Arbeit & Beruf

Aufhebungsvertrag

Mit einem Aufhebungsvertrag endet ein bestehendes Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt, ungeachtet der Kündigungsfrist. Dafür können Sie ein Musterformular verwenden oder einen Anwalt beauftragen. Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

Aufhebungsvertrag – Vorteile

Für die Vertragsparteien kann ein Aufhebungsvertrag durchaus Vorteile haben, wie:

  • Der Arbeitgeber muss bei Abschluss eines Aufhebungsvertrages weder allgemeinen noch besonderen Kündigungsschutz – zum Beispiel für Schwangere oder Schwerbehinderte – beachten.
  • Für Arbeitnehmer empfiehlt sich ein Aufhebungsvertrag, wenn er einer drohenden Kündigung zuvorkommen will und vermeiden möchte, dass Dritte den Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfahren.
  • Beide Vertragsparteien ermöglicht ein Aufhebungsvertrag größere Flexibilität bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses.

Aufhebungsvertrag – Kein Druckmittel

Der Arbeitgeber darf einen Aufhebungsvertrag nicht dazu benutzen, den Kündigungsschutz zu umgehen, zum Beispiel wenn Sie zu spät aus dem Urlaub kommen. Wird Ihnen ein Aufhebungsvertrag angeboten, sollten Sie unbedingt Bedenkzeit nehmen – er kann enorme finanzielle und steuerrechtliche Veränderungen mit sich bringen. Umgekehrt gilt: Ist ein Arbeitgeber mit einem Aufhebungsvertrag einverstanden, können Sie davon ausgehen, dass eine Abfindungs-Forderung erfolgreich sein wird. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Sie über die Folgen des Aufhebungsvertrages aufzuklären. Hat Ihnen Ihr Arbeitgeber falsche Tatsachen vorgespiegelt oder verschwiegen, können Sie den Aufhebungsvertrag anfechten.

Aufhebungsvertrag – Sperrfrist und Abfindung

Die Agentur für Arbeit setzt den Aufhebungsvertrag mit einer einvernehmlichen Kündigung gleich, geht also davon aus, dass Sie den Aufhebungsvertrag freiwillig unterschrieben haben und verhängt eine Sperrfrist von 12 Wochen, in denen Sie kein Arbeitslosengeld bekommen. Zudem kann das Amt die Dauer der Bezüge kürzen und in seltenen Fällen das Ruhen der Leistungsbezüge anordnen. Deshalb sollten Sie im Aufhebungsvertrag eine Abfindung vereinbaren. Nur wenn aus dem Vertrag eindeutig hervorgeht, dass das Arbeitsverhältnis aus betriebsbedingten Gründen durch den Arbeitgeber beendet worden ist, kann die Sperrfrist aufgehoben werden. Hier empfiehlt sich anwaltliche Hilfe. Er kennt auch die Voraussetzungen für die Höhe Ihrer Abfindung. Sie errechnet sich aus Beschäftigungszeit, Bruttomonatsgehalt und einem Faktor zwischen 0,5 und 2. Manchmal ist es auch sinnvoller, die Kündigung entgegen zu nehmen und anschließend Kündigungsschutzklage einzureichen, bevor der Aufhebungsvertrag schließlich abgeschlossen wird.

Aufhebungsvertrag – Musterverträge

Im Internet finden Sie unzählige Musterverträge als Formular zum – teilweise kostenlosen – Download. Sie können auch unter fachkundiger Anleitung einen individuellen Aufhebungsvertrag erstellen. Anschließend können Sie den Vertrag ausdrucken. Haben Sie keinen Internetzugang, können Sie bei der örtlichen Handwerkskammer einen Ausdruck anfordern oder Sie schauen sich im guten Buchhandel und bei Fachverlagen um. Der Aufhebungsvertrag sollte mindestens folgende Punkte regeln:

  • Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis endet
  • restlicher Urlaubsanspruch
  • Höhe der Abfindung
  • Ansprüche auf betriebliche Altersversorgung
  • ausstehende Zahlungen (Provisionen, Prämien, usw.)
  • Anspruch auf ein Zeugnis und Herausgabe Ihrer Arbeitspapiere

Aufhebungsvertrag – Hilfe vom Anwalt

Wie Sie den Aufhebungsvertrag so karrierefördernd wie möglich abschließen, weiß oft nur der Anwalt. Ein Anwalt kann einen individuellen, arbeitsrechtlich sicheren Aufhebungsvertrag aufsetzen und hilft auch, wenn der Arbeitgeber bereits einen Aufhebungsvertrag vorgelegt hat oder Sie die Kündigung schon angenommen haben.

4 Kommentare

  • Ich möchte meinem AG einen Aufhebungsvertrag vorschlagen. Ist dieses möglich? Es eilt sehr, schon morgen!!! Lieben Dank für eine schnelle Antwort.
    MfG Momacie

  • Hallo,
    ich habe mein Arbeitsverhältnis vor einer Woche gekündigt. Muss allerdings noch 8 Wochen arbeiten.
    Nun werde ich ziemlich mies behandelt und mein Arbeitgeber und ich heben kein gutes Verhältnis mehr zueinander. Ich weiß nicht, wie ich dir Zeit bis Ende meiner Kündigungsfrist rum kriegen soll.
    Ich möchte meinem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag anbieten. Dann wären wir ja beide fein raus. Gibt es da bestimmte Dinge, die ich beachten soll?
    Vielen Dank im Voraus für die Information. e

  • Hallo B. Friedrich,
    schade, dass es zu einem Aufhebungsvertrag zw. Ihnen und Ihrem AN kommen musste. Nun zu Ihrer Frage: Es ist völlig egal, wer den Aufhebungsvertrag zuerst unterschreibt. Fakt ist: Beide müssen unterschreiben. Weigert sich der AN kommt es zu keiner Aufhebung. Ich hoffe dies hat geholfen.

  • Wir als Arbeitgeber haben einen Aufhebungsvertrag an unseren Arbeitnehmer gestellt, wer muss zuerst diesen Aufhebungsvertrag unterschreiben? Der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber?
    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort
    Mfg
    Friedrich

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