Rollschuh laufen ist der klassische Vorläufer der Trendsportart Inline-Skating, das seit Mitte der 90er Jahre die Rollschuhe weitgehend von den Straßen verdrängt hat.
Der Hauptunterschied von Rollschuhen zu Inline-Skates liegt in der Anordnung der Rollen: Rollschuhe haben zwei Achsen mit je zwei Rädern statt vier bis fünf Rollen hintereinander. Dadurch sind sie weniger wackelig. Außerdem hat der Rollschuh vorne einen Stopper zum Bremsen.
Es gibt viele verschiedene Sportarten auf Rollschuhen. Die meisten ähneln dem entsprechenden Sport auf Eis, mit dem Vorteil, dass man sie das ganze Jahr über ausüben kann. Neben Rollkunstlauf, Rolltanz oder Rollhockey eignet sich Rollschuh laufen besonders gut als Freizeitspaß und Fitnesstraining.
In den USA heißen Rollschuhe Rollerskates oder Quad-Skates; diese Bezeichnungen werden auch in Deutschland häufig verwendet. Die dazugehörige Szene behauptet sich hartnäckig gegen die Inline-Skater, und kultige US-Modelle – vom pinkfarbenen Kinderschuh bis zum 70er Jahre Vintage-Style-Schuh – sind auch hier erhältlich.
Der Fachhandel bietet viele verschiedene Rollschuhe an, vom Anfänger-Modell bis zum Profi-Wettkampfschuh. Für Einsteiger empfehlen sich Rollschuh-Komplettmodelle. Wie überall hängen auch hier Preis und Qualität eng zusammen. Wer nicht viel investieren möchte, kann seine ersten Versuche in Kunstlederschuhen mit Synthetik-Gestell machen; für Fortgeschrittene empfehlen sich gepolsterte Lederschuhe mit Aluminium-Markengestell und Präzisions-Kugellagern.
Bei einigen Anbietern gibt es die Möglichkeit, sich aus Hunderten von Gestellen, Schuhen und Rollen seine ganz persönlichen Rollschuhe zusammenstellen zu lassen. Es werden auch so genannte Custom-Modelle angeboten, die von Profi-Skatern designt und in kleinen Auflagen hergestellt werden.
Für den jeweiligen Einsatzzweck werden unterschiedliche Rollen aus verschiedenen Materialien angeboten: Es gibt spezielle Rollen für Pflicht und Kür bei Rollkunstlauf und Rolltanz, ebenso wie Outdoor- oder Straßenrollen. Abhängig von der Wahl der richtigen Rollen sind nicht nur Fahrkomfort und -sicherheit, sondern auch die Haltbarkeit der Kugellager.
Rollschuh laufen ist ein effizientes Fitnesstraining für Herz und Kreislauf, das sich besonders zur Verbesserung der aeroben Ausdauer eignet. Der fließende Bewegungsablauf schont Rücken und Gelenke. Beim Rollschuh laufen werden Koordinationsfähigkeit, Balance, Beweglichkeit und Reaktion geschult und die Po- und Beinmuskulatur und die Muskeln des unteren Rückens trainiert.
Auf das Rollschuh laufen verzichten sollten Personen mit Osteoporose, Rücken- oder Hüftbeschwerden. Auch bei akuten Erkrankungen (wie Erkältungen) sollten Sie nicht trainieren.
Das Verletzungsrisiko ist gering, wenn Sie Protektoren tragen und das Tempo kontrollieren sowie bremsen können. Hauptursache für Verletzungen sind Stürze ohne Schutzkleidung auf hartem Asphalt. Vermeiden Sie nasse, sandige und unebene Wege.
Neben gut passenden Rollschuhen benötigen Sie unbedingt eine Schutzausrüstung, bestehend aus Helm, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner.
Als Anfänger sollten Sie zuerst die richtige Bremstechnik und das Fallen üben, am besten an einer Rasenkante: Notfalls lassen Sie sich einfach in das weiche Gras fallen.