Von einem Fremdwährungsdarlehen wird gesprochen, wenn das Darlehen in einer anderen Währung als Euro vergeben wird. Wegen der niedrigen Zinsen, die sowohl in der Schweiz als auch in Japan zu zahlen sind, nimmt der Käufer bei einem Fremdwährungsdarlehen das Darlehen zumeist in Schweizer Franken oder Japanischen Yen auf. Die Auszahlung des Geldes erfolgt in Euro. Die Zinszahlung plus Tilgung erfolgt in der fremden Währung, wird also z.B. monatlich zum jeweils aktuellem Kurs abgerechnet und dem Darlehensnehmer in Euro auf seinem Konto belastet. Somit trägt der Darlehensnehmer bei einem Fremdwährungsdarlehen ein Wechselkursrisiko beim Transfer Japanischer Yen/ Schweizer Franken in Euro und umgekehrt. Sie lassen sich demnach auf eine Devisenspekulation ein, eine dauerhafte Beobachtung der gewählten Währung ist somit unbedingt notwendig.
Die Konditionen ändern sich ständig und sind von Kreditinstitut zu Kreditinstitut sehr unterschiedlich. Um die für Sie und Ihr Vorhaben sinnvollste Bank und Konditionen festzustellen, ist eine sorgfältige Vorprüfung erforderlich.
Bei einem Fremdwährungsdarlehen stellen die Banken zumeist besonders hohe Anforderungen an die Zahlungsfähigkeit des Darlehennehmers. So kommt es nicht selten zu einer fiktiven Kapitaldienstprüfung mit acht bis zehn Prozent der Darlehenssumme. Desgleichen sind die Anforderungen an die Immobilie erhöht. Aber auch hier gilt, dass die Bedingungen bei verschiedenen Banken weit auseinander gehen können.
Solange Zinsen und Wechselkurs der Darlehenswährung konstant bleiben oder gar sinken, liegt der Vorteil bei einem Fremdwährungsdarlehen auf der Seite des Kreditnehmers. Verliert die Fremdwährung an Wert, ist das zum Vorteil des Investors, muss er nun weniger Darlehen zurückzahlen. Riskant wird es jedoch, sobald der Wert der Fremdwährung zum Euro steigt oder aber die Zinsen angehoben werden. In beiden Fällen verteuert sich der Kredit. Bevor man ein Fremdwährungsdarlehen aufnimmt sollte man sich immer vor Augen halten, dass Kursschwankungen normal sind und unbedingt in die Finanzierung einbezogen werden müssen. Steigt zum Beispiel der JPY um 60 Prozent, müssen 60 Prozent mehr Darlehen zurückgezahlt werden: also anstatt 100.000 Euro 160.000 Euro. Genauso verhält es sich mit den Zinszahlungen bei einem Fremdwährungsdarlehen, sind doch die Zinszahlungen in der Währung der Darlehenssumme zu zahlen. Da Fremdwährungskredite zudem mit variablem Zinssatz ausgestattet sind, ist das Risiko steigender Kreditzinsen evident.
In vielen Fällen bieten Banken Fremdwährungsdarlehen in Verbindung mit einer Tilgung über Aktienfonds oder fondsgebundene Lebensversicherungen an. Somit steht neben dem Zins- und Währungsrisiko eines Fremdwährungsdarlehens das Kursrisiko der Fonds.
Mit einem Fremdwährungsdarlehen geht der Kreditnehmer eine Devisenspekulation ein, bei der er auf gleichbeleibende oder sinkende Zinsen und Wechselkurse spekuliert. Wer dieses Risiko eingehen will und kann hat wirklich die Chance, sehr große Gewinne zu machen. Auf der anderen Seite kann es aber auch zu großen Verlusten kommen.