Die Leistungsfähigkeit eines Verbrennungsmotors ist in der Regel durch die Größe seines Hubraumes bedingt. Um hier mehr Leistung aus dem Motor herausholen zu können, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder der Hubraum wird vergrößert, was aufgrund des hohen Aufwandes nicht wirtschaftlich ist, die Luft wird nicht mehr durch die Kolben angesaugt, was hier den Einsatz eines Saugmotors notwendig macht oder aber die Luft wird in größeren Mengen in die vorhandene Brennkammer befördert, was durch Komprimieren möglich wäre. Die letzte Variante ist das Arbeitsprinzip eines Turboladers.
Immer mehr Fahrzeuge werden mit einem Turbolader ausgestattet, da dieser die Leistung des Fahrzeugs erheblich steigert. Turbolader können bei Benzin- sowie bei Dieselmotoren eingesetzt werden, so dass dessen Einsatz bei fast allen motorangetriebenen Fahrzeugen sowie bei der Schifffahrt seinen Einsatz finden kann. Lediglich beim Motorrad hat sich der Gebrauch eines Turboladers nicht durchsetzen können, obwohl dies vom Prinzip her möglich ist und bereits auch schon angeboten wurde.
Ein Turbolader besteht aus zwei Teilen: einer Abgasturbine sowie einem Verdichter. Die Turbine treibt den Verdichter an, in dessen Innern sich ein Schaufel- oder Flügelrad befindet. Dieses Schaufelrad kann eine sehr hohe Umdrehungszahl erreichen, so dass die hier angesaugte Luft komprimiert wird. Diese komprimierte Luft wiederum wird anschließend in den Kolben eingeleitet, was die Leistungsstärke deutlich erhöht, da hier bedeutend mehr Sauerstoff für die anschließende Verbrennung zur Verfügung steht.
Die Turbine selbst wird durch den Abgasstrom angetrieben, was einen Einbau eines zusätzlichen Antriebs hierfür nicht notwendig macht.
Durch die hohe Umdrehungszahl des Verdichters, entsteht auch zwangsläufig sehr viel Wärme, die die komprimierte Luft ebenfalls erwärmt. Da aber kalte Luft eine höhere Dicht aufweist und somit auch stärker komprimiert werden kann, empfiehlt es sich daher, diese Luft durch einen speziellen Ladeluftkühler vor dem Zylinder zu kühlen. So können Sie die größtmöglichste Leistungssteigerung erreichen. Diese Systeme sind unter dem Namen "Intercooler" bekannt.
Durch die Leistungssteigerung sind aber nicht nur die Kolben selbst, sondern auch andere Fahrzeugteile wie beispielsweise die Zylinder, die Zylinderkopfdichtungen und der Motorblock betroffen. Um deren damit schnelleren Abnutzung vorzubeugen, sollte das Kühlsystem des Fahrzeuges deutlich vergrößert werden.
Möchten Sie die Leistung Ihres Fahrzeuges steigern und hier keinen neuen Motor mit einem größeren Hubraum einsetzen wollen, so können Sie in der Regel in fast alle Fahrzeugtypen einen Turbolader einbauen, sofern sich im Motor noch Platz hierfür befindet. Die Leistungssteigerung mit einem Turbolader hat noch den Vorteil, dass sich diese nicht auf Kraftfahrzeugsteuer auswirkt, da diese zur Zeit unter anderem nach dem vorhandenen Hubraum Ihres Fahrzeuges berechnet wird, der sich ja hier nicht erhöht.
Die Auswahl sowie den Einbau eines Turboladers sollten Sie einem Fachmann überlassen, da der Turbolader mit den anderen Motorenkomponenten eingestellt werden muss.