Tínos

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Tínos
Tínos ist eine der nördlichen Inseln der griechischen Kykladen. Tínos - Die Insel der über 1000 Kirchen, Klöster und Kapellen; die Insel, die 1971 sogar heilig gesprochen wurde. Grund hierfür ist die Ikone der Panagía. Im Jahr 1822 hatte die Tochter des Pfarrers Loukia, mehrere Visionen, in welchem ihr die Lage der damals noch verschütteten Ikone erschien. 1823 schließlich wurden die Visionen von einer Äbtissin ernst genommen und die Ausgrabungen begannen. Zum Vorschein kam diese wertvolle Ikone, der heilende Wirkung nachgesagt wird. So wurde Tínos schnell zum Lourdes von Griechenland.

Tagtäglich kriechen junge wie alte, gesunde wie kranke Menschen, sofern sie dies noch können, auf Knien hinauf zu der zu Ehren der angeblich heilbringenden Ikone erbauten Kirche Panagía Evangelístria. Parallel zu der Hauptstraße, die sich vom Hafen von Tínos bis zur Panagía Evangelístria hinaufzieht, geht es eher kommerziell als ehrfurchtsvoll zu. Hier können die Gläubigen allerlei Dinge kaufen, wie beispielsweise geweihtes Wasser, ein bisschen der Erde, in der die Ikone vergraben war oder auch teils mannshohe Kerzen.

Aber die Insel Tínos hat noch mehr zu bieten, was allerdings nicht heißt, dass sie touristisch bereits vollständig erschlossen wurde. Die Landschaft hingegen ist eher karg und leider sind nicht viele einlandende Badestrände zu finden, dennoch gibt es bei Kióna das als das beste Hotel der Kykladen. Ein weiterer Anziehungspunkt der Insel ist die Stadt Pírgos.

Weiter findet Ihr auf Tínos über 800 Taubentürme, die immer noch sehr gut erhalten sind.

Berühmt wurde Tínos auch noch deshalb, weil hier vor allem grüner und weißer Marmor abgebaut und oftmals auch gleich verarbeitet wird. So findet Ihr teils auch in den kleinsten Dörfern plötzlich aus Marmor bestehenden Brunnen, Türvorsprünge oder andere alltägliche Dinge, die normalerweise nicht aus einem so wertvollen Stein bestehen.

Die Fährhäfen der Insel Tínos befinden sich beide bei Tínos Stadt. So könnt Ihr entweder Limáni oder Palío Limáni entweder von Piräus oder von Rafina aus ansteuern.

Tínos-Stadt

Neben der Kirche Panagía Evangelístria, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und in der die Ikone aufbewahrt wird, solltet Ihr auch die kleine katholische Kirche Ágios Nikólaos anschauen. An einem der Portale findet Ihr eine Inschrift die besagt, dass bereits der bayrische König Ludwig hier schon in Tínos war. Ob er ebenfalls wegen der Ikone gekommen ist, steht hier allerdings nicht.

Pírgos

Pírgos sticht aus der sonst kargen Landschaft der Insel Tínos hervor wie ein Märchendorf. Kleine, weißgekalkte Häuserquader, strahlend blaue Fensterläden und Türen, ein Kykladendorf wie aus dem Bilderbuch. Pírgos ist auch die Stadt des Marmors. Hier gibt es zahlreiche Steinmetze und Künstler, die diese Steinart verarbeiten. So ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass Ihr in ganz Pírgos immer wieder auf aus Marmor bestehenden Statuen und anderen Kunstwerken stößt.

Taubentürme

Die Taubentürme stammen noch aus der Zeit, in denen die Venezianer auf Tínos das Sagen hatten. Da Tauben besonders als Nahrungsmittel zur damaligen Zeit sehr beliebt waren, aber auch der Guano auf den Feldern als Düngemittel sehr begehrt war, galt es unter anderem als Statussymbol einen prächtigen quadratischen Taubenturm zur Zucht der Tiere zu bauen. So sind damals teils sehr kunstvolle Objekte entstanden. Heute werden die meisten Türme noch für die Zucht von Tauben verwendet oder sind gar zu Wohnhäusern umgebaut worden.

Festtage

Besonders voll wird es in der Hauptstadt Tínos an den heiligen Feiertagen, dem 25. März und dem 15. August. Hier wird die Ikone dann in einer heiligen Prozession durch die Stadt getragen und inbrünstig gefeiert. Selbst die griechische Prominenz ist hier immer in großer Anzahl mit vertreten.