Die Bezeichnung Massivhaus bezieht sich ursprünglich auf die Bauweise und des Hauses. Bei der klassischen Massivbauweise wird das Haus Stein für Stein "hochgezogen" und anschließend die Außenwände durch geeignete Materialien wärme isoliert. Heute wird die Bezeichnung Massivhaus vorwiegend auf das Material angewendet. Von einem Massivhaus spricht man, wenn die stützenden, lasttragenden Wände aus Stein oder mineralischen Stoffen, wie beispielsweise Ziegelstein, bzw. Backstein, Kalksandstein, Protonstein oder Gasbeton sind.
Für ein Massivhaus entscheidet man sich wenn man nicht nur in der Phase des Bauens sondern auch später so flexibel wie möglich sein will. Ein wesentliches Kriterium dieser Bauweise ist, dass Sie beim Massivhaus auch später noch erhebliche bauliche Veränderungen vornehmen können. Durch Entfernen nicht tragender Wände oder Veränderungen an der Installation, kann ein Massivhaus Ihren wechselnden Ansprüchen angepasst werden. Auch der Traum vom ganz individuellen Haus, ein ganz bestimmter Stil oder besondere Ansprüche sind mit einem Massivhaus zu verwirklichen. Und einem guten Architekten - den sollte man für den Bau eines individuellen Massivhauses beauftragen. Er entwirft Ihr Massivhaus nach Ihren Vorstellungen (und dem Willen des zuständigen Bauamtes). Er wird den Bau Ihres Massivhauses überwachen und ihn nach der Fertigstellung abnehmen. Die Kosten dieser Dienstleistung sind überschaubar und nach festen Regelsätzen, der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) festgelegt. Die kompletten Kosten für einen Architekten, der den Bau plant und durchführt, belaufen sich in der Regel auf rund zehn Prozent der gesamten Bausumme. Es gibt jedoch auch einen großen Markt von Fertighausherstellern die Fertighäuser in massiver Bauweise anbieten. Hierbei handelt es sich um standardisierte Haustypen verschiedner Größen, Formen und Ausführung in massiver Bauweise, unter denen der Bauherr wählen kann.
Zusammenfassend lässt sich der Begriff Massivhaus in folgende Übersicht gliedern:
Massivhaus: ein Massiv gebautes Haus hat mit massiven Baustoffen gebaute Wände (Keller-, Außen- und Innenwände), Decken (Keller- und Geschoßdecken) inkl. der Ringanker, Treppen, der Schornstein sowie Stürze und sonstige kleinere massive Bauteile. Auch eine massive Dachkonstruktion ist möglich. Der Mauerwerksbau realisiert als "Wandscheiben" ausgeführt, statische Erfordernisse zur massiven dauerhaften Bauweise eines Hauses.
Massive Baumaterialien: massive Baukonstruktionen bedingen grundsätzlich massive Baumaterialien Die Palette reicht vom traditionellen Ziegel, Backstein, Kalksandstein und Porenbeton über Leichtbeton - überwiegend Bims und Blähton - bis hin zum Beton. Die Stein-auf-Stein-Bauweise, auch wenn inzwischen großformatige Steine vorherrschen, steht beim Massivhaus immer noch an erster Stelle der massiven Bauarten.
Massiver Fertigbaubereich: Ausschlag gebend für die Entwicklung von vorgefertigten Ziegelwänden war die Nachfrage nach der Reduzierung von Baukosten. Witterung unabhängig werden Poren-, Leicht- und Betonwandelemente, Decken sowie Treppen in Hallen vorgefertigt und dann erst auf der Baustelle montiert. Lange Abbindezeiten entfallen, und die Bauzeit kommt der von Holz-Fertighäusern nahe.
Ein Nachteil der Massivbauweise: Das Haus muss ordentlich austrocknen, sonst gibt's Probleme mit der Feuchtigkeit. Da mineralische Baumaterialien gute Wärmeleiter sind ist eine Außendämmung erforderlich. Die Bauzeit eines Massivhauses in traditioneller Stein-auf-Stein-Bauweise ist gegenüber der Fertigbauweise länger. Die Vorteile des Massivhauses sind individuelle Baumöglichkeit, nachträgliche bauliche Veränderungen, Langlebigkeit und die Möglichkeit durch hohe Eigenleistungen eine erhebliche Kostenersparnis zu erzielen.