Keine Frage, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde in Tallinn in den Jahren der Sowjetischen Herrschaft sehr viel gebaut. Es entstanden Plattenbauten, Einkaufszentren und viele andere Bauten, die weniger schön als zweckdienlich sind. Dennoch: Tallinn ist eine schöne Stadt. Das liegt natürlich vor allem an der mittelalterlichen Atmosphäre der Altstadt, die sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Das Kopfsteinpflaster der Altstadt, die verbliebenen Türme und die zu einem großen Teil noch erhaltene und noch immer beeindruckende Stadtmauer bilden die richtige Umgebung für einen ausgedehnten Spaziergang durch die Geschichte der Stadt.
Die Oberstadt Toompea, die höher gelegene Burgstadt, ist ein recht authentischer historischer Stadtteil von Tallin, in das die Besucher vor allem von seinem mittelalterlichen Flair gelockt werden. Toompea, die Keimzelle Tallinns, liegt auf einem Hügel und man kann von hier aus den herrlichen Blick über die Stadt genießen. Noch heute residiert in der Festung Toompea Loss die Regierung. Auffallend ist der 50 Meter hohe Lange Hermann und der Dom Toomkirik, der von Dänen erbaut wurde und die älteste Kirche der Stadt ist.
Die Unterstadt Tallinns ist ein Paradies für alle, die sich auf den Spuren der Stadtgeschichte vergnügen wollen. Viele Museen, Klöster und Kirchen sind dort zu entdecken. Interessant ist auch das alte gotische Rathaus, von dessen Aussichtsplattform man einen ebenfalls wunderbaren Ausblick hat. Auf der Turmspitze können Sie den Stadtknecht, den Alten Thomas, sehen, der als Wahrzeichen Tallinns gilt. Auch die Nikolaikirche ist sehenswert: Sie ist eine Kaufmannskirche, denn auf dem Dachboden konnten die Kaufleute Waren einlagern. Wer sich gern Kirchen anschaut, der sollte die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale besuchen. Die hübschen Zwiebeltürme werden Sie schon von weitem entdecken.