Im Winter ist es für jeden Autofahrer ein Graus, wenn er morgens extra früher aufstehen muss, um noch genügend Zeit zu haben, die Autoscheiben von oftmals hartnäckigem Eis zu befreien. Ist dies dann endlich geschafft, startet das Auto unter Umständen recht schwerfällig und die Fahrt beginnt in einem eiskalten Fahrzeug, welches sich manchmal nur mit Handschuhen steuern lässt. Abhilfe kann hier entweder ein Garagenplatz schaffen, was aber leider nicht immer möglich ist oder eine Standheizung. Diese wärmt den Motor zur gewünschten Zeit vor und heizt gleichzeitig den Fahrzeuginnenraum vor. Das lästige Scheibenkratzen entfällt und die Fahrt kann in einem bereits vorgewärmten Auto komfortabel angetreten werden.
Aber auch im Sommer bieten Standheizungen einen großen Nutzen. Durch eine Lüftungsvorrichtung kann mit Ihrer Hilfe vorab die heiße Luft aus dem Fahrzeuginnern abgeblasen werden, was eine Abkühlung des Innenraums zur Folge hat.
Die Standheizung selbst ist ein kleines Gerät, dessen Größe mit einem CD-Player bis zu einem Schuhkarton zu vergleichen ist. In diesem Gerät befindet sich ein kleiner Brenner, der das Benzin oder den Diesel aus dem Auto für seinen Betrieb nutzt. Er erhitzt das Kühlwasser, welches mit einer Pumpe zum Motor und zum Wärmeaustauscher gelangt. Wenn das Kühlwasser eine vorher bestimmte Temperatur erreicht hat, wird das Gebläse im Innenraum aktiviert, welches dann die warme Luft ins Fahrzeug bringt.
Auch wenn die Außentemperatur weit unter dem Nullpunkt liegt, sind handelsübliche Standheizungen heute in der Lage, in nur höchstens 30 Minuten den Motor bis zu 70°C anzuwärmen, so dass im Fahrzeuginnern Temperaturen bis zu 20°C erreicht werden können.
Da der Brenner mit Kraftstoff betrieben wird, wird hier natürlich Benzin bzw. Diesel verbraucht, welcher direkt aus dem Tank bezogen wird. Der Verbrauch ist aber erfreulich niedrig, nämlich ca. 0,5 Litern pro Stunde. Dies ist vergleichsweise fast genau so viel, wie bei einem Kaltstart verbraucht wird.
Die Umwälzpumpe selbst wird mit Strom betrieben, der aus der Batterie bezogen wird. Der Verbrauch hier wird mit ca. 100 Watt angegeben, was dem Verbrauch einer heizbaren Heckscheibe entspricht.
Es gilt allerdings eine Faustregel, die Sie beachten sollten: Die Vorheizzeit sollte maximal nur so lange sein, wie Sie anschließend das Auto fahren. Diese Zeit wird mindestens benötigt, um die Batterie wieder entsprechend aufzuladen.
Die Bedienung der Standheizung ist sehr komfortabel. Mit Hilfe einer Fernbedienung können Sie die Standheizung entweder manuell starten oder - wenn Sie täglich zur gleichen Zeit starten möchten - diese vorab einstellen. Diese Fernbedienungen haben eine Reichweite von bis zu 1000 Metern. Sie sind meist so klein, dass Sie diese bequem am Schlüsselbund mit sich führen können.
Eine weitere Möglichkeit, die Standheizung zu starten, ist diese mittels Mobilfunk oder Festnetz "anzurufen" und zu aktivieren.
Die maximale Einstellungszeit beträgt in der Regel 60 Minuten. Danach stellen die Standheizungen selbsttätig ab.
Ein Nachrüsten mit einer Standheizung ist fast bei jedem Fahrzeug möglich, auch bei älteren Modellen. Durch die kompakte und kleine Form findet sich auch bei den verbautesten Motorräumen meist noch Platz, diese unterzubringen. Preislich allerdings sollten Sie vorher einige Angebote einholen, da hier die Preise doch sehr variieren, besonders beim professionellen Einbau.
Gerade bei Großraumfahrzeugen wie Vans oder Geländefahrzeugen kann die zusätzliche Anschaffung den Komfort beim Fahren im Winter deutlich erhöhen, da hier der Fahrzeuginnenraum nur sehr langsam erwärmt werden kann.
Der Betrieb einer Standheizung sollte im Parkhaus oder in der Garage unterbleiben. Die Abgase, die auch hier entstehen, sind gesundheitsschädlich!