Gewindebohrer

Einen Gewindebohrer benötigen Sie, um ein innen liegendes Gewinde herzustellen oder nach zu schneiden. Alles Wissenswerte über Gewindebohrer und Tipps für den Umgang mit Gewindebohrern lesen Sie hier.

Gewindebohrer – Allgemein

Ein Gewindebohrer ist ein Gewindeschneider zum Schneiden eines Innengewindes in ein vorgebohrtes Loch in Metall, Kunststoff oder Holz. Man unterscheidet dabei Durchgangs- (durchgehende) und Sacklöcher (Löcher, die im Werkstoff enden).

Einteilige Gewindebohrer schneiden ein Gewinde in einem Arbeitsgang, während mehrteilige Gewindeschneidsätze (aus Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider) mehrere Arbeitsgänge erfordern.

Es gibt Hand-Gewindebohrer und elektrische Gewindebohrer. Letztere verfügen über ein automatisches, mechanisches Umschaltgetriebe, das einen langsamen Vorlauf beim Einschneiden des Gewindes und schnellen Rücklauf gewährleistet. Eine aufsetzbare Rollenkupplung in Verbindung mit entsprechenden Gewindefuttern ermöglicht das Eindrehen von Stehbolzen. Mit ihr oder mit einem Tiefenanschlag können Gewinde auch in Sacklöcher geschnitten werden.

Gewindeschneider für Außengewinde heißen Schneideisen.

Gewindebohrer – Aufbau

Am vorderen Ende des stabförmigen Gewindebohrers sitzt das Schneidgewinde, das durch Einkerbungen in drei und mehr Schneiden unterteilt ist. Am hinteren Ende befindet sich ein Außenvierkant, an dem ein sogenanntes Windeisen befestigt wird, um beim Gewindeschneiden ein größeres Drehmoment erzeugen zu können.

Gewindebohrer gibt es mit entsprechenden Wendelformen für Sack- oder Durchgangslöcher. Durch die Wendel werden die entstehenden Materialspäne hinausbefördert. Die Verwendung der richtigen Form ermöglicht eine bessere Gewindequalität und ein leichteres Arbeiten.

Gewindebohrer – Funktionsweise

Der Gewindebohrer dreht sich in das bearbeitete Material und trägt mit den Schneiden Materialspäne ab. So entsteht das neue Gewinde. Die Schneiden im hinteren Bereich dienen der Führung des Gewindebohrers im schon fertigen Teil des Gewindes.

Gewindebohrer – Gewinde

In Deutschland üblich sind metrische ISO-Gewinde, bei denen die Bemaßung in Millimetern erfolgt. Sie werden mit M1 bis M68 bezeichnet, wobei die Zahl aber nicht ihrem Durchmesser in mm entspricht.

Gewindebohrer – Welches Werkzeug?

Der Fachhandel bietet Gewindeschneider-Sets in allen möglichen Preis- und Qualitätsklassen an. Meistens enthalten sie Gewindebohrer und Schneideisen in den gebräuchlichsten Stärken sowie weiteres nützliches Zubehör.

Gewindebohrer – Tipps

  • Der Umgang mit dem Gewindebohrer erfordert Übung. Daher sollten Sie stets zuerst an einem Probestück einige Versuche vornehmen.
  • Arbeiten Sie möglichst stationär im Bohrständer. Bei Handführung sollten Sie einen Zusatzhandgriff verwenden, um ein Verkanten zu verhindern.
  • Gewindebohrer sind sehr hart und daher spröde und brechen leicht. Deshalb sollten Sie stets eine Schutzbrille tragen!
  • Vergessen Sie nicht die Verwendung von Schneidöl, um die Reibung zwischen Werkstück und Gewindebohrer zu verringern.
  • Das vorgebohrte Loch muss den passenden Durchmesser haben. Diesen können Sie einschlägigen Tabellen entnehmen, die normalerweise mit dem Werkzeug geliefert werden. Ist es zu eng, klemmt der Gewindebohrer und bricht eventuell ab. Ist es zu weit, erreicht das Gewinde nicht die gewünschte Festigkeit oder bricht aus.

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