In Gent, der Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern, mündet der Fluss Leie in die Schelde. Kein Wunder, dass Gent stark durch diese beiden Wasserstraßen geprägt ist. Die Stadt ist wirklich eine Pracht mir ihren alten Gebäuden und den hübschen Häusern am Leieufer.
An der Leie liegt auch die Burg Gravensteen. Die Wasserburg zählt zu den größten Wasserburgen Europas und ist sehr imposant anzusehen. Wenn auf den hohen Türmen Flaggen über den Zinnen flattern, fühlt man sich um einige Jahrhunderte zurückversetzt. Diese Zeitreise kann man in der Burg fortsetzen. Im Foltermuseum der Burg sind alte Gerichtsakten und historische Folterwerkzeuge ausgestellt. Auch ein Kerkerloch ist in der Burg vorhanden.
Das beeindruckende Gewölbe lässt einen beim Betreten der Kathedrale unwillkürlich nach oben schauen. Die Rokoko-Kanzel aus Eichenholz und Marmor und die mittelalterlichen Wandmalereien der Krypta sind ebenfalls beachtliche Kunstwerke. In der Kathedrale sind außerdem 22 Altäre zu entdecken. Einer von Ihnen ist besonders berühmt:
Die flämischen Meister Hubert und Jan van Eyck haben dieses religiöse Meisterwerk in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschaffen. Das monumentale 12-teilige Kunstwerk beeindruckt mit seinen wunderbaren Farben und der tiefen Frömmigkeit, die es ausstrahlt. Der Genter Altar hat eine bewegte Geschichte überstanden – bis er nach dem zweiten Weltkrieg schließlich wieder nach Gent zurückgebracht wurde.
Hoch über die Dächer Gents erhebt sich der Belfried mit dem über drei Meter großen Drachen auf seiner Spitze. Früher läuteten die Glocken, wenn sich Feinde der Stadt näherten, wenn eine Hinrichtung stattfand oder wenn die Genter Festwoche begann.
Frieden und Ruhe herrschen in Gents drei Beginenhöfen: St.-Elisabeth, O.L.Vrouw ter Hoyen und dem großen Beginenhof ein weinig außerhalb von Gent. Alle drei stehen als Weltkulturerbe auf der Liste der UNESCO. Die Beginen waren übrigens Gemeinschaften allein stehender Frauen. Sie schlossen sich zusammen und lebten in den Beginenhöfen.