Systemische Beratung

Die systemische Beratung gehört zu einer Fachrichtung der Psychotherapie, welche die systemischen Zusammenhänge innerhalb einer Gruppe, also eines Systems, beleuchtet und hilft, die verschiedenen Faktoren, die so ein System bestimmen, besser zu verstehen und eventuell aktiv zu verändern. Die systemische Beratung wird vor allem zur Diagnose und Therapie bei Menschen eingesetzt, die sich in für sie unerträglichen Situationen – hier Systemen –befinden und eine Änderung herbeiführen möchten.

Systemische Beratung – Anbieter

Die systemische Beratung wird vor allem von Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeitern und Ärzten angeboten. Aber auch anderweitig tätige Personengruppen wie Mediatoren, Rechtsanwälte, Unternehmensberatern, Pfarrer oder Erzieher nehmen die systemische Beratung in ihr Konzept mit auf, um ihren Kunden bzw. ihren Mitmenschen, die mit Problemen auf sie zukommen, besser helfen zu können.

Systemische Beratung – Beartungsansatz

Der Beratungsansatz bei der systemischen Beratung liegt vor allem darin, dass hier davon ausgegangen wird, dass Systeme nach bestimmten Regeln und Ordnungen funktionieren und auch jeder Einzelne immer Teil eines Systems ist. Systeme von Menschen sind hier beispielsweise die Familie, Betriebe oder auch Betriebsabteilungen und auch Vereine. Ein weiterer Beratungsansatz bei der systemischen Beratung besteht darin, dass es nicht nur eine richtige Sichtweise der Dinge gibt, sondern sich diese je nach Betrachtungsweise und Stellung des Einzelnen innerhalb und auch außerhalb des Systems stets ändert. Jedes Mitglied des Systems verändert stets durch seine Verhaltensweisen die Sichtweise der anderen und bestimmt so die Beziehung der Mitglieder untereinander mit. Stößt man also einen Teil des Systems an, bewegen sich die anderen Teile unabdingbar mit.

Systemische Beratung – Ablauf

Auf den oben beschriebenen Ansatz basierend beleuchtet der Berater während der systemischen Beratung mit seinem Klienten zuerst die für diesen konfliktbeladende Situation und das System, in welchem er sich befindet. Die einzelnen Mitglieder dieser Gruppe werden dann mit Hilfe von kleinen oder großen Puppen oder auch Menschen, sofern die systemische Beratung hier in einer Gruppentherapie abgehalten wird, nachgestellt. Dies deshalb, um dem Klienten die Situation dreidimensional vor Augen zu führen und diese so für ihn besser verständlich wird. Für den Berater ist während dieser so genannten „Aufstellung“ schnell klar, ob sich der Klient in einer eher unterwürfigen Position wieder findet und welcher Teil dieses Systems für ihn am bedrohlichsten ist. Der Klient wird anschließend aufgefordert, sich durch gezielte Fragen in unterschiedliche Konfliktsituationen zu versetzen und beginnt dann, seine Sichtweise der Situation zu beschreiben. Anschließend übernimmt der Klient eine andere „Rolle“ in dieser Aufstellung und versucht die Situation mit den Augen desjenigen zu sehen, den er hier darstellt. So gelingt es ihm, sein eigenes Handeln und auch Unterlassen innerhalb der Gruppe besser zu bewerten und vor allem die Auswirkungen seiner Handlungs- und Verhaltensweise innerhalb des Systems zu erkennen. Wenn nun die aktuelle Situation analysiert wurde, wird anschließend versucht herauszufinden, was passieren würde, wenn sich die Verhaltensweise des Klienten ändern würde. Er wird schnell erkennen, dass hier jede einzelne, wenn auch noch so kleine Aktion, große Auswirkungen auf die Sichtweise der Anderen haben und hier das Systemgefüge neu gestaltet werden kann, so dass die vorher für ihn konfliktbeladene Situation entschärft werden kann.

Systemische Beratung – Ziele

Das Ziel einer systemischen Beratung ist es, die Möglichkeiten des Klienten zu erweitern, in dem er in der Lage ist, auch andere Wirklichkeiten und sich nur seine zu sehen und gelten zu lassen. Dies ermöglicht ihm eine Wahl seiner zukünftigen Handlungsweisen, die er entweder annehmen kann oder auch nicht.

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