Die Kurische Nehrung bildet zwischen der litauischen Hafenstadt Klaipeda und dem russischen Dorf Lesnoje die Grenze zwischen dem Kurischen Haff und der Ostsee. Von dem Landstreifen, der an seiner breitesten Stelle 3,8 Kilometer, an der schmalsten aber keine 400 Meter breit ist, gehören 52 Kilometer zu Litauen und 46 Kilometer zu Russland. Die Staatsgrenze verläuft südlich des Ortes Nida.
Sand, Sand und immer wieder Sand! Wohin das Auge reicht, fällt der Blick auf mächtige Sandmassen. Es ist der Sand, der der größten Düne der Kurischen Nehrung bei Nidden den Beinamen Ostpreußische Sahara beziehungsweise Litauische Sahara gab. Der Sand und die grandiosen Wanderdünen sind von herber Schönheit. Allerdings waren sie früher auch gefährlich. Denn bevor der Düneninspektor Epha im 19. Jahrhundert begann, den Dünen durch eine Bepflanzung Halt zu geben, vergruben sie 15 Dörfer unter ihren Sandmassen. Die Kurische Nehrung zählt übrigens zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Fast in der Mitte der Kurischen Nehrung liegt das Dorf Nida, in deutscher Zeit der Ort Nidden. Das Dorf wurde zweimal vom Sand begraben, jedoch beide Mal an anderer Stelle wieder aufgebaut. Die Versandung ist ein Motiv, das die Dichterin Agnes Miegel in ihrem Gedicht "Die Frauen von Nidden" aufgegriffen hat. Heute ist man hier auf Touristen eingerichtet, denen eine ganze Reihe Hotels offen stehen. Die Hohe Düne zwischen Nida und der Grenze zum Kaliningrader Gebiet ist weithin berühmt für die Schönheit ihrer einmaligen und rauen Naturlandschaft. Der Blick auf das Haff und die Ostsee ist grandios.
Auf dem Schwiegermutterberg in Nida steht das Sommerhaus Thomas Manns. Der Nobelpreisträger war beeindruckt von der "unbeschreiblichen Eigenartigkeit und Schönheit dieser Landschaft" und verbrachte drei Sommer in Nida. Heute beherbergt das Sommerhaus ein Museum, das sich mit dem Leben und dem Werk des großen Schriftstellers auseinander setzt.
Der Nationalpark auf der Kurischen Nehrung ist geprägt von Wasser, Wind und vor allem von Sand und Dünen. Bedrohte Tierarten wie Otter und Adler finden hier eine Umgebung, in der sie überleben können. Wandern und Radfahren wird hier zu einem besonderen Erlebnis.