Das Tragetuch ist prima für unruhige Babys, die die körperliche Nähe ihrer Mutter benötigen, um friedlich und entspannt zu sein. Ihr Kind hört Ihren Herzschlag und läßt sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen. Zudem sind sich Experten darüber einig, dass der intensive und regelmäßige Körperkontakt die Entwicklung des Kindes und die Eltern-Kind-Bindung positiv beeinflusst.
Auch medizinische Gründe sprechen – bei der richtigen Verwendung - für das Tragetuch. Denn trägt man einen Säugling im Hüftsitz, so ist der Oberschenkelkopf durch die gespreizte und angehockte Beinstellung ideal eingestellt. Er schmiegt sich in die Hüftgelenkpfanne ein und fördert so die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks.
Zudem treten Bauchweh und Koliken wesentlich seltener auf.
Sie haben immer beide Hände frei, müssen keinen Kinderwagen schieben oder ein zunehmend schwerer werdendes Baby auf dem Arm herumtragen. Unterschiedliche Bindemöglichkeiten des Tuches ermöglichen Ihnen die optimale Anpassung an Ihre Bedürfnisse bzw. die Ihres Babys. Die Kleinen können von Geburt an bis zum Alter von etwa 3 Jahren mit Hilfe des Tragetuchs getragen werden - anschließend kann man das Tragetuch hervorragend als Decke auf Reisen oder als Unterlage am Strand verwenden.
Ein Tragetuch sollte eine Länge von vier Metern haben und diagonal gewebt sein. Denn ein Tragetuch in Leinwandbindung leiert schneller aus und ist nicht so elastisch wie andere Tücher. Auch lassen sich Falten beim Binden schwer nachziehen.
In jedem Fall sollte das Material frei von Schadstoffen sein. Bereits äußerst kleine Mengen von halogenorganischen Verbindungen können das Hormon- und Immunsystem Ihres Babys schädigen. Hier sollte der Gesundheit zuliebe nicht gespart werden.
Mit verschiedenen Bindungstechniken kann man sich individuell auf das Kind einstellen. Wichtige Voraussetzung ist, dass das Tragetuch richtig und fest sitzt. Beim Tragen sollten Sie darauf achten, dass Ihr Baby nicht zu weit nach unten hängt, da dies nicht gut für Ihren Rücken ist. Besonders für Babys, die noch nicht stabil sitzen können, ist es zudem wichtig, dass Rücken und Kopf gut gestützt werden. Mittlerweile werden viele sogenannte Tragetuch-Bindekurse von Hebammen, Familienzentren oder Krankenhäusern mit Entbindungsstationen angeboten.
Neben dem Tragetuch gibt es auch den Tragesack, bei dem keine Bindetechnik notwendig ist. Allerdings lässt sich der Tragesack nur begrenzt auf die Körpergröße der Eltern und des Kindes anpassen. Beim Tragekomfort kommt der Sack dem Tragetuch nicht so nahe, denn die Träger schneiden schnell ein. Außerdem wird der Körper einseitig belastet, was beim Tragetuch nicht passieren kann, da die Trageposition öfter gewechselt wird.