Rückenschmerzen können sowohl organische als auch psychische Ursachen haben. Oft beeinflussen sich diese Komponenten gegenseitig. Heute leiden mehr als die Hälfte aller Bundesbürger gelegentlich an Rückenschmerzen. Häufige Ursache hierfür ist unsere Lebensweise: Die Wirbelsäule und Rückenmuskulatur wird entweder zu wenig (sitzende Schreibtischtätigkeit, Freizeit vor dem Fernseher) oder falsch (einseitige Bewegungen und Belastungen, falsches Tragen und Heben) bewegt Dadurch kommt es zu verschiedenen Symptomen wie z.B. Nacken- und Schulterschmerzen, Nackensteife, Kreuzschmerzen, Schwierigkeiten beim Bücken, Hexenschuss und Ischiasbeschwerden.
Rückenschmerzen werden der Anfangsphase oft bagatellisiert oder durch Aktivität verdrängt.
Anfangs unspezifische Beschwerden wie Morgensteifigkeit, Spannung oder Schwäche können in späteren Stadien mit größerer Heftigkeit und längerer Erkrankungsdauer auftreten. Man unterscheidet den plötzlich auftretenden Rückenschmerz (Lumbago) vom Wurzelreizsyndrom (Lumboischialgie) mit Kreuzschmerzen, die auch in die Beine ziehen. Ein Bandscheibenvorfall verursacht ebenfalls starke Rückenschmerzen. Rückenschmerzen nach einem Infekt sind der zweithäufigste Grund, einen Arzt aufzusuchen.
Medizinische und medikamentöse Therapieformen bei Rückenschmerzen:
Eine medikamentöse Schmerztherapie hat bei Rückenschmerzen hauptsächlich einen supportiven Charakter und dient durch Schmerzlinderung dem Ziel, Phsyiotherapie und verhaltensmedizinische Maßnamen zu ermöglichen. Rückenschmerzen dürfen nicht allein medikamentös Therapiert werden.
Schmerztabletten oder Schmerz lindernde Salben sollten deshalb nur bei akuten Schmerzen und unter Anleitung eines Arztes angewendet werden.
Stretch und Spray: Diese Methode hilft gut bei Rückenschmerzen hervorgerufen durch Muskelverspannungen. Hierzu wird ein Kältespray auf die schmerzhafte Muskelpartie gesprüht. Das macht den Muskel schmerzunempfindlich und er kann entgegen seiner Zugrichtung gedehnt werden. Im Anschluss erfolgt eine Wärmebehandlung, um den Muskel zu lockern.
Neuraltherapie: (nach Hunecke) wird ebenfalls häufig bei Rückenschmerzen aufgrund von Muskelverspannungen eingesetzt und zählt zu den Naturheilverfahren. Ein schwach dosiertes Lokalanästhetikum wird in einen Triggerpunkt gespritzt. Allergische Reaktionen sind möglich. Bei Gerinnungsstörungen, akuten Entzündungen und schwerer Herzkrankheit darf diese Methode nicht angewendet werden.
Ultraschallwellen erzeugen eine Vibration, diese fördert die Durchblutung und lockert die Muskeln auch in tieferen Schichten. Hierbei lösen sich auch Verklebungen, die durch frühere Entzündungen entstanden sind.
TENS (Transcutane elektrische Nervenstimulation): hierbei werden die Nervenendigungen an Triggerpunkten oder Akupunkturpunkten elektrisch stimuliert. Dadurch kommt es zu einer Schmerzlinderung.
Kochsalzinjektionen: statt mit elektrischem Strom werden die Nervenendigungen durch eine Injektion mit Kochsalzlösung stimuliert.
Nicht medikamentöse Therapieverfahren
Bei chronischen Rückenschmerzen wird mehr als eine Behandlungsmethode oder Therapieform angewendet. Mehrere Behandlungsansätze sollen ineinander greifen. Zahlreiche nicht-medikamentösen Methoden lassen sich sowohl gut miteinander als auch mit einer medikamentösen Behandlung kombinieren
Krankengymnastik wird Patienten mit wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen empfohlen. Hier werden aktive Übungen zum Aufbau der Muskulatur mit Dehnungsübungen zur Lockerung der Muskulatur kombiniert.
Eine Rückenschule ist ebenfalls für Patienten mit häufig wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen sehr empfehlenswert. Hierbei lernt der Patient alltägliche Tätigkeiten auszuführen, und dabei die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur richtig zu belasten.
Entspannungsverfahren
Autogenes Training hilft, bei regelmäßiger Durchführung, die Muskeln während eines tiefen Entspannungszustandes bewusst zu lockern.
Bei der progressiver Muskelrelaxation nach Jacobsen lernen die Patienten bestimmte Muskelgruppen zu entspannen, indem sie diese erst anspannen und dann locker lassen.
Wärmebehandlungen steigern die Durchblutung und unterstützen den Abtransport von Ablagerungen die bei Entzündungen entstehen. Die Muskeln werden durch Wärme gelockert, das Bindegewebe wird elastischer und die Gelenkschmiere flüssiger. Wärmeanwendungen bei Rückenschmerzen können zuhause selbst durchgeführt werden. Es bieten sich die klassische Wärmflasche, warme Umschläge, warme Bäder (mit Muskelentspannenden Zusätzen wie z. B. Wacholder), Dampfbäder, Infrarotlicht oder Sauna an. Bei Entzündungen dürfen die Anwendungen nur mit milder Wärme durchgeführt werden.
Kälteanwendungen dienen zur Linderung akuter Rückenschmerzen, deren Ursache Entzündungen, Zerrungen, Prellungen oder Verstauchungen sind.
Chiroprakische Maßnahmen bei Rückenschmerzen sind angezeigt wenn Blockierungen oder Fehlstellungen die Schmerzursache sind. Vor allem im Halswirbelsäulenbereich dürfen chiropraktische Maßnahmen nur mit großer Sorgfalt von einem gut geschulten, erfahrenen Chiropraktiker durchgeführt werden.
Als Schmerzmittel bei akuten Schmerzen eignen sich u.a. Paracetamol, Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika und Muskelrelaxantien. Bei sehr starken Schmerzen sind kurzzeitig auch Opioide angezeigt. Von Eigenbehandlung ist abzuraten und in jedem Fall vorher ein Arzt zu konsultieren. Bei der Wahl eines Schmerzmittels sollte die Wirkdauer ausreichend land sein und seine Wirkung möglichst schnell eintreten.
Das online-Hilfeangebot bei Rückenschmerzen ist vielfältig. Zunächst können Sie sich Allgemein zum Thema Rückenschmerzen informieren oder sich in thematischen Foren mit anderen Betroffenen austauschen. In Buchshops werden Sie Ratgeber finden, in online-Apotheken rezeptfreie Medikamente wie Tabletten oder Salben gegen Rückenschmerzen bestellen können. In Naturkost - oder ganzheitlichen Internet-shops werden Sie Produkte und Anwendungsempfehlungen auf der Basis von Naturheilverfahren finden. Rückenschulen, Chiropraktiker, Heilpraktiker und Praxen die sich auf bestimmte Entspannungstechniken spezialisiert haben, werden Sie ebenfalls zahlreich im Internet vertreten finden. Sollten sie eine Klinik suchen, finden Sie online entsprechend spezialisierte Fachkliniken mit ausführlichen Hinweisen und Angeboten.