Der Beruf des Innenarchitekten beinhaltet mehr als nur das Einrichten von Wohnungen oder Geschäftshäusern. Innenarchitekten verfügen über eine wissenschaftliche sowie auch künstlerische Ausbildung, die es ihnen ermöglicht, nicht nur das Gesamtkonzept für die Gestaltung und Planung der Inneneinrichtung von historischen sowie auch modernen Gebäuden zu erarbeiten und umzusetzen. Die Innenarchitekten sind auch in der Lage, beim Entwurf sowie der Entwicklung von Möbeln oder Objekten kreativ und unter wissenschaftlichen Aspekten mitzuwirken.
Innenarchitekten haben ein großes Betätigungsfeld. So können Sie als Innenarchitekt sich entweder selbständig machen oder aber eine Anstellung beispielsweise in einer öffentlichen Bauverwaltung oder einem Architekturbüro finden. Aber auch im Messebau oder bei Einrichtungshäusern werden Innenarchitekten benötigt. Da Innenarchitekten auch für bei Produktentwicklung mit einbezogen werden, sind auch hier die Betätigungsfelder in der Industrie und Wirtschaft sehr vielfältig.
Das Studium der Innenarchitektur erfordert den Nachweis über die allgemeine Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife. Des weiteren müssen Sie ein mindestens sechs- bis achtwöchiges Vorpraktikum absolviert haben, welches Sie bei einem Bauunternehmen oder einer im Innenausbau tätigen Firma abgelegt haben sollten. Bessere Chancen haben Sie allerdings mit einer vorherigen einschlägigen Berufsausbildung.
Die Innenarchitekturstudenten müssen sich auch oftmals einer eintägigen Eignungsprüfung unterziehen, in denen sie ihr Talent und ihr Gespür für das Erkennen und Umsetzen von räumlichen Zusammenhängen, welches der Beruf erfordert, zeigen müssen. Auch die künstlerische Begabung wird hierbei getestet. Die Eignungsprüfungen variieren in ihrer Bandbreite jedoch je nach Anbieter.
Die Dauer des Studiums beträgt im Schnitt acht Semester. Ein Praxissemester sowie ein Prüfungssemester sind hierin meist schon beinhaltet. Das Studium selbst wird mit einer Diplomprüfung abgeschlossen.
Bei vielen Anbietern gilt das 5. Semester als Praxissemester, welches entweder bei einer Firma oder aber auch im Ausland als Studiensemester absolviert werden sollte. Über entsprechende Auslandskontakte verfügen meist die Anbieter.
Während des Grundstudiums, welches in der Regel die ersten vier Semester umfasst, bekommen Sie die elementaren Regeln der Baukunst sowie der Ingenieurwissenschaften vermittelt. Anhand theoretischer und praktischer Übungen mit künstlerischen, konstruktiven, räumlichen und gestalterischen Inhalt sammeln Sie erste praxisnahe Erfahrungen.
Als Aufbau des Grundstudiums folgt das Hauptstudium. Hier haben Sie die Möglichkeit, Leistungsfächer als Schwerpunkte Ihres Studiums zu belegen. Sie können hier Ihre Ausbildung entweder in Richtung Interior-Produktentwicklung oder Innenarchitektur lenken, je nach dem, in welchem Bereich Sie später tätig werden möchten. Beim Hauptstudium mit Schwerpunkt Innenarchitektur müssen Sie mehrere Projekte selbständig bearbeiten, wobei die Aufgabenstellung von Messebauprojekten über die Innenraumgestaltung bis zum Möbeldesign reichen kann. Haben Sie aber den Schwerpunkt Interior-Produktentwicklung gewählt, so lernen Sie hier funktionale Objekte zu entwerfen, die später an Bauwerken angebunden werden sollen.
Während des Studiums werden unter anderem noch folgende Kenntnisse vermittelt: Entwurf, Baukonstruktion, Tragwerkslehre, Darstellung, Zeichnen und Farbenlehre, Möbelgeschichte und Stilkunde, Architekturgeschichte, Kunstgeschichte, sowie der Umgang mit EDV und CAD Programmen. Auch das Design von Möbeln, Objekten und anderen Einrichtungsgegenständen gehört hier dazu.