Ende der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Gebietsmonopole für Stromunternehmen aufgelöst. Zuvor gab es für jede Region nur einen Anbieter und günstiger Strom war das, was der Monopolist dafür hielt. Fortan hatte sich die Bundesrepublik Deutschland jedoch an EU-Richtlinien zu orientieren und musste den Strommarkt für konkurrierende Anbieter öffnen. Für den Verbraucher bietet sich seither die Chance, zwischen verschiedenen Anbietern zu wählen, um den günstigsten Strom zu erhalten. Gesteuert und überwacht wird die Liberalisierung des Strommarktes seit dem Jahr 2005 von der Bundesnetzagentur.
Laut Angaben des Auswärtigen Amtes im Jahr 2006 sanken die Energiepreise für private Haushalte seit 1998 um durchschnittlich 15%. Allerdings haben bisher eher wenig Kunden den Stromanbieter gewechselt; viele erreichten geringere Kosten durch günstigere Verträge bei ihren bisherigen Anbietern. Vergleichen Sie dennoch: Warum nicht auch wechseln, wenn aus relativ günstigem Strom noch günstigerer Strom werden kann?
Der Strompreis für Privatkunden setzt sich im Allgemeinen aus einem festen Grundpreis und einem Arbeits- oder Leistungspreis zusammen, der vom Stromverbrauch des Kunden abhängig ist. Wenn Sie Ihre Gesamtkosten für möglichst günstigen Strom berechnen möchten, müssen Sie beide Preisarten berücksichtigen. Achten Sie auch darauf, ob Anbieter Gebühren für den Anbieterwechsel verlangen oder einen Mindeststromverbrauch vorgeben: Sonst entpuppt sich der günstige Strom eventuell plötzlich als teure Alternative. Zahlreiche Plattformen im Internet erlauben Ihnen Preisvergleiche. Nutzen Sie am besten mehrere Plattformen, um den für Sie besten Anbieter von günstigem Strom zu ermitteln. Oder Sie nehmen sich einfach Ihre letzte Stromrechnung vor: Schauen Sie, wie viele Kilowattstunden Sie im Jahr verbraucht haben und multiplizieren Sie die Zahl mit dem Preis des neuen Anbieters für eine Kilowattstunde Strom. Dann addieren Sie den Grundpreis des Anbieters für ein Jahr dazu und kommen auf die Gesamtkosten, die Sie mit Ihrer Stromrechnung vergleichen sollten. Auch der Staat kassiert beim Strom mit: Achten Sie deshalb auf Brutto und Nettopreis bei Ihrer Suche nach günstigem Strom.
Die meisten Stromanbieter machen Ihnen den Anbieterwechsel zu günstigem Strom ganz einfach: Sie müssen nur den neuen Vertrag unterschreiben, um den Rest kümmert sich Ihr neuer Stromlieferant. Beachten sollten Sie allerdings Kündigungsfristen Ihres alten Stromlieferanten: Nur dann wissen Sie, wann Sie mit dem neuen günstigen Strom rechnen können. Achten Sie auch auf Vertragslaufzeiten des potenziellen neuen Anbieters: Sie wollen sich ja nicht ewig binden. Eventuell entscheiden Sie sich ja auch für so genannten Ökostrom, der aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Auch hier lohnt ein Preisvergleich. Und auch als Mieter können Sie den Lieferanten von möglichst günstigem Strom selbst bestimmen, sofern Ihre Wohnung einen eigenen Zähler besitzt. Der alte Stromzähler bleibt Ihnen dabei erhalten; ob mit ihm nun günstiger oder teurer Strom abgerechnet wird.