Die Organisationsstruktur des Network-Marketing ähnelt graphisch einer Pyramide mit einer Vielzahl von Beteiligten auf der Basisebene und wenigen an der Spitze. Es stehen mehrere Verkäuferstrukturen übereinander, wobei vor allem die unteren Strukturen intensive Kundenkontakte pflegen.
Der hiermit häufig verwechselte Begriff des „Schneeballsystems“ wird für eine illegale Variante des Network-Marketing verwendet, bei dem die Anwerbung neuer Mitarbeiter im Vordergrund steht, und nicht der Vertrieb eines Produktes.
Neben der Möglichkeit, Waren von einem Hersteller direkt an einen Endkunden zu verkaufen bzw. zum Kauf zu empfehlen, steht es dem Geschäftspartner im Network-Marketing frei, ein Netzwerk von Geschäftspartnern aufzubauen.
Im Tagesgeschäft des Network-Marketing beziehen Sie Produkte und Dienstleistungen zum Eigenverbrauch oder/und zum Abverkauf an Endkunden und suchen Geschäftspartner, die dasselbe tun. Dadurch entstehen Netzwerke, durch die die Produkte des Network-Marketing-Unternehmens an Geschäftspartner und Endkunden vermarktet werden.
Auf Basis der Umsätze, die in diesen Verbrauchernetzwerken entstehen, werden festgelegte Provisionen an die Geschäftspartner ausbezahlt. Jeder Ebene im Network-Marketing werden hierbei eindeutige Provisionsanteile zugewiesen. Der Aufstieg in die nächst höhere Ebene ist bei den meisten Network-Marketing-Unternehmen an bestimmte Monatsumsätze gebunden.
Network-Marketing ist mit Einschränkungen in den meisten Ländern Europas und der Welt eine legale Vertriebsform. Network-Marketing ist strafbar, wenn gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen wird. Also dann, wenn bei der Werbung nicht das Produkt im Vordergrund steht, sondern ein Gewinnversprechen für den Fall, dass man selbst auch wieder Verbraucher wirbt und dabei ebenfalls wieder in erster Linie das Gewinnversprechen bewirbt.
Es gibt einige wichtige Kriterien, an denen Sie erkennen können, ob ein Network-Marketing-Unternehmen fair arbeitet oder ob es sich um ein Schneeballsystem handelt.
Wenn die Produkte im Network-Marketing innerhalb der Struktur jeweils zu einem jeweils höheren Preis weiterverkauft werden und Sie die Waren von einem Geschäftspartner erwerben und nicht direkt vom Unternehmen, könnte dies ein Schneeballsystem sein. Die Handelsspanne für den „letzten“ Geschäftspartner ist entsprechend gering.
Wenn Sie nur dann Rabatte auf den Wareneinkauf im Network-Marketing bekommen, wenn Sie neue Geschäftspartner gewinnen, sollten Sie von dieser Geschäftsgelegenheit Abstand nehmen.
Sie erhalten beim Network-Marketing schon für die Anwerbung neuer Geschäftspartner sogenannte Kopfprämien. Dies ist progressive Kundenwerbung und damit in Deutschland illegal.
Wenn nicht die Produkte des Network-Marketing-Unternehmens, sondern der Verkauf von Seminaren und Schulungsveranstaltungen im Vordergrund des Geschäftsmodells stehen, dann sollten Sie vorsichtig sein.
Als Geschäftspartner im Network-Marketing steht es Ihnen frei, Ihre Einkünfte über den Direktvertrieb zu erzielen oder zusätzlich über den Aufbau neuer Geschäftspartner. Schreibt das Network-Marketing-Unternehmen Ihnen so etwas vor, ist davon abzuraten.
Wenn Sie mit einem Network-Marketing-Unternehmen in Kontakt kommen, die Waren ohne realen Mehrwert vertreiben, sollten Sie sehr vorsichtig sein. Ein Beispiel ist der Verkauf von Computersoftware, deren Funktion lediglich darin besteht, den Verkauf eben dieser Software zu schulen.