Im Korrektorat wird dafür Sorge getragen, dass bei Drucksachen aller Art keine Rechtschreibfehler vorkommen. Maßgeblich für die Anwendung der Rechtschreib- und Grammatikregeln und damit die Grundlage für die Arbeit im Korrektorat ist der Duden. Das Korrektorat ist damit die letzte Instanz und letztendlich für die Qualität der Druckerzeugnisse verantwortlich. Und wer schon einmal eine Zeitung voller Rechtschreibfehler gelesen hat, weiß die Arbeit des Korrektorats umso mehr zu schätzen. Wegen der Nähe zum Druck gehört das Korrektorat organisatorisch zur Satzabteilung und nicht zur Redaktion. Korrektor ist ein Spezialbereich des Lehrberufs Setzer. Heute glauben viele Verlage, dass die Arbeit des Korrektorats durch moderne Computertechnik erledigt werden kann. Diese Programme können zwar formale Fehler wie Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie einfache Grammatik überprüfen, auf komplexere Inhalte kann allerdings nur das Korrektorat eingehen. Deshalb hat sich die Aufgabe in letzter Zeit auch erweitert, die Grenzen zwischen Korrektorat, Schlussredaktion und Lektorat sind fließend geworden. Es ist schwierig, eine Prognose über die Zukunftsaussichten der Dienstleitung Korrektorat abzugeben. Einerseits schreitet die Technik immer weiter voran und übernimmt verschiedene Aufgaben im Korrektorat, andererseits wird der Computer einen Menschen mit Sprachgefühl niemals ganz ersetzen können.
Zu den fachlichen Kompetenzen im Korrektorat gehören hervorragende sprachliche Fähigkeiten, die teilweise sogar in einem Germanistikstudium erworben werden. Darüber hinaus sollte im Korrektorat wegen der Nähe zum Satz immer auch Kompetenz in Typographie vorhanden sein. Ein gutes Korrektorat erkennen Sie daran, dass der Umgang mit allen gängigen DTP-Programmen eine Selbstverständlichkeit ist. Ob das Korrektorat auch absolute Sorgfalt walten lässt und zuverlässig und pünktlich arbeitet, zeigt sich meist erst im Laufe der Zusammenarbeit. In Deutschland kann jeder die Dienstleistung Korrektorat anbieten. Aufgrund der Nähe zum Satz erledigen aber häufig Schriftsetzer mit innerbetrieblicher Fortbildung das Korrektorat. Aber auch Germanisten oder Lehrer, die gute sprachliche Voraussetzungen mitbringen, bieten ein Korrektorat an – häufig in Verbindung mit anderen verwandten Dienstleistungen wie Lektorat oder Redaktion. Ein wenig anders sieht es in der Schweiz aus. Dort wird nach wie vor großer Wert auf ein Korrektorat gelegt. In Fernkursen werden geprüfte Korrektoren ausgebildet, so dass der Quereinstieg ins Korrektorat ohne Zusatzqualifikation schwieriger ist.
Grundsätzlich können Sie ein Korrektorat immer dann einsetzen, wenn es darum geht, gedruckte Erzeugnisse qualitativ hochwertig zu produzieren. Einige Zeitungen leisten sich nach wie vor ein Korrektorat und auch Buchverlage bedienen sich bei Übersetzungen dieser Dienstleistung. Aber meist wird das Korrektorat heute nachgefragt, wenn es darum geht, Firmenbroschüren oder Werbematerialien den letzten Schliff zu geben.