Die Veräußerung eines Unternehmens oder die Abspaltung von Konzernteilen ist immer ein bedeutender Schritt in der Unternehmensgeschichte. Die Gründe sind vielfältig, angefangen von der Gewissheit, dass "jetzt" der richtige Zeitpunkt ist, über den einfachen Wunsch, etwas Neues machen zu wollen, bis hin zur Abgabe des Unternehmens aus Alters oder sogar Krankheitsgründen. In jeden Fall ist die richtige
Verkaufsstrategie entscheident für den Erfolg
Beim Verkauf eines Unternehmens erweist sich die Kaufpreisfindung und deren Finanzierung oft als zentrales Problem. Denn für den Unternehmensverkauf kann der Wert eines Unternehmens oder Unternehmensteil nur anhand einer detaillierten Unternehmensbewertung ermittelt werden, welche für Unternehmensnachfolger, oft Existenzgründer, und deren Kreditgeber als sichere Verhandlungs und Kreditgrundlage dient.
Die Ermittlung des realistischen Kaufpreises richtet sich nach folgenden Kreterin: Umsätze, Gewinne, Geschäftsentwicklung und Entwicklung des Anlagevermögens, gemäß den Bilanzen bzw. Gewinn- und Verlustrechnungen der letzen drei bis fünf Jahre. Effektiver Zeitwert des Anlagevermögens (Maschinen, Einrichtungen, Immobilien) Auftragsbestände, stille Reserven usw. Marktentwicklungstendenzen, Wettbewerbseinflüsse usw., Synergieeffekte, offene Potenziale, Branchenrisiko, Örtlichkeit, Infrastruktur, Verkehrsanbindung usw.
Finanzierungsmöglichkeit für den Käufer:
Bisher wenig beachtet im Zusammenhang mit dem Unternehmensverkauf, aber eine Erfolg versprechende Möglichkeit, ist die Unternehmensnachfolge durch die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes zu regeln. Bei den an den unternehmerischen Interessen ausgerichteten Finanzierungs und Nachfolgemodellen wird der Kaufpreis bzw. Übernahmepreis nicht über einen Kredit, sondern über den Kapitalmarkt mit Eigenkapital finanziert.
Der Verkauf von Unternehmen erfordert bestimmte Sach und Marktkenntnisse, die oft über den Rahmen der Tätigkeit eines Unternehmens hinaus gehen. Darüber hinaus können Fehler in der Vorgehensweise schnell den Marktwert des Kaufobjektes zuungunsten des Verkäufers oder Käufers beeinflussen. Hier bietet das Internet eine breite Plattform für den Handel mit Firmennamen und Unternehmen. So findet man erfahrene Manager, meist Firmen, die in enger Zusammenarbeit mit Rechtanwälten und Unternehmensberatern arbeiten, die Sie professionell durch die sechs Phasen des Unternehmensverkaufs führen können. Ein gutes Beratungsunternehmen kann vor allem dabei sehr hilfreich sein, überhaupt potenzielle Käufer in der Unternehmenslandschaft ausfindig zu machen.
Die sechs Phasen des Unternehmensverkaufs:
1. Unternehmensbewertung
2. Ermittlung von Kaufinteressenten
3. Auswahl des Käufers und Exklusivitätsvereinbarungen (Übernahme des
Firmennamen)
4. Sorgfältigkeitsprüfung (abgesicherte Finanzierung des Käufers)
5. Vertragsverhandlungen
6. Abschluss und Mitarbeiterinformation
Alle Fragen und Unklarheiten, wie zum Beispiel über Steuern und Vermögensverhältnisse, sollten vor dem Verkauf geklärt werden. Tauchen während des Verkaufsprozesses Ungereimtheiten auf, dann erweckt dies das Misstrauen des Käufers und senkt schnell den Unternehmenswert.
Der Veräußerungsgewinn beim Verkauf eines Unternehmens ist steuerpflichtig und unterliegt Ihrer persönlichen Einkommensteuer. Wird mit Verlust verkauft, kann dies selbstverständlich steuermindernd geltend gemacht werden, in dem man mit Einkünften aus dem gleichen Jahr oder früherer bzw. folgender Jahre die Summe verrechnet. Manchmal kann es also günstiger sein, ein Unternehmen mit Verlust zu verkaufen, als es unentgeltlich weiterzugeben. Allerdings wird ein Verkauf unter Wert an einen nahen Verwandten das Finanzamt misstrauisch machen. Sprechen Sie in diesem Fall unbedingt im Vorfeld mit Ihrem Steuerberater.
Bei einem Unternehmensverkauf, besonders bei größeren Unternehmen, sollte auf eine besonnene Vorgehensweise verwiesen werden. Vor allem bei der Vorbereitung einer solchen Aktion sollte an den richtigen Stellen Diskretion gewahrt werden, denn bei kaum einem anderen Thema ist die Bandbreite möglicher Reaktionen so groß wie beim Verkauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen. In den meisten Fällen ist es nicht nur die Presse, die ein heißes Thema wittern, sondern der entscheidende Anstoß geht von Internen aus, insbesondere von oberen Führungskräften und Betriebsräten, deren Ziel es ist, den Verkauf zu hintertreiben.