Logopäde

Bei Sprach- und Stimmstörungen kann ein Logopäde helfen. Lesen Sie hier was die moderne Logopädie kann, welche Stimmstörungen behandelt werden können und auf was sie achten sollten beim Thema Logopäde.

Logopädie – Allgemeines

Der Begriff Logopädie ist eine medizinische Sprach- bzw. Sprechheilkunde, die jedoch noch nicht zu den ärztlichen Tätigkeiten gezählt wird. Eine Ausbildung als Arzt ist hier also nicht notwendig. Die Arbeit eines Logopäden liegt im präventiven als auch im sprachlich-sozialen Rehabilitationsbereich. Sie dient dazu, die Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu verbessern oder diese wieder herzustellen. Sie stützt sich außerdem auf Erkenntnisse aus dem psychologischen, linguistischen und heilpädagogischem Bereich.

Logopädie – Störungen

Logopäden befassen sich in der Regel mit der Behandlung von vier zentralen Arbeitsbereichen: Der Sprach-, Sprech-, Stimmstörung sowie der Schluckstörung.
Aber auch Hörstörungen können zum heutigen Aufgabengebiet des Logopäden hinzugezählt werden. Hier werden Betroffene behandelt, die aufgrund eines Hörschadens in der Kommunikation eingeschränkt sind.
Die Ursachen für diese Störungen können sowohl organischer als auch funktioneller Art sein. Bei den organischen Ursachen sind dies meist Fehlbildungen im Gesichts- oder Kehlkopfbereich, unter der der Betroffene entweder schon seit Geburt leidet oder welche erst nach einer Krankheit oder einem Unfall entstanden sein kann. Der Betroffene lernt hier trotz seiner Behinderung wieder seine Kommunikationsfähigkeit zu verbessern bzw. wieder herzustellen. Hierzu kann unter Umständen auch der Einsatz von elektronischen Kommunikationsgeräten gehören mit denen er lernt, diese richtig einzusetzen.
Kinder, die unter einer sprachlichen Entwicklungsstörung leiden, gehören ebenfalls zum Klientel der Logopäden. Dies wird meist im Vorschulalter bemerkt. Später kommen Kinder hinzu, welche zum Lispeln neigen, sofern dies nicht durch eine Zahnfehlstellung oder Kieferprobleme verursacht wurde. Sie lernen hier, das Fehlverhalten beim Sprechen, welches das Lispeln verursacht, zu vermeiden.
Bei anderen Kindern wiederum kommt es zu Fehlbildungen von Lauten.
Gerade bei Vorschulkindern dient die Behandlung vor allem dazu, die Schulfähigkeit zu fördern.
Bei den Schluckstörungen handelt es sich meist um Essstörungen, die oft auch auf Fehlverhalten basieren.
Aber nicht nur organische Ursachen oder Fehlverhalten können die Ursachen einer der bekannten Störungen sein, die ein Logopäde behandelt. Oftmals handelt es sich auch um psychische Störungen, die der Logopäde dann gemeinsam mit einem Psychologen behandelt. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Stottern oder das Poltern.
Die einzelnen Störungsbereiche müssen sich nicht unbedingt getrennt von einander bemerkbar machen. Es gibt viele Betroffene, bei denen mehrere Störungen gemeinsam auftreten und die Ursachen vielfältigster Art sind.
Ein weiteres Klientel der Logopäden sind Menschen, die sehr viel mit ihrer Stimme arbeiten wie Lehrer, Erzieher oder auch Schauspieler. Bei diesen Patienten steht vor allem die Prävention im Vordergrund.

Logopädie – Behandlung

Um sich von einem Logopäden behandeln lassen zu können, benötigen Sie eine Verordnung, die von einem Arzt ausgestellt sein muss. Sie können also ohne vorherigen Arztbesuch einen Logopäden nicht gezielt aufsuchen.
Der Logopäde selbst wird Sie dann in der Regel nochmals eingehend untersuchen und verschiedene Tests durchführen, um die Sprach- und Stimmentwicklung zu überprüfen. Aber auch die Artikulation, der Wortschatz sowie das Verständnis für Sprache und die Leseleistung werden getestet. Zusammen mit den Angaben der ärztlichen Verordnung und den Ergebnissen der Tests erarbeitet der Logopäden nun gemeinsam mit dem Patienten den Therapieplan, der sich auch an den Lebensumständen des Betroffenen orientiert. Denn wichtig bei der logopädischen Behandlung ist vor allem, dass die Patienten nicht nur während den Therapiesitzungen die Übungen durchführen, sondern diese auch zuhause kontinuierlich fortsetzen. Oft wird auch das familiäre Umfeld mit in die Therapie einbezogen, da in der Regel die Kommunikationsschwierigkeiten des Betroffenen sich auch in diesem niederschlägt. Eine gemeinsame Therapie kann hier Verständnis für einandern schaffen, was sich dann auf die Situation des Betroffenen positiv auswirken kann und eine Heilung beschleunigen kann.
Die Kosten für eine logopädische Therapie tragen in der Regel die Krankenkasse, da sie einen Teil der medizinischen Grundversorgung darstellt und insoweit auch anerkannt wurde.

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