Ein Gewindeschneider ist ein Werkzeug zur Herstellung von Innen- oder Außengewinden in Werkstücke aus Metall, Kunststoff oder Holz.
Einteilige Gewindeschneider schneiden ein Gewinde in einem Arbeitsgang, während mehrteilige Gewindeschneidsätze (aus Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider) mehrere Arbeitsgänge erfordern.
Es gibt Gewindeschneider für den Handbetrieb und elektrische Gewindeschneider. Diese verfügen über ein automatisches, mechanisches Umschaltgetriebe, das einen langsamen Vorlauf beim Einschneiden des Gewindes und schnellen Rücklauf gewährleistet. Eine aufsetzbare Rollenkupplung in Verbindung mit entsprechenden Gewindefuttern ermöglicht das Eindrehen von Stehbolzen. Mit ihr oder mit einem Tiefenanschlag können Gewinde auch in Sacklöcher geschnitten werden.
Man unterscheidet Gewindeschneider für die Herstellung von Innen- oder Außengewinden.
Innengewindeschneider heißen Gewindebohrer. Mit ihnen werden Gewinde in vorgebohrte Löcher geschnitten. Am vorderen Ende des stabförmigen Gewindebohrers sitzt das Schneidgewinde, das durch Einkerbungen in mehrere Schneiden unterteilt ist. Am hinteren Ende befindet sich ein Außenvierkant, an dem ein sogenanntes Windeisen befestigt wird, um beim Gewindeschneiden ein größeres Drehmoment zu erzeugen.
Gewindeschneider für Außengewinde heißen Schneideisen. Mit seiner Hilfe werden Außengewinde in stab- oder bolzenförmigen Werkstücken geschnitten. Beim zylinderförmigen Schneideisen ist das Schneidgewinde als Muttergewinde innen angebracht. Es wird zum Schneiden des Gewindes in ein passendes Windeisen eingespannt.
In Deutschland werden hauptsächlich metrische ISO-Gewinde verwendet, bei denen die Bemaßung in Millimetern erfolgt. Sie werden mit M1 bis M68 bezeichnet, wobei die Zahl aber nicht ihrem Durchmesser in mm entspricht.
Der Fachhandel bietet Gewindeschneider-Sets in allen möglichen Preis- und Qualitätsklassen an. Meistens enthalten sie Schneideisen und Gewindebohrer in den gebräuchlichsten Stärken sowie weiteres nützliches Zubehör.