Um Fremdkapital zu beschaffen, geben Unternehmen so genannte Unternehmensanleihen heraus. Eine derartige Finanzierungsquelle bietet Ihnen die Möglichkeit, hohe Kapitalbeträge zu langen Laufzeiten aufzunehmen. Unternehmensanleihen sind verbriefte Inhaberschuldverschreibungen. Die Laufzeit einer Unternehmensanleihe beträgt in der Regel zwei bis zehn Jahre; das Emissionsvolumen bewegt sich in den meisten Fällen zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde Euro.
Unternehmensanleihen sind eine in Amerika bereits lange übliche Form der Unternehmensfinanzierung, die auch in Deutschland populär geworden ist. Wie der Name es sagt, werden Ihnen diese Anleihen direkt von den Unternehmen gegeben und sind daher auch als eine Form der Unternehmensbeteiligung zu bezeichnen.
Die Verzinsung einer Unternehmensanleihe richtet sich nach dem Rating, der Bonität des jeweiligen Unternehmens. Ein Unternehmen mit einem niedrigen Rating wird für das damit verbundene Risiko ihre Anleihe mit einem höheren Zinssatz abgeben müssen und umgekehrt.
Generell lässt sich sagen, dass der Zinssatz von Unternehmensanleihen deutlich über jenen von Staatsanleihen liegt. Ausgehend von der so genannten Portfoliotheorie können Sie durch eine Beimischung von Unternehmensanleihen zu einem Staatsanleihenportfolio Ihr Risiko bzw. Ertragsverhältnis optimieren.
Etablierte größere Unternehmen sind bislang noch nicht darauf angewiesen, sich über den Kapitalmarkt zu finanzieren. Für eine zunehmende Anzahl größerer mittelständischer Unternehmen gewinnt die Finanzierung über Unternehmensanleihen aber an Bedeutung. Die Unternehmensanleihe stellt somit eine Alternative zum Bankkredit als dem klassischen Instrument der langfristigen Fremdfinanzierung dar.
Eine vorzeitige Kündigung von Unternehmensanleihen ist in vielen Fällen nicht möglich. Da es sich bei Unternehmensanleihen aber um Inhaberpapiere handelt, können die Unternehmensanleihen jederzeit verkauft oder übertragen werden.
Bei Unternehmensanleihen handelt es sich um "Inhaberpapiere", was eine Übertragung unproblematisch macht. Sie können Sie durch Ihre Depotbank abwickeln lassen.
Auch wenn Ihnen der Begriff der Unternehmensanleihe Sicherheit suggerieren mag, handelt es sich bei solchen Unternehmensanleihen von kleinen und mittelständischen Unternehmen oft um eine Risikobeteiligung. Bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass Sie als Anleger das volle Insolvenzrisiko der Firmen tragen. Es kann also ohne weiteres passieren, dass die versprochenen Zinsen nur teilweise oder gar nicht gezahlt werden oder im Fall einer Insolvenz Ihr Geld völlig verloren ist. Das Selbe gilt übrigens auch für vermeintlich sichere Staatsanleihen. Der Fall Argentiniens etwa hat gezeigt, dass eine Unternehmensanleihe immer auch zwangsläufig mit dem Ausfallrisiko des Schuldners behaftet ist. Dies gilt natürlich auch für Anleihen der Euro-Länder einschließlich der Bundesrepublik, allerdings mit der Maßgabe, dass ein Ausfall hier sehr viel unwahrscheinlicher ist.