Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, in ein Seniorenheim umzuziehen, kann dies vielfältige Gründe gehabt haben. Einige davon können sein, dass Sie Angst davor haben, was kommt, wenn Sie Ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr nachkommen können, Sie dies bereits jetzt schon nicht mehr können oder krank geworden sind und betreut und gepflegt werden müssen. Doch das Angebot von Alten- und Behinderteneinrichtungen ist fast unüberschaubar geworden. Es gibt nicht nur verschiedene Heimformen, auch innerhalb der Heimformen unterscheiden diese sich teilweise gravierend. Wichtig ist deshalb, sich vorher so genau wie möglich Gedanken darüber zu machen, was Sie von einem Heim erwarten und welche Leistungen Sie dort geboten bekommen möchten. Nicht vergessen sollten Sie auch abzuklären, welche Finanzierungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.
Hierzulande kann grob zwischen drei Heimformen unterschieden werden:
Betreutes Wohnen
Hier beziehen Sie Ihre eigene kleine Wohnung, in der Sie sich nach wie vor selbst versorgen. Sie können diese mit Ihren eigenen Möbeln einrichten. Meist besteht aber die Möglichkeit, sich den Alltag zu erleichtern, in dem Sie beispielsweise einen Wäscheservice oder Putzservice nutzen können. Oft können Sie auch auf das tägliche Kochen verzichten, da viele Einrichtungen auch Angebote beinhalten, bei denen Sie Frühstück, Mittag- und Abendessen gemeinsam mit den anderen Bewohnern einnehmen können. Beim betreuten Wohnen sind fast rund um die Uhr Betreuer im Haus, die Sie im Notfall um Hilfe bitten können. Diese schauen in der Regel mindestens einmal am Tag nach, ob es Ihnen gut geht.
Seniorenheim
Hier haben Sie die Möglichkeit, zwischen Ein- und Zweibettzimmern zu wählen. Sie können meist nur wenige private Gegenstände mitbringen, da der Platz hierfür begrenzt ist. Im Seniorenheim werden Sie rund um die Uhr versorgt. Neben der Grundversorgung bieten Ihnen diese meist auch verschiedene Freizeitgestaltungsmöglichkeiten an, wie gemeinsame Spielnachmittage, Ausflüge oder Lesestunden. Auch wenn Sie einmal krank werden, können Sie hier fachmännisch medizinisch und pflegerisch betreut werden.
Pflegeheim
Dies kommt dann für Sie in Betracht, wenn Sie rund um die Uhr Pflege benötigen. Im Grunde werden hier die gleichen Leistungen angeboten wie im Seniorenheim, nur das der Schwerpunkt auf die Pflege gelegt wird.
Alle drei Heimformen unterscheiden sich nochmals in der Heimgröße. Hier gibt es kleinere Häuser mit bis zu ca. 50 Bewohner, dann mittlere Einrichtungen von ca. 50 bis 150 Personen und auch größere Heime.
Wenn Sie sich über die Heimform im Klaren sind, bleibt nun, das richtige Haus auszuwählen. Hier sollten Sie besonders das Preis-/Leistungsverhältnis der verschiedenen Häuser genau miteinander vergleichen. Aber teuer muss nicht unbedingt auch qualitativ gut sein und billig wiederum heißt nicht, dass Sie dort vielleicht schlecht untergebracht werden. Die Heime können Ihre Pflege- und Unterbringungskosten weitestgehend selbst kalkulieren und sind an keine Vorgaben gebunden. Wenn Sie sich beispielsweise für das betreute Wohnen oder den Umzug in ein Seniorenheim entschlossen haben, sollten Sie auch darauf achten, dass die Möglichkeit besteht, auch bei einer länger andauernden Krankheit gepflegt zu werden.
Haben Sie das Wunschheim auf dem Papier bereits ausgesucht, sollten Sie sich dies vor einer endgültigen Entscheidung unbedingt vorher selbst ansehen. Am besten nehmen Sie hier eine Vertrauensperson mit. Besuchen Sie hierzu zwei oder drei in Frage kommenden Einrichtungen und lassen Sie nicht nur Ihren Verstand, sondern auch Ihr Gefühl mit entscheiden. Es ist wichtig, dass Sie dort nicht nur gut versorgt werden, sondern vor allem, dass Sie sich dort wohl fühlen.
Bevor Sie sich aber endgültig entscheiden, sollten Sie dort eine gewisse Zeit "probewohnen". Dies bieten einige Einrichtungen bereits an. Sie müssen hierzu nicht unbedingt alle Brücken hinter sich abbrechen und Ihre alte Wohnung verlassen.