Die Isola di San Pietro ist Teil des Sulcis Archipels im Südwesten von Sardinien. Die Isola di San Pietro mit seiner Hauptstadt Carloforte, die erst 1758 gegründet wurde, ist nur ca. 50 qm groß. Die ca. 6.000 Einwohner der Insel sind anders als die Einwohner Sardiniens. Dies hat folgenden Grund:
Die Insel und Ihre Schwesterinsel Isola di San'Antioco waren lange Zeit unbewohnt. Die Sarden haben die beiden kargen Eilande direkt vor ihrer Küste nicht interessiert. Erst Flüchtlinge aus Genua und Phönizien, die vor den Piraten Schutz gesucht haben, haben sich letztendlich auf den Inseln niedergelassen. Die meisten der neuen Insulaner haben vorher an der afrikanischen Küste gefischt und gelebt und so findet Ihr heute auf der Isola di San Pietro ein nettes kleines Volk vor, was so gar nicht sardisch ist und auch nicht sein will. Das bemerkt Ihr bereits bei der Ankunft. Die Mentalität, das Essen und auch die Bauart der Häuser sind mit dem, was Ihr auf Sardinien vorfindet, nicht vergleichbar. Selbst ihre eigene Musik haben sie bis heute bewahren können. Das Inselinnere der Isola di San Pietro ist eher unspektakulär. Es ist mit Macchia überwuchert und wird nur teilweise landwirtschaftlich genutzt. Die Küste hingegen ist das Gegenteil: Steil ragt sie aus dem Meer hervor. Die erstarrte Lava, die in vielen Farben zu sehen ist, hat teils bizarre und beeindruckende Formen gebildet. Egal, an welchem Punkt der Küste Ihr euch befindet, Ihr werden stets andere faszinierende Bilder sehen können. Die Hauptstadt Carloforte, in der fast alle Einwohner der Insel leben, ist Dreh- und Angelpunkt. Egal, ob Ihr von der Isola di San'Antioco kommt oder von Sardinien, wenn Ihr Euch dem Hafen von Carloforte auch nur nähert, könnt Ihr den sympathischen Charme spüren, der von diesem kleinen Ort ausgeht. Die kleinen gepflegten Häuser, die in Pastellfarben gestrichenen Dächer, verwinkelte Gassen, eine breite Uferpromenade, an der sich die Palmen aufreihen, ganz oben das Castello, Carloforte ist ein Ort zum Entspannen. Wenn Ihr vom Hafen nach Carloforte hineinlauft, so könnte Ihr über die mit rosafarbenem Marmor gepflasterte Einkaufsstraße von Carloforte Richtung Castello hinauf flanieren. An der Piazza Repubblica, an der sich auch die gekalkte Kirche San Carlo Borromeo befindet, könnt Ihr euch etwas ausruhen und die Umgebung genießen. Noch ein Stück Treppengasse aufwärts und Ihr kommt in das Castello-Viertel. Enge steile Gassen, weiße Häuserwände mit blauen Fensterläden begleiten euch auf dem Weg zum Castello. Im Castello von Carloforte ist heute das Museum untergebracht, was vor allem von der Geschichte der Insel und von dem Thunfischfang erzählt, von dem die Einwohner hier früher hauptsächlich gelebt haben.Altstadt von Carloforte
Castello