In der Regel bestehen die Formen (Werkzeug) aus Werkzeugstahl oder aus Hartmetall, dessen Formkonturen in Präzisionswerkstätten mit speziellen Werkzeugmaschinen eingearbeitet werden. Hierbei werden Arbeitstechniken wie Fräsen, Schleifen, Erodieren, Lasern usw. angewandt. Die Formen sind in der Regel drei-oder zweidimensional. Eine Form im Herstellungsprozess kann aus bis zu mehreren hundert Einzelteilen (Formbestandteilen) bestehen. Grundsätzlich besteht die Form (Werkzeug) aber mindestens aus einer Matrize, welche das Negativ der Außenform für das herzustellende Massenteil bildet.
Das Spritzgießen im Kunstoffbereich ist ein Verfahren, bei dem in einem einzigen Arbeitsschritt fertig geformte Kunststoffteile mit komplexer Geometrie und in nahezu beliebiger Größe hergestellt werden. Da keine oder nur geringe Nacharbeit nötig ist, und die Herstellung von Spritzgussteilen in kurzen Taktzeiten möglich ist, gilt das Spritzgießen als ausgesprochenes Massenfertigungsverfahren. Eine Spritzgussmaschine in der Kunststoffverarbeitung funktioniert nach folgendem Prinzip: Aus einem Trichter wird Kunststoff-Granulat dem Extruder zugeführt. Über eine Schnecke wird das Granulat weiterbefördert und durch Erwärmung geschmolzen. Die Schnecke verdichtet anschließend den plastifizierten Kunststoff und spritzt ihn unter hohem Druck durch eine Düse in die Spritzgussform ein. Dort füllt der geschmolzene Kunststoff beispielsweise eine Rohr- oder Becherform aus und wird anschließend durch Kühlung des Werkzeugs wieder zum Erstarren gebracht. Nach kurzer Kühlzeit öffnet sich das Spritzgusswerkzeug und stößt das fertige Spritzgussteil aus. Die dazu im Werkzeugbau angefertigte Kunststoffspritzformen, garantieren eine rationelle und qualitätsgerechte Produktion, die moderne Fertigungstechnologie sichert ein gleich bleibend hohes Qualitätsniveau. Im
Spritzgussverfahren werden Kunststoffteile für den Gerätebau, Elektrotechnik, Medizintechnik, Haushaltstechnik, Textiltechnik, Automobiltechnik und für die Leuchtenindustrie hergestellt.
Der Formenbau ermöglicht die Herstellung von Produkten nach genausten Konstruktionszeichnungen und Maßdaten. Die Herstellung einer Form (Werkzeugs) wird in Auftragsarbeit in Fachwerkstätten ausgeführt, individuell konzipiert für bestimmte Produktionsabläufe. Die Leistungen dieser Fachanbieter im Formenbau umfassen außerhalb der Herstellung, zum Teil die Inbetriebnahme auf den Fertigungseinrichtungen ihrer Kunden vor Ort und auf Wunsch auch die Begleitung des Serienanlaufes. Optional bieten einige Firmen eine Werkzeugwartung als Grundüberholung in ihren Werk oder als Instandhaltung oder Reparatur vor Ort an.