IAS / IFRS

Rechnungslegung nach IAS / IFRS wird fÜr viele Unternehmen Pflicht. Lesen Sie hier was IAS / IFRS ist und worauf Sie bei der Umstellung auf IAS / IFRS achten sollten.

 

IAS / IFRS – Begriffsdefinition

IAS / IFRS ist ein neuer Rechnungslegungsstandard. Die neue Bilanzierungsform der IAS (International Accounting Standards) / IFRS (International Financial Reporting Standards) ist besonders für Unternehmen bindend, die an der Börse vertreten sind. Die so entstehende Bilanz zeichnet sich vor allem durch seine Transparenz aus, die den Aktionären mehr Informationen vermitteln als bisher üblich. Steuerrechtlich hat diese Umstellung im übrigen aber keinen Einfluss. Die betroffenen Unternehmen müssen hierfür weiterhin den bisherigen Bilanzabschluss nach dem HGB vorlegen.

IAS / IFRS – Hintergrund

Seit dem Jahr 2005 sind alle börsennotierten Unternehmen in den EU-Ländern dazu verpflichtet, einheitlich nach den Richtlinien einer neuen EU-Verordnung zu bilanzieren. Diese Verordnung, nach den IAS/IFSRS zu bilanzieren, wurde aufgrund der ständig steigenden Anforderungen an den Kapitalmärkten notwendig, um mehr Transparenz in der Berichterstattung zu schaffen. Internationale Rechnungslegungsstandards wie die IAS / IFRS wurden unter anderem auch dafür geschaffen, dass die internationale Zusammenarbeit mit Unternehmen anderer Ländern und die Informationsbeschaffung der Aktionäre erleichtert werden sollte.. Die in Deutschland bisher geltenden Rechnungslegungsvorschriften wurden im HGB geregelt und hatten vor allem den Sinn, die Gläubiger zu schützen, ermittelt wurde der ausschüttungsfähige Gewinn. Bei der neuen Bilanzierungsform stehen der Anlegerschutz im Vordergrund und ein hohes Volumen an Information. Um an internationalen Börsen notiert zu werden, müssen die Unternehmen mittlerweile eine Rechnungslegung nach diesen Standards vorlegen.

IAS / IFRS – Anwender

Von der neuen Regelung sind ca. 7000 Unternehmen innerhalb der EU betroffen. Obwohl die IAS / IFRS eigentlich nur für börsennotierte Unternehmen zwingend vorgeschrieben sind, legen bereits jetzt schon auch andere Unternehmen, die nicht an der Börse vertreten sind, diesen internationalen Standard bei ihrer Bilanz zu Grunde. Denn auch beim Bankwesen und bei den Kreditanstalten hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert. Wer sich heute Finanzmittel am Kapitalmarkt oder bei den Kreditinstituten beschaffen möchte, kommt um eine Rechnungslegung laut IAS / IFRS nicht herum. Die Regelung nach Basel II verlangt hier Kennzahlen, die sich nur aus dieser internationalen Regelung ergeben können.

IAS / IFRS – Inhalte

Die Inhalte der internationalen Rechnungslegungsgrundsätze sind sehr vielseitig. Es existieren mittlerweile über 41 IAS, welche von einer speziell hierfür eingesetzten Komitee, das IASC, die im übrigen bereits in den 1970er Jahren gegründet wurde, erarbeitet und festgelegt wurden.

IAS / IFRS – Gültigkeit

Zwar sind laut der Verordnung die am Kapitalmarkt vertretenen Unternehmen erst ab dem Jahr 2005 verpflichtet, die internationalen Standards zu befolgen, doch sind die Unternehmen bereits schon beim Jahresabschluss für das 2004 gezwungen, nach IAS / IFRS zu bilanzieren, da bereits für das Jahr 2005 Vergleichszahlen aus 2004 eingesetzt werden müssen, die aber nur über diesen Weg ermittelt werden können.

IAS / IFRS – Umstellung

Die Umstellung auf IAS / IFRS Bilanzierung bedeutet für die Mitarbeiter der Unternehmen und Steuerberater einen erheblichen Aufwand. Diese müssen vorab intensiv geschult werden. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Computer müssen „umdenken“. Neue Programme wurden geschrieben, welche jetzt wiederum gekauft und eingespielt werden müssen.
Experten prognostizieren aber trotz der entstehenden Umstellungskosten, dass sich die IAS / IFRS langfristig rechnen werden. Durch die erhöhte Transparenz bereits schon bei der Rechnungslegung haben die Aktionäre und potentiellen Aktienkäufer schon sehr früh bessere Vergleichsmöglichkeiten als bisher, was wiederum den Wettbewerb innerhalb der EU ankurbeln wird.

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