Ich: Persönlichkeit

Atemtherapie

Atmung bestimmt unser seelisches Wohlbefinden: unter Belastungen atmen wir schwerer. Mit Hilfe einer Atemtherapie lernen Sie bewußtes und aktives Atmen und können so Fehlentwicklungen korrigieren. Erfahren Sie, in welchen Bereichen Atemtherapien erfolgreich eingesetzt werden und erfahren Sie in drei kleinen Übungen die Kraft der Atemtherapie.

Atemtherapie – Allgemeines

Die Menschen definieren in der Regel „Leben“ mit dem ersten Atemzug und den „Tod“ nach dem letzten Atemzug.

Die Atmung ist ein unwillkürlich ablaufender Vorgang, der überwiegend unbewusst und „automatisch“ abläuft, aber dennoch unser Leben bestimmt. Aussprüche wie: „Das raubt mir den Atem“ oder „Vor Angst stockte mir dem Atem“ zeigen, wie sehr sich die seelische Verfassung und unsere Atmung gegenseitig beeinflussen können. Aber auch umgekehrt kann die Atmung unser körperliches Wohlempfinden negativ oder auch positiv beeinflussen, beispielsweise wenn es durch zu eine flache Atmung zu einer Sauerstoffunterversorgung der Organe kommt oder wir nach einer Anstrengung tief und bewusst durchatmen und so eine aktive Entspannung herbeiführen.

Mit Hilfe der Atemtherapie können Sie wieder lernen, bewusst und vor allem richtig zu atmen. So wie der Atem Ihr Leben bestimmt können Sie auch den Rhythmus und die Tiefe Ihres Atems bestimmen.

Atemtherapie – Anwendungsgebiete

Die Atemtherapie wird vorwiegend in drei Bereichen eingesetzt. Der eine ist der klinische therapeutische Bereich, in dem körperlichen Funktionsstörungen durch eine gezielte Atmung entweder präventiv entgegengewirkt werden können oder die Atemtherapie zur Parallel- oder Nachbehandlung eingesetzt wird.

Der zweite Bereich befasst sich mit dem Einfluss der Atmung auf unsere psychische Verfassung.

Der dritte Bereich ist die Ausbildung der Stimme und deren Volumen.

Klinisch-therapeutischer Bereich

Durch eine zu flache Atmung kann es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff der einzelnen Organe kommen. Dies kann nicht nur Muskelverspannungen sondern auch Kreislauf- sowie Herzprobleme verursachen, auch andere Organe wie das Gehirn können hiervon negativ in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Bei chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder Bronchitis kann die Atemtherapie dem Patienten helfen, in Notsituationen besser Luft zu bekommen und den Atem gezielter zu steuern.

Werdende Mütter in den Geburtswehen, die vorher spezielle Atemtechniken erlernt haben, können durch diese die Schmerzen besser ertragen und einen großen Teil regelrecht „wegatmen“.

Eine Atemtherapie wird auch im postoperativen Zeitraum beispielsweise nach einer Lungenoperation von den Ärzten angeordnet. Die Patienten lernen so, ihre Lunge wieder zu ihrer vollen Funktionstüchtigkeit hin zu trainieren.

Psychisch-therapeutischer Bereich

Die richtige Atmung kann in vielen Bereich helfen, mit bestimmten Lebenssituationen besser umgehen zu können. Gerade in Stresssituationen, die so manch einem kaum mehr erlauben, sich Zeit zum Atmen zu nehmen, kann eine gezielt angewandte Atmung eine relativ leicht erzielbare Entspannung ermöglichen, die Ihnen wiederum hilft, neue Energie zu tanken, um sich der Situation besser stellen zu können.

Depressionen und psychische Angstzustände können so ebenfalls positiv beeinflusst werden.

Bereich zur Stimmbildung

Zur Ausbildung eines Sängers oder auch ein Schauspielers gehört nicht nur, dass sie den richtigen Ton treffen oder ihre Stimmlage entsprechend der Anforderung der jeweiligen Rolle anpassen, sie müssen vor allem an dem Volumen ihrer Stimme arbeiten. Dies funktioniert ausschließlich über die richtige Atemtechnik.

Atemtherapie – Anbieter

Es gibt mittlerweile viele ausgebildete Atemtherapeuten, die die unterschiedlichsten Atemtherapien anbieten. Sie lernen hier unter fachlicher Anleitung verschiedene Übungen, die Sie nach einiger Zeit zuhause alleine durchführen können. Je nach dem, ob Sie die Therapie eher im klinischen Bereich zur Prävention oder zur Mitbehandlung anwenden möchten oder mit Hilfe dieser die täglichen Auf und Ab’s besser meistern möchten, haben Sie hier eine große Auswahl. Ihr Arzt kann Sie hier bestimmt beratend unterstützen, welche Art von Atemtherapie für Sie die beste ist.

Atemtherapie – Kosten

Wenn die Atemtherapie von Ihrem Arzt verschrieben wurde, diese also nicht nur präventiv eingesetzt werden soll, übernehmen die meisten Krankenkassen die hierfür entstehenden Kosten. Ansonsten müssen Sie die Kosten selbst tragen, außer wenn Sie über eine eventuelle Zusatzversicherung verfügen.

Atemtherapie – Übungsbeispiele

Bei allen Übungen ist es vor allem wichtig, durch die Nase ein- und durch den Mund wieder auszuatmen. Wie Sie das richtig machen können, zeigt Ihnen die „Lippenbremse“-Übung.

Lippenbremse

Die „Lippenbremse“ dient vor allem dazu, dass Sie „richtig“ Atmen. Hierzu gehört, dass Sie vor allem durch die Nase ein- und durch den leicht geöffneten Mund wieder ausatmen. Beim Einatmen filtern kleine Flimmerhärchen in der Nase Fremdkörper aus und halten diese fest, so dass sie mit der sauerstoffangereicherten Luft nicht in die empfindliche Lunge geraten. Beim Ausatmen selbst sollte dies durch den leicht geöffneten Mund deshalb geschehen, damit die nun verbrauchte gashaltige Atemluft schneller und ohne Druck vollständig ausströmen kann. Die Flimmerhärchen der Nase werden so nicht doppelt belastet.

Die „Lippenbremse“, also die Technik des richtigen Ausatmens, funktioniert so, dass Sie die Lippen lediglich nur leicht öffnen, Sie können diese auch leicht anspitzen. Dies aber nur so, dass die in den Lungen befindliche Luft ohne Druck von selbst ungehindert ausströmen kann.

Flankenatmung

Legen Sie sich flach auf den Boden. Atmen Sie nun so tief in die Lunge ein, dass sich die Rippen beim Einatmen auseinanderdrücken. Sie können dies kontrollieren, in dem Sie die Hände auf die Seiten, Ihre Flanken, legen.

Mit dieser Atemübung erreichen Sie auch die untersten Lungenspitzen.

Bauchatmung

Setzen Sie sich aufrecht und gerade auf einen Stuhl. Versuchen Sie nun bewusst, in ihren Bauch zu atmen. Lassen Sie die Luft bis in den Beckenbodenbereich einströmen. Bei dieser Übung sollte sich nun der Bauch beim Einatmen deutlich wölben und beim Ausatmen wieder senken. Auch hier können Sie zur Kontrolle die Hände auf den Bauch legen, damit Sie hier die Kontrolle darüber erhalten, ob Sie es auch richtig machen.

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