Technik

Anlasser

Ist der Anlasser kaputt, ist guter Rat meist teuer. Lesen Sie hier, worauf Sie bei Austausch oder Reparatur defekter Anlasser achten sollten. Hier finden Sie auch, was Sie generell wissen sollten über Anlasser.

Anlasser – Allgemeines

Damit ein Verbrennungsmotor überhaupt erst anlaufen kann, ist es vorab notwendig, dass ein Ansaug- bzw. Verdichtungstakt ausgelöst wurde. Dies kann entweder mit Hilfe einer Handkurbel oder durch einfaches Anrollen des Motors geschehen. In den heutigen PKW und Nutzfahrzeugen, die mit einem Verbrennungsmotor betrieben werden, übernimmt diese Aufgabe der Starter, der früher auch Anlasser genannt wurde. Der Anlasser ist ein kleiner Elektromotor, der lediglich für den Start des eigentlichen Motors benötigt wird.

Anlasser – Funktionsweise

Die Anlasser der neueren Generation verfügen über einen Dauermagneten. Früher wurden hierfür spezielle Feldwicklungen verwendet. Der Anlasser wird kurzzeitig über ein Zahnrad, dem Starterritzel mit dem Motor verbunden. Diese Verbindung wird mit Hilfe eines Magnetschalters hergestellt bzw. gelöst. Während der Anlasser seine Aufgabe übernimmt, kommt er auf eine relativ hohe Drehzahl, die so aber nicht direkt auf den Verbrennungsmotor übertragen werden kann. Um dieses Problem zu lösen, greift das Starterritzel auf ein größeres Zahnrad. Das Verhältnis der Übersetzung liegt in der Regel bei ungefähr 13:1. Sobald das größere Zahnrad vom kleinen Starterritzel angetrieben wird, schaltet der Magnetschalter ab und das Starterritzel wird vom Zahnrad gelöst. Der Motor läuft nun selbständig weiter und der Anlasser schaltet sich wieder ab.

Anlasser – Neukauf

Der Anlasser ist wie jedes andere Teil eines Fahrzeugs ständigem Verschleiß ausgesetzt. So kann es immer mal vorkommen, dass dieser nicht mehr funktioniert und Sie einen neuen benötigen. Wie bei anderen Ersatzteilen auch, sind diese meist von Autohersteller, Marke, Typ und Baujahr her unterschiedlich konzipiert. Damit Sie aber nun den richtigen Anlasser aus der großen Anzahl der im Handel angebotenen ausfindig machen können, gibt es drei Möglichkeiten:

Original-Ersatzteilnummer

Auf der sichersten Seite bei der Suche nach einem passenden Starter sind Sie dann, wenn Sie die Original-Ersatzteilnummer sowie den Hersteller Ihres alten Anlassers in Erfahrung bringen können. Doch leider sind diese manchmal nicht mehr lesbar oder gar so versteckt angebracht, dass Sie diese zumindest im noch eingebauten Zustand Ihres Anlassers nicht lesen können.

Schlüsselnummer

Vielen Anbietern von Anlassern genügt es in der Regel auch, wenn Sie dort die Schlüsselnummern – meist zu 2 und zu 3 – nennen können. Diese Angaben finden Sie in Ihrem Fahrzeugbrief bzw. –schein.

Fahrzeugtyp

Eine weitere Möglichkeit ist es auch, sich beim Automobilhersteller unter der Angabe der genauen Fahrzeugdaten die Teilenummer des neuen Anlassers mitteilen zu lassen.

Anlasser – Neu oder Gebraucht

Beim Kauf eines Anlassers steht Ihnen die Möglichkeit offen, sich einen fabrikneuen oder einen überholten, also gebrauchten Anlasser zu besorgen. Die überholten Anlasser sind in der Regel in einer Fachwerkstatt gründlichst gereinigt und gewartet worden. Die Starter werden zu diesem Zweck vollständig demontiert und Kleinteile, falls notwendig, durch Neuteile ersetzt. Diese Geräte gelangen in der Regel erst dann wieder in den Handel, wenn diese eine Endprüfung ohne Beanstandungen problemlos überstanden haben.

Anlasser – Austauschen

Sie können den Anlasser entweder von einer Fachwerkstatt austauschen lassen oder diese Arbeit selbst vornehmen. Bedenken Sie aber hierbei, dass die meisten Anbieter eine Gewährleistung im Falle eines Defekts für die neuen Starter nur dann übernehmen, wenn Sie eine Rechnung vorweisen können, die den Einbau des Starters von einer meistergeführten Fachwerkstatt bestätigt. Ansonsten kann es sein, dass Ihnen zur Last gelegt wird, beim Einbau eventuell einen Fehler gemacht zu haben, welcher den Defekt verursacht hat.

Wenn Sie aber über genügend Erfahrung verfügen und den Austausch selbst vornehmen möchten, sollten Sie hierbei einige Dinge beachten:

Vergleichen Sie unbedingt vor dem Ausbau des alten Anlassers, ob der neu gekaufte Starter auch wirklich mit dem alten identisch ist. Es kann immer vorkommen, dass entgegen den Angaben im Fahrzeugbrief bzw. –schein oder auch entgegen den Aussagen des Fahrzeugherstellers sich ein anderer Anlasser im Fahrzeug befindet. Hier müssen dann ggf. Schraubverbindungen oder Flachstecker ausgetauscht werden. Auch können die Maße von dem bisherigen defekten Anlasser abweichen, so dass ein Einbau unmöglich sein kann.

Haben Sie sich davon überzeugt, dass der Anlasser passen wird, klemmen Sie zuerst die Batterie vom Motor ab. Während Sie den alten Anlasser nun ausbauen, machen Sie sich am besten gleich Notizen darüber, was wie und wo angeschlossen war. Das macht den anschließenden Einbau um einiges leichter. Kontrollieren Sie anschließend sämtliche Anschlussteile wie die Verdrahtung, Stecker und Kontakte auf eventuellen Verschleiß, Verschmutzungen oder Bruchstellen. Sollten Ihnen hier Beschädigungen oder Verunreinigungen auffallen, tauschen Sie die beschädigten Teile ebenfalls aus oder reinigen Sie diese gründlich. Nur ist später gewährleistet, dass der neue Anlasser auch einwandfrei funktioniert. Wenn der Motorraum nun soweit vorbereitet ist, dass Sie den neuen Anlasser einbauen können, achten Sie darauf, dass der Starter genau so eingesetzt wird, dass dieser sich in seiner idealen Position befindet. Erst dann sollten Sie die Befestigungsbolzen gleichmäßig festziehen. Der Anlasser sollte hierbei möglichst gerade bleiben. Erst wenn alle Bolzen festgezogen sind, können Sie diesen elektrisch mit dem Motor verbinden. Zum Abschluss können Sie diesen nun wieder mit der Batterie verbinden und ihren ersten Startversuch unternehmen.

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