Für etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung bleibt das abendliche "Gute Nacht" nichts weiter als ein frommer Wunsch. Nach einer Studie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München gehören behandlungsbedürftigen Schlafstörungen zu den häufigsten Beschwerden. Folgende Arten von Schlafstörungen werden hierbei unterschieden:
Schwierigkeiten beim Einschlafen
Störungen des Durchschlafens
Vorzeitiges Erwachen
Übermäßiges Schlafen (Hypersomnie)
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
Schlaflosigkeit (Insomnie)
Schlafwandeln (Mondsucht, Somnambulismus)
Albträume
Die Ursachen der Insomnie sind unterschiedlich. Bei etwa 25 Prozent der Patienten, die aufgrund der Schwere ihrer Schlafstörung in ein Schlaflabor kamen, lag eine körperliche Ursache (einschließlich Schlaf-Apnoe-Syndrom) vor. Bei etwa zehn Prozent stören Umwelteinflüsse den gesunden Schlaf. Dazu gehört Lärm ebenso wie ein lautstarkes Baby oder Schichtarbeit. Bei den meisten Schlafgestörten liegen jedoch psychische Ursachen vor. Das können seelisch belastende Situationen sein, nach deren Klärung meist auch die Schlafstörung wieder verschwindet. Aber auch Alkohol-, Drogen- und Nikotinmissbrauch. Mit zunehmenden Alter kann Schlaflosigkeit auch eine biologische Ursache haben: ab 50 Jahren liegt die Tiefschlafphase pro Nacht nur noch bei etwa 10 Minuten.
Allein in Deutschlands Apotheken werden jährlich für fast eine halbe Million Euro "Schlafmittel" (Hypnotika) verkauft, gut die Hälfte davon sind rezeptfrei. Das macht die "Schlaftablette" zur bekanntesten und am einfachsten anzuwendenden Therapieform. Auch wenn moderne Hypnotika ungefährlicher als die nicht mehr üblichen Barbiturate sind, eine sinnvolle Dauertherapie bei Schlaflosigkeit sind sie jedoch nicht. Die heute meist verwendeten Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine führen bei längerer Anwendung jedoch zur Gewöhnung, und letzthin zur Abhängigkeit. Als Naturheilmittel hat die Kava-Wurzel eine ähnliche Wirkung wie Benzodiazepine, führt jedoch weder zur Gewöhnung noch zur Abhängigkeit. Bewährt haben sich auch Baldrian oder Johanniskraut, deren Einnahme unbedenklich ist.
Bei nichtmedikamentösen Therapien ist in erster Linie wichtig, wieder zu einem normalen Schlaf-Wach-Rhytmus zu finden: früh aufstehen und bis zum Abend durchhalten. Meditation, Entspannungsübungen wie das Autogene Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson sind besser, als der Griff zur Schlaftablette und ohne Nebenwirkungen. Bei einer akuten Schlafstörung hilft oft schon ein warmes Bad mit Melissen- oder Lavendelöl, ein Beruhigungstee oder einfach ein Glas warme Milch mit Honig.
Sie können viel selbst tun, um mit einer Schlafstörung umzugehen. Dazu gehören so einfache Dinge wie nicht mit vollem Magen zu Bett zu gehen. Das Schlafzimmer nicht zu überheizen und für genügen Frischluftzufuhr zu sorgen. Im Bett zu fernsehen, essen oder gar das Laptop dabei zu haben, verhindert ebenfalls die nötige Ruhe, die einem erholsamen Schlaf vorausgehen sollte. Schlaffördernd ist ruhige Musik, ein schönes Buch oder mit dem Partner entspannen, loslassen können und Ruhe finden. Sollte eine Schlafstörung über mehrere Wochen anhalten ist ein Arzt aufzusuchen. Sind körperliche Ursachen ausgeschlossen, gilt es den seelischen Ursachen auf den Grund zu gehen. Dies sollte zusammen mit einem erfahrenen Psychotherapeuten/in angegangen werden.
Mit einer akuten Schlafstörung kann man bei etwas Disziplin selbst umgehen. Angenehmer ist für manche Schlafgestörte der Besuch bei einem Heilpraktiker. Er kann Ihnen dabei helfen mögliche Störungen zu erkennen, die sie vielleicht selbst ändern können. Auch bei der Auswahl der für Sie geeigneten naturheilkundlichen Mittel zur Linderung Ihrer Schlafstörung ist ein Heilpraktiker richtig. Bei andauernder Schlafstörung muss die Ursache geklärt werden. Bei der Ursachenfindung einer Schlafstörung helfen Schlafambulanzen oder -labore weiter. Dafür ist keine Überweisung nötig. Kassenpatienten müssen die Behandlung nicht selber zahlen, sondern nur die Chipkarte vorlegen. Neurologen, Psychiater, Lungenfachärzte, Internisten, Kardiologen, Psychologen und medizinischer Pflegedienst arbeiten in Schlafzentren zusammen. Etwa 200 Schlafzentren, die nach wissenschaftlichen Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung (DGSM) geprüft und anerkannt sind gibt es inzwischen in Deutschland.