Bauern marschieren als Phalanx aufs Spielfeld, wuchtig beherrscht der Turm den linken Flügel, während das Pferd sich raffiniert der gegnerischen Linie nähert. Seit vielen Jahrhunderten begeistert das Schachspiel Spieler aller Spielstärke, die mit Schachfiguren legendäre Kämpfe austragen und sich in der Kunst der Strategie messen. Zur Kunst erhoben wurde auch die Gestaltung der Schachfiguren; man ließ gegeneinander kämpfen, was die Fantasie hergab: Es existieren Figuren aus unterschiedlichsten Materialien und verschiedensten Themenbereichen wie beispielsweise dem Herrn der Ringe.
Die gebräuchlichsten Materien zur Produktion von Schachfiguren sind Kunststoff und Holz. Neben den schlichten, keineswegs jedoch unattraktiven Figuren, die bei Turnieren eingesetzt werden, gibt es eine Fülle anderer: beispielsweise mit Bauernmalerei verzierte Schachfiguren. Bei den Materialien für Schachfiguren sind der Fantasie der Gestalter kaum Grenzen gesetzt: Neben Holz und Kunststoff werden für Schachfiguren beispielsweise Glas, Speckstein, Marmor, Zinn oder Messing genutzt.
Kleine Schachfiguren können Sie bequem in der Hosentasche tragen. Beim Reiseschach sind viele Figuren nicht höher als 5 Zentimeter. Aber es geht auch eine Nummer größer: Vielleicht entscheiden Sie sich ja für ein Schachbrett im eigenen Garten? Der König kann bei diesen Schachfiguren durchaus eine Höhe von über 60 Zentimeter erreichen.
Manchmal wird aus dem König der Schachfiguren ein Pharao; flugs entführt das königliche Spiel Sie nach Ägypten. Andere Schachfiguren erlauben kleine Zeitreisen ins Mittelalter oder zu den Kelten. Auch das Bauhaus hat bei der Gestaltung von Schachfiguren Spuren hinterlassen: im Gegensatz zu den oft detaillierten Formen anderer Schachfiguren zeichnen sich Bauhaus-Figuren durch stark reduzierte Gestaltung aus. Manchmal geht künstlerische Freiheit bei der Gestaltung von Schachfiguren so weit, dass die eigentliche Figur nur angedeutet wird: Dann reichen vier grobe Zinnen und der Turm ist perfekt.
Bisweilen bekommen die anonymen Schachfiguren bekannte Gesichter. Dann wiederholt beispielsweise Napoleon die Schlacht bei Waterloo, die Trojaner bekämpfen die Griechen, Römer und Germanen erwachen zu erneuter Schlacht. Diese Schachfiguren sind Teil so genannter Motiv-Schachspiele, die sich mehr oder weniger an historischen Originalen orientieren. Indianer treten ebenso auf den 64 Feldern an wie Südstaatler, die Osmanen oder Kreuzritter.
Es muss nicht die Historie sein, die als Vorbild für Schachfiguren dient. Vielleicht gefällt Ihnen ja die Thematik „Gut“ gegen „Böse“ und Sie entschließen sich für Fantasy-Motive bei Ihren Schachfiguren. Lassen Sie Drachen gegeneinander antreten oder Orks gegen Elben kämpfen. Selbst eine bekannte Getränkemarke hat sich mit einem Schachspiel verewigt, in dem unter anderem Getränkedosen gegeneinander antreten. Was bereits gesagt wurde, mag hier wiederholt werden: Der Fantasie sind bei der Gestaltung von Schachfiguren kaum Grenzen gesetzt.