Die Isola di San'Antioco ist Teil des Sulcis Archipels im Südwesten von Sardinien. Die Isola di San'Antioco mit seiner gleichnamigen Hauptstadt San'Antioco ist ca. 110 qm groß. Die ca. 13.000 Einwohner der Insel sind anders als die Einwohner Sardiniens. Dies hat folgenden Grund:
Die Insel und Ihre Schwesterinsel Isola di San Pietro waren lange Zeit unbewohnt. Die Sarden haben die beiden kargen Eilande direkt vor ihrer Küste nicht interessiert. Erst Flüchtlinge aus Genua und Phönizien, die vor den Piraten Schutz gesucht haben, haben sich letztendlich auf den Inseln niedergelassen. Die meisten der neuen Insulaner haben vorher an der afrikanischen Küste gefischt und gelebt und so findet Ihr heute auf der Insola di San'Antioco ein nettes kleines Volk vor, was so gar nicht sardisch ist und auch nicht sein will. Das bemerkt Ihr bereits bei der Ankunft. Die Mentalität, das Essen und auch die Bauart der Häuser sind mit dem, was Ihr von Sardinien gewohnt seid, nicht vergleichbar. Selbst ihre eigene Musik haben sie bis heute bewahren können. Die Isola di San'Antioco ist als Insel eher unspektakulär. Schön anzusehen sind zwar die Steilküsten mit ihren kleinen versteckten Sandbuchten, doch ansonsten gibt es auf der Insel hauptsächlich Macchia-Gewächse und Weinfelder. Die Isola di San'Antioco ist mit einem drei Kilometer langen Damm mit der Insel Sardinien verbunden, auf dem Ihr problemlos mit dem Auto fahren könnt. Der Damm ist aber nicht natürlich entstanden, sondern wurde bereits im 8. Jh. v. Chr. von den Phöniziern aufgeschüttet, um so die Brücke zwischen Sardinien und der Isola di San'Antioco zu schlagen und die Bodenschätze nach dort bringen zu können, um sie dann von hier aus zu verschiffen. In der Hauptstadt San'Antioco findet Ihr vor allem Eins: einen sehr großen Hafen. Grund hierfür ist, dass es früher die Hauptaufgabe der Insel war, als Verschiffungsort für alle Herrscher von Sardinien zu dienen. Und so wurde der Hafen immer größer. Selbst Mussolini wollte hier den Handel erweitern und vergrößerte den Hafen seinerseits. Heute wird er so nicht mehr gebraucht und ist einfach zu groß für diesen kleinen Ort. Am Hafen selbst hat sich aber nicht nur die Industrie niedergelassen, hier gibt es schon die ersten Straßencafes und Restaurants. Malerischer hingegen wird ein Aufenthalt in der Altstadt von San'Antioco. Eine Straße führt Euch direkt vom Hafen auf die Piazza Umberto, wo sich jeden Tag die Einheimischen treffen. Von hier aus geht es zur Einkaufsstraße mit ihren vielen Geschäften und Lokalitäten und auch zur Piazza die Gasperi, an der sich die Basilika San'Antioco befindet. Genau über der Basilika San'Antioco befindet sich die Festung Su Pisu. Von hier oben habt Ihr einen tollen Blick über das Meer und die beiden Inseln. Auf der Insel selbst gibt es aber noch mehr zu bestaunen, nämlich die punisch-phönizischen Ausgrabungen. Bei dieser Pfarrkirche von San'Antioco handelt es sich zumindest äußerlich um eine durchschnittliche Kirche, die auf den Mauern einer älteren Basilika aus dem 6. Jahrhundert erbaut wurde. Das Interessante erwartet Euch im Innern bzw. unter der Kirche. Hier wurden zahlreiche Gänge angelegt, die zu Kammergräbern führen. Der Sarkophag des Namensgeber der Kirche, der Märtyrer Antiocos, soll gleich am Anfang dieser Katakomben liegen. Die Ausgrabungen findet Ihr etwas außerhalb von San'Antioco. Zuerst werdet Ihr wohl erst eine Nekropole sehen, die auf den ersten Blick nichts anderes ist, wie ein Steinhaufen. Doch diese Nekropole wurde von seinen Erbauern und später von den Einwohnern der Insel ausgehöhlt und unterkellert. So entstand hier - wie in der Basilika San'Antioco auch - eine große Anzahl von Kammergräbern und Gängen, die so verschachtelt sind, dass Ihr diese nur mit einem Führer betreten dürft. Teilweise sind sogar noch Wandmalereien zu sehen. In der Nähe der Nekropole gab es auch eine Brandopferstelle, die so genannte Tophet. Hier wurden über 2000 Urnen mit Überresten von Menschen, vor allem von Kindern und Tieren, aufgereiht in Tontöpfen gefunden. Was wäre die Ausgrabungsstätte ohne ein entsprechendes Museum, was die Anlage an sich und die Zeit, in welcher sich hier alles abgespielt hatte, zum Thema hat. Wenn Ihr also die Anlagen in der Nähe von San di'Antioco anschaut, solltet Ihr auch das Museum dazu besuchen. Und wenn Ihr noch etwas Zeit habt, solltet Ihr eine kleine Rundfahrt rund um die Isola di'Antioco machen.Basilika San'Antioco
Punisch-phönizische Ausgrabungen
Brandopferstätte
Museum