein Edelstein eine gute Farbqualität aufweist, kann ein schlechter Schliff die Farbe und Qualität nachträglich zum Negativen beeinflussen. Genauso kann ein perfekter Schliff die geringe Farbqualität eines Edelsteines steigern und die Farbe somit besser zur Geltung bringen. Auch können Einschlüsse durch einen guten Schliff so platziert werden, dass sie nicht sofort sichtbar sind.

Reinheit

Einschlüsse in Edelsteinen gelten in der Fachwelt mitunter als “Fehler” und führen meist zu schlechteren Bewertungen. Bei den meisten Edelsteinen (z. B. Diamanten) trifft dies zu. Bei anderen wiederum können Einschlüsse sogar den Wert steigern. Grundsätzlich gilt: Solche Einschlüsse in Edelsteinen sind ein Produkt der Natur und geben mitunter Aufschluss über den Entstehungsort des jeweiligen Steins. Der Prozess der Edelsteinbildung ist oftmals mit regionalen, naturgebundenen Besonderheiten verbunden. Bernstein ist hierfür ein hervorragendes Beispiel, da dieser fast nur mit Einschlüssen zu finden ist, was sowohl den materiellen als auch den geologischen Wert deutlich steigern kann.

Normalerweise sind Einschlüsse winzig klein und nur unter dem Mikroskop oder einer Juwelierlupe (mind. zehnfache Vergrößerung) sichtbar. Je höher der Reinheitsgrad eines Edelsteins ist, desto wertvoller ist er. Eine direkte Aufschlüsselung finden Sie im Abschnitt “GIA-Klassifizierung”. Das GIA (Gemological Institute of Amerika) unterscheidet dabei in fünf verschiedene Reinheitsgrade und drei Typenklassen. Die Reinheitsgrade werden aber nochmals in separate Grade unterteilt, die wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten: […]

  • IF (lupenrein, keine Einschlüsse unter 10-facher Vergrößerung zu erkennen)
  • VVS (unterteilt in VVS1 und VVS2 mit winzigen Einschlüssen)
  • VS (unterteilt in VS1 und VS2 mit sehr kleinen Einschlüssen)
  • SI (unterteilt in SI1 und SI2 mit kleinen Einschlüssen)
  • I (unterteilt in I1, I2 und I3 mit deutlichen Einschlüssen)
Colorless gemstones

Karatgewicht

Sind die Merkmale bei Edelsteinen gleichwertig, so gilt folgende Faustformel: Je höher das Gewicht, um so wertvoller ist auch ein Edelstein. Farbe und optische Effekte sind bei größeren Edelsteinen normalerweise deutlicher zu erkennen.

Karat ist ein Gewichtsmaß (ct) bei Edelsteinen (metrisches Karat), welches sich folgendermaßen berechnet.

1 Karat = 0,2 g bzw. 200 Milligramm (ca. das gleiche Gewicht wie eine Büroklammer)

Sie werden bei vielen Schmuckstücken feststellen, dass Edelsteine weit unter der 1-Karat-Grenze liegen. Hier misst man das Gewicht der Edelsteine in 100 kleineren Einheiten (z.B.: 30 Punkte = 0,3 Karat). Zu bedenken ist, dass ein fünfkarätiger Edelstein mehr wert ist, als 5 Einkaräter. Der Grund: Größere Edelsteine sind grundsätzlich seltener als kleinere Edelsteine.

Wichtig zu wissen: Das Karat, welches als Gewichtsmaß bei Edelsteinen verwendet wird, ist nicht gleichzusetzen mit der Maßeinheit Karat von Gold, welches zur Angabe des Feingehaltes von Gold eingesetzt wird, um den Anteil des Goldes in der Gesamtmasse in der Metalllegierung zu benennen.

Einige Infos zur Entstehung  der  Standard-Maßeinheit „Karat“ zum Abwiegen von Edelsteinen:

In Zeiten längst vergangener Jahrhunderte benötigten die Händler eine Maßeinheit, um wertvolle Waren wie Edelsteine, Gold, Silber oder auch Gewürze abwiegen zu können. Da die getrockneten Kerne des Johannesbrotbaumes immer gleich groß und schwer (ca. 0,2 g) waren, nahmen die Händler diese Früchte als einheitliches Maß zum Abwiegen wertvoller Güter.

Opazität

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die sogenannte Opazität (Lichtundurchlässigkeit, Trübung) von Edelsteinen. Wie Sie vielleicht wissen, besitzt Achat keine Lichtdurchlässigkeit, wohingegen der Saphir Licht scheinbar ungehindert durchlässt. In der Welt der Edelsteine unterscheidet man daher die Opazität in drei unterschiedliche Grade: Opak (lichtundurchlässig), Transluzent (teilweise lichtdurchlässig) und Transparent (Durchsichtig). Abhängig ist dieses von der chemischen Zusammensetzung der Edelsteine und der jeweiligen Kristallstruktur. Im folgenden Abschnitt gehen wir etwas genauer auf die Grade von Edelsteinen ein.

Opak (lichtundurchlässig)

Absolut lichtundurchlässig. Die Edelsteine Achat, Jade sind z.B. Vertreter dieser opaken Edelsteinklasse.

Transluzent (teilweise lichtdurchlässig)

Zu dieser Klasse der Edelsteine gehört z. B. der Rauchquarz. Die Edelsteine sind zwar lichtdurchlässig, jedoch nicht so stark, dass Gegenstände durch sie hindurch erkannt werden können.

Transparent (durchsichtig)

Vertreter dieser Klasse sind z. B. Amethyst und Saphir. Gegenstände können durch den Edelstein erkannt werden. Das Licht wird vollständig durchgelassen. Da Transparenz und Brillanz die Farbwiedergabe unmittelbar beeinflussen, spielen diese eine sehr entscheidende Rolle bei der Bestimmung des Wertes transparenter Edelsteine.

Sie sollten nicht verwundert sein, wenn Edelsteine mit Einschlüssen dennoch einen höheren Wert erzielen als Edelsteine mit geringen oder gar keinen Einschlüssen (lupenrein). Dieses resultiert durch wesentliche Faktoren, auf die wir noch genauer eingehen werden. Generell zählt: Je reiner ein Edelstein ist, desto wertvoller ist er auch. Die GIA (Gemological Institute of Amerika) hat diesbezüglich die Edelsteine in drei verschiedenen Typen unterteilt. Diese beschreiben die Edelsteine nach Einschlüssen. Einige Edelsteine haben von Natur aus Einschlüsse, andere werden als extrem rein in der Natur angesehen und auch so klassifiziert.

Berühmte Edelsteine

Insbesondere einige Diamanten sind innerhalb der letzten Jahrhunderte quasi weltbekannt geworden. Die wichtigsten beiden davon möchten wir hier vorstellen:

Funkelnder Diamant auf einem Stein
Funkelnder Diamant auf einem Stein

Cullinan-Diamanten

Die sogenannten Cullinan Diamanten entstanden aus einem einzigen, in Südafrika gefundenen Rohdiamant namens “Cullinan-Diamant”, benannt nach dem Minenbesitzer Thomas Cullinan. Der Rohdiamant wog bei seinem Fund stattliche 3.106,75 ct (621,35 g). Er wurde in Amsterdam von dem Schleifer Joseph Assher 1908 in 9 große und 96 kleine Diamanten gespalten. Die 9 großen Diamanten sind alle im Besitz der englischen Krone und sind im Tower von London ausgestellt.

Der “Große Stern von Afrika”, der größte der 9 Diamanten, war bis 1985 auch der größte je geschliffene Diamant der Welt mit einem Gewicht von 530,2 ct. Der “Cullinan-Diamant” ist mit Abstand der Größte je gefundene Rohdiamant der Welt.

Golden Jubilee Diamant

Der “Golden Jubilee” Diamant, gefunden 1985 in der Premier Mine in Südafrika mit einem Gesamtgewicht von 755,50 ct (151g), ist der größte facettierte je geschliffene Diamant der Welt mit einem Gewicht von 545,67 ct. Damals erhielt der Rohdiamant den Namen “Namenloser Brauner”. Der bekannte Diamantschleifer Gabi Tolkowsky benötigte mit speziellen Werkzeugen und seinem Team knapp ein Jahr, um 148 perfekt angeordnete Facetten zu erschaffen. Beeindruckend ist, dass der Meisterschleifer für die Bearbeitung des  Diamanten nur knapp 28 % des Rohgewichtes verloren hat. Normalerweise sind es ca. 50 %  und mehr. Heute ist der Diamant Teil der thailändischen Kronjuwelen und wurde dem König Bhumibol Adulyadej zu Ehren des 50. Jahrestags der Thronbesteigung vom Vatikan als Geschenk überreicht. Somit wurde der namenlose Diamant in “Golden Jubilee Diamant” umbenannt.

Entstehung von Edelsteinen

Die Reise bzw. der Weg eines Edelsteines ist eine Reise in die Vergangenheit. Sie beginnt mit der Entstehung der Erde und ihren beeindruckenden Naturschauspielen unter der Erdoberfläche. Vor Milliarden bis etlichen Millionen von Jahren erschuf die Erde durch eine Reihe von Prozessen wundervolle Naturwunder. Die Entstehung von Edelsteinen und Mineralien nehmen dabei mit sehr großem Abstand die größte Zeit in Anspruch. Dies wird z. B. deutlich, wenn man bedenkt, dass das älteste bekannte Objekt dieser Art ein Zirkonfragment gewesen ist, welches auf ca. 4,4 Milliarden Jahre geschätzt wird.

Edelsteine bilden sich in den verschiedensten Gesteinsschichten unserer Erde. Sie müssen sich die Erde als eine Orange vorstellen. Die Schale ist die Erdkruste, auf der wir uns befinden. Diese birgt viele Naturwunder wie eben Edelsteine und Mineralien. Sie ist aber im Vergleich zum restlichen Teil der Erde sehr dünn. Bei der Entstehung von Edelsteinen spielen wesentliche Faktoren der verschiedenen Schichten des Planeten Erde eine Rolle. Magma, flüssiges Gestein aus dem Erdinneren, spielt hierbei eine wesentliche Hauptrolle. Edelsteine bilden sich unter sehr hohem Druck und sehr hohen Temperaturen im Erdinneren. Dieser Prozess der Edelsteinbildung dauert mehrere Millionen Jahre. Dabei ist die Temperatur ausschlaggebend für die Bildung der einzelnen Edelsteine. Diamanten entstehen z. B. bei einer Temperatur von ca. 1.000 – 1.500 Grad Celcius, Saphire und Rubine bei ca. 600 Grad Celcius. Dabei entstehen Edelsteine in mehr als nur einer Umgebung.

Früher wurden die Edelsteine eher zufällig nahe der Erdoberfläche gefunden. Auch heute noch lassen sich Edelsteine nur mit einer Portion Glück und durch wissenschaftliche Beobachtungen entdecken. Diamanten z. B. entstehen in einer Tiefe von ca. 120 und mehr Kilometern im Inneren unserer Erde bei einem Druck von ca. 60-70 kbar. Das entspricht einem Verhältnisses von 1 : 60.000-70.000 des normalen Luftdrucks. Nur bei solch extremen Begebenheiten werden die Kohlenstoffatome dazu angeregt, in diese begehrtesten Form zu kristallisieren. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten und vulkanische Eruptionen sind die Diamanten an die Oberfläche gelangt. In ähnlicher Form entstehen auch die anderen Farbedelsteine. Unterschiede gibt es vor allem in der Temperatur, dem Druck und den jeweiligen Gesteinsschichten, von denen es insgesamt drei gibt.

Magmatisches Gestein

Die magmatischen Gesteine, auch Eruptivgesteine genannt, entstehen durch das Erkalten und Aushärten von flüssigem Gestein, genannt Magma. Hier entstehen meist kleine Kristalle wie Basalt, oder es kommt zu keiner kristallisierten Form. In diesem Fall bildet sich vulkanisches Glas (z. B. der Edelstein Obsidian).

Beim Abkühlen in tieferen Gesteinsschichten (ca. 5 km), kühlt die Magma bzw. Lava durch die darüberliegenden Gesteinsschichten nur sehr langsam ab, und es können große Kristalle wie z. B. Granit entstehen.

Metamorphes Gestein

Dieses Gestein entsteht, wenn Gesteinsschichten verschiedenen Typs eine Umwandlung vollziehen, auch Metamorphose genannt. Dieser physikalische Prozess ergibt sich durch extreme Hitze oder extremen Druck. Dabei wird die Mineralienzusammensetzung verändert und es werden neue Minerale gebildet. Die chemische Zusammensetzung des Gesteines bleibt jedoch nahezu gleich.

Sedimentgesteine

Sedimentgesteine entstehen durch die Ablagerung, Verwitterung und Erosion von verschiedenen Gesteinsformationen. Diese können durch Wind, Kälte und Wasser hervorgerufen werden.

Vorkommen von Edelsteinen

Edelsteine sind auf der ganzen Welt anzutreffen. In einigen Gebieten wie Brasilien, Madagaskar oder Tansania sind die Edelsteinvorkommen enorm hoch, gerade was die Anzahl der verschiedensten Edelsteine betrifft. Heutzutage werden Edelsteine, abgesehen von den mechanischen Veränderungen, genauso abgebaut wie vor einigen hundert Jahren. Schweiß und Beharrlichkeit bilden beim Abbau von Edelsteinen die Haupterfolgsfaktoren. Beim Abbau von Edelsteinen unterscheiden wir in zwei verschiedene Orte.

Lagerstätten von Edelsteinen

Lagerstätten von Edelsteinen sind Orte, an denen Edelsteine vorkommen. Zu betonen ist, dass es sich hierbei nur um den Fundort von Edelsteinen handelt, nicht dem Abbau.

Abbau von Edelsteinen

Durch den Abbau von Edelsteinen wird die Lagerstätte zu einer Mine.

Der Weg eines Edelsteins

In der Kategorie „Entstehung von Edelsteinen” haben Sie erfahren, wie Edelsteine entstehen und wie lange der Entwicklungsprozess dauert, bzw. unter welchen Voraussetzungen sich bestimmte Edelsteine bilden.

Im folgenden Kapitel erfahren Sie, wie der Edelstein nach seiner Entdeckung den Weg zum Kunden findet und welche Anlaufpunkte er durchläuft. Dabei können von seiner Entdeckung bis zum Verkauf an den Endkunden Jahre vergehen, bis der Edelstein sein eigentliches Ziel erreicht. Die Realität zeigt aber, dass Edelsteine bzw. derartiger Schmuck einem stetigen Kreislauf unterliegen. Sie werden nicht wie andere Wertgegenstände entsorgt, sondern behalten ihren Wert auf Generationen bei, werden vererbt, verkauft und aufbewahrt. Ein Zeichen der Unvergänglichkeit.

Die Wichtigkeit der Farben von Edelsteinen

Wie schon in den Grundlagen erwähnt, spielt die Farbe bei Edelsteinen eine wesentliche Rolle, insbesondere hinsichtlich der Bewertung. Ca. 40 – 60 % liegt hier die Gewichtung bei Berücksichtigung aller wesentlichen Faktoren. Dennoch ist zu beachten, dass die Farbe und somit auch die Schönheit des Edelsteines immer im Auge des Betrachters liegen. Was aber nicht zu bedeuten hat, dass die Farbe keinem allgemeinem Bewertungskriterien unterliegt. Sie sollte lediglich nicht in dem Vordergrund stehen.

Bevor also die Richtung des weiteren Weges eines Edelsteines feststeht, wird zunächst ein Augenmerk auf die Farbe gelegt. Sie kann bestimmen, wohin die weitere Reise geht.

Schleifen von Edelsteinen

Rohedelsteine werden Edelsteine genannt, welche abgebaut und unbehandelt sind. Diese Kristalle haben mit dem geschliffenen Edelstein noch wenig gemein, insbesondere im Hinblick auf Glanz und Ausstrahlung. Der Schliff ist daher einer der wichtigsten Faktoren bei der Behandlung eines Edelsteines. Die dafür notwendige Prozedur wird schon seit tausenden von Jahren angewendet. Da die Nachfrage nach hoher Qualität von Edelsteinen nicht befriedigt werden konnte, begann man durch die verschiedensten Methoden von Schneiden, Schleifen, Spalten, Gravieren und Bohren die optische Betonung aufzuwerten, bzw. die Formgebung der Edelsteine zu verändern. Die Edelsteinschleifer und Edelsteinschneider haben die Möglichkeit, hier zwischen zwei grundlegenden Stilen (facettiert / nicht facettiert) und rund 15 klassischen Edelsteinschliffen zu wählen.

GIA – Klassifizierung von Edelsteinen nach Typen und Reinheit

Das Gemmologische Institut von Amerika, kurz GIA genannt, teilt Edelsteine basierend auf ihren Einschlüssen in drei verschiedenen Typen ein. Diese Typenarten von Edelsteinen und die entsprechend von GIA für die Farbedelsteine festgelegten Grade der Reinheiten teilen sich wie folgt auf:

Typ I

Edelsteine dieses Typs sind von Natur aus extrem rein und besitzen in der Regel keine mit bloßem Auge erkennbaren Einschlüsse. Beispiel: Aquamarin

Typ II

Edelsteine diesen Typs weisen in der Regel von Natur aus einige kleinere Einschlüsse auf, die mit bloßem Auge erkennbar sein können. Beispiel: Rubin

Typ III

Edelsteine diesen Typs besitzen in der Regel von Natur aus viele, normalerweise mit bloßem Auge erkennbare Einschlüsse. Beispiel: Smaragd

Detaillierte Unterteilung

Die hier aufgeführten Typenklassen bilden nur eine große Orientierung für die Reinheit eines Edelsteins. Jede Typklasse kann nochmals detaillierter nach folgenden Kriterien unterteilt werden:

  • Auffällige Einschlüsse, die das Aussehen und/ oder die Beständigkeit stark beeinträchtigen.
  • Auffällige Einschlüsse, die das Aussehen und/ oder die Beständigkeit beeinträchtigen.
  • Unübersehbare Einschlüsse, mit bloßem Auge sehr deutlich zu erkennen.
  • Bemerkbare Einschlüsse, mit bloßem Auge zu erkennen.
  • Der Edelstein erscheint bei Betrachtung mit bloßem Auge rein. Keine mit bloßem Auge erkennbaren Einschlüssen bei Betrachtung in einem Abstand von etwa 15 cm.

Fazit: Edelsteine sind faszinierend und stellen einen bleibenden Wert dar

Sie haben nun einen ersten Einblick in die faszinierende Welt der Edelsteine bekommen. Sie konnten erfahren, wie sich Edelsteine bilden, wo man sie findet und welchen Weg sie nehmen von ihrer Rohform bis hin zum fertig geschliffenen Stein, der dann beispielsweise in Schmuckstücken verarbeitet werden kann. Dabei bilden Edelsteine eines der wenigen Naturmaterialien unserer Erde, die nach der Bearbeitung durch den Menschen mehr wert sind als zuvor.

Doch Edelsteine sind viel mehr als schmückende Elemente. Sie sind Wertgegenstände, beständiger als die meisten anderen Werte, die wir kennen. Somit vereinen sich ein schönes Äußeres und der wertvollen Inhalt zu einem faszinierenden Ganzen, das seit tausenden von Jahren die Menschen in seinen Bann zieht. Sicherlich gehören Sie auch dazu.

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