Lautsprecherkabel

Wenn Sie einen HiFi-Freak auf das Thema Lautsprecherkabel ansprechen, müssen Sie viel Zeit mitbringen, denn es könnte ein langer Vortrag über die Auswahl der richtigen Verbindung zwischen Verstärker und Lautsprecherboxen einsetzen. Wahre Glaubenskriege werden hier über die Wahl des richtigen Materials ausgefochten. Dabei wird auch, wie so oft, viel Unfug verbreitet. Was Sie wirklich bei der Auswahl geeigneter Lautsprecherkabel beachten sollten, erfahren Sie hier.

Lautsprecherkabel – Ein paar Grundlagen

Wenn die Töne von der Stereoanlage zu den Lautsprecherboxen transportiert werden, geschieht dies in Form von elektrischen Strömen. Ein Lautsprecherkabel stellt also zunächst nichts anderes, als einen elektrischen Leiter dar und unterliegt den selben physikalischen Gesetzen, die für jeden elektrischen Leiter gelten. Das für diesen Fall wichtigste Gesetz besagt, dass auch ein Lautsprecherkabel dem Strom einen gewissen Widerstand entgegensetzt. Außerdem ist es bestimmten Einflüssen von außen (zum Beispiel elektrischen Feldern, die von anderen elektrischen Geräten erzeugt werden) ausgesetzt, die unter Umständen auch den Stromfluss beeinflussen können – und ein veränderter Stromfluss hat unter Umständen Klangeinbußen zur Folge.

Lautsprecherkabel – Darauf sollten Sie achten

Aus diesen einfachen physikalischen Gesetzen ergeben sich einige Anforderungen, die ein gutes Lautsprecherkabel erfüllen sollte. Zunächst einmal sollten Sie also darauf achten, dass das Lautsprecherkabel den elektrischen Strömen einen möglichst geringen Widerstand entgegensetzt. Dazu sollte es nicht zu lang sein, denn je länger ein Lautsprecherkabel ist, desto größer wird sein Widerstand. Messen Sie also die benötigte Lautsprecherkabellänge genau ab und kaufen Sie nicht mehr Lautsprecherkabel als unbedingt notwendig. Um bei längeren Kabeln den Widerstand möglichst gering zu halten, sollten Sie darauf achten, möglichst dicke Kabel zu verwenden. Außerdem ist es ratsam, besonders massive Kabel zu verwenden, deren einzelne Fasern parallel laufen (bei „normalen“ Kupferkabeln sind sie zumeist miteinander verdrillt). Um ihrer Lautsprecherkabel gut gegen äußere elektrische Felder abzuschirmen, ist eine dicke Isolierung aus PVC ratsam. Einige, besonders teure, Lautsprecherkabel verwenden hier auch das Material Teflon, doch für den Hausgebrauch erscheint das ein wenig übertrieben. Auch der Einsatz spezieller Drahtgeflechte zum Abschirmen der Lautsprecherkabel ist nicht wirklich notwendig. Silber setzt elektrischen Strömen noch weniger Widerstand entgegen als Kupfer. Daher verwenden einige eingefleischte HiFi-Fans Silberkabel. Ob man diesen Effekt allerdings wirklich hören oder nur im eigenen Geldbeutel spüren kann, ist aber durchaus umstritten. Für den „normalen“ Musikgenuss sind solche Lautsprecherkabel aber auf keinen Fall nötig.

Lautsprecherkabel – Auch der Anschluss ist wichtig

Nicht nur die Kabel beeinflussen den Klang einer HiFi-Anlage, auch die Anschlüsse an Verstärker und Lautsprecherboxen spielen hier eine Rolle. Die meisten HiFi-Anlagen verwenden hier Klemmen, in die die abisolierten Enden der Lautsprecherkabel gesteckt werden. Einige Lautsprecherkabel der gehobenen Preisklasse verfügen über spezielle vergoldete Anschlüsse, die auf der Gegenseite – also beim Verstärker und bei den Lautsprecherboxen – entsprechende Gegenstücke verlangen. Als Otto-Normalhörer benötigen Sie derartiges High-End-Material allerdings nicht. Einige ältere Verstärker erfordern noch spezielle Lautsprecherstecker, die an die Kabelenden geschraubt werden. Solche Stecker können in der Tat zu erheblichen Klangeinbußen führen und sollten eigentlich nicht mehr verwendet werden.

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