Die Idee der Karnevalsorden wurde während der Preußen-Zeit in Köln geboren und diente anfänglich als Persiflage des Volkes auf die militärischen Auszeichnungen und Rangabzeichen. Aus dem Aufbegehren gegen die militärische Obrigkeit hat sich die Vergabe von Karnevalsorden bis heute zu einem beliebten Brauch entwickelt, der insbesondere im Sitzungskarneval zu den traditionellen Riten dazu gehört. Früher wie heute dürfen sich diejenigen, die einen Orden erhalten, geehrt fühlen. Entweder als besonderer Gast, Künstler, als Mitglied oder Unterstützer des Karnevals im Allgemeinen bzw. einer bestimmten Karnevalsgesellschaft. Verliehen werden die Karnevalsorden in der Regel bei offiziellen Anlässen wie Karnevalssitzungen, Karnevalsempfängen, o.ä..
Bei der Verleihung von Karnevalsorden steht die reine Wertigkeit des Ordens eher im Hintergrund. Der Orden, der in der Regel selbst in einer hochwertigen Variante nur ein paar Euro in der Herstellung kostet, verfügt über einen symbolischen Wert. Deshalb zählt bei der Überreichung eines Ordens vor allem die Geste. Man kann auch selbst Karnevalsorden herstellen lassen, sollte dabei jedoch eine gewisse Stückzahl erreichen. Die Gestaltung und Produktion von Karnevalsorden übernehmen häufig Anbieter, die sich auf dieses Feld spezialisiert haben. Größe, Form und Farbgebung der Karnevalsorden können vom Auftraggeber bestimmt werden. Mit einem speziellen Prägeverfahren werden Jahreszahlen, Motti, Figuren oder auch Firmenlogos auf die Metall-Rohlinge aufgebracht. Bemalt werden die Karnevalsorden noch häufig von Hand. Wenn Sie also gerne Karnevalsorden herstellen lassen möchten, sollten Sie sich frühzeitig an einen entsprechenden Anbieter wenden. Denn gerade vor und während der närrischen Tage haben diese traditionell jede Menge zu tun.
Es gibt Damenorden und Herrenorden, die sich zumeist in Größe und Gewicht unterscheiden. Darüber hinaus gibt es Karnevalsorden am Band oder zum Anstecken. Auch im ideellen Wert unterscheiden sich die Karnevalsorden. So gibt es beispielsweise Orden, mit denen ausschließlich und nur einmal im Jahr prominente Persönlichkeiten ausgezeichnet werden (wie zum Beispiel beim Aachener „Orden wider den tierischen Ernst“). Daneben gibt es Orden von Karnevalsgesellschaften, die einheitlich gestaltet sind und Jahr für Jahr von deren Mitgliedern getragen werden. Oder auch Sessionsorden, die jährlich in einer wechselnden Optik herausgegeben werden. Fest steht allerdings: man kann sich einen Karnevalsorden in der Regel nicht kaufen, sondern bekommt ihn verliehen. Sollte man viel im Karneval unterwegs sein und auch schon den ein oder anderen Karnevalsorden sein Eigen nennen, sollte man jedoch nie mehr als einen Orden auf einmal tragen. In der Regel wählt man den Karnevalsorden aus, der über den höchsten Rang verfügt. Mitglieder einer Karnevalsgesellschaft tragen zum Zeichen ihrer Zugehörigkeit meist den Karnevalsorden Ihrer Vereinigung.
Da Karnevalsorden in der Regel hübsch aussehen und ihre Optik im Laufe der Jahre immer wieder aktuellen Trends und dem Zeitgeist angepasst haben, interessieren sich auch jede Menge Sammler für diese karnevalistischen Objekte. Je nach Alter und Herkunft eines Karnevalsordens zahlen Liebhaber auf Trödelmärkten oder Internetbörsen sogar horrende Preise für besonders seltene Stücke.