Seit Gutenbergs Erfindung der Buchdruckerkunst hat die Menschheit erstaunliche Fortschritte gemacht, aber prinzipiell ist die Sache immer noch ganz einfach: Mithilfe einer spiegelverkehrten Vorlage und darauf geschmierter Farbe wird eine ganze Menge gleichlautender Kopien der Vorlage meistens auf Papier erstellt. Wer als Kind mal Kartoffeldruck, oder als Schüler mit Linolschnitten gearbeitet hat, hat auch schon mal gedruckt, ja sogar jeder, der einen Stempel nutzt, druckt eigentlich.
In der Druckerei ist das Prinzip allerdings sehr viel professioneller. Ob Zeitungen oder Bücher, ob Plakate oder Handzettel, bei großen Auflagen kann nur eine Druckerei weiterhelfen. Man findet Druckereien nicht mehr nur in den Branchenbüchern, sondern inzwischen auch vielfach im Internet. Besonders spezialisierte Druckereien, die Flyer und ähnliches produzieren.
Vorherrschend ist im heutigen Druckerei-Wesen der Offset-Druck. Dabei wird das alte Verfahren der Lithographie auf moderne Weise angewendet. Die Druckplatte druckt ihr Bild auf ein Gummituch. Dort ist das Bild spiegelverkehrt und erst von diesem Tuch wird das Bild wieder richtig herum aufs Papier gebracht. Der Offset-Druck ist heute technisch ausgereift, Qualitätsunterschiede im Druck sind deswegen kaum noch zu entdecken.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde bei den meisten Druckwerken nur eine Farbe verwendet: Schwarz! Das war ja auch recht praktisch, weil man mit schwarzer Farbe und dem Rasterdruckverfahren so ziemlich alles darstellen konnte. Aber alle Darstellungsarten bewegen sich von Schwarz-Weiß zu Farbe, ob Foto, ob Film, ob Fernsehen und natürlich auch der Druck. Aber es gibt heute immer noch Preisunterschiede zwischen dem Druck in einer Farbe und der in mehreren.
Bei Grafiken, grafisch gearbeiteten Plakaten, Einladungen und vielen Drucksachen mehr, reicht oft eine Farbe, und das muss nicht schwarz sein. Die Hochzeitseinladung in goldenen Lettern ist genauso möglich, wie die Geburtsanzeige in babyblau - beides wäre allerdeings auch ein bisschen kitschig.
Seltener druckt man auch in zwei Farben. Vor einigen Jahren waren so noch viele Aufschlagseiten von Zeitungen gedruckt, da gab es dann ein paar Ornamente in einer Zierfarbe zu den schwarzen Lettern und den schwarz-weißen Bildern.
Vier-Farbdruck ist heute das angesagte und übrigens auch das, was ihr Tintenstrahldrucker macht. Neben den Druckfarben Cyan, Magenta und Gelb ist das auch Schwarz. Das ließe sich zwar auch mischen, wäre dann aber nicht so farb- und kontrastgetreu und natürlich viel teurer, da dann ja die anderen Farben immer gemeinsam gebraucht würden, wo jetzt einfach schwarz genutzt wird. Dass die Druckfarben Cyan, Magenta und Gelb sind und nicht Blau, Rot und Gelb liegt übrigens an der Physik. Leuchten die Farben wie am Bildschirm selbst, dann sind die Grundfarben verlangt, werden Farben beleuchtet, ist das Druckspektrum viel sauberer.
Damit ein Text schön wirkt, das Plakat einprägsam ist und die Einladung auch wirklich einladend, muss ein Druckerzeugnis gesetzt werden. Das geht heute natürlich nicht mehr per Bleisatz sondern am Computer. Setzer kennen die perfekte Schriftart für ihr Dokument, wissen, wie die grafische Aufteilung sein muss und wie man ein Druckwerk möglichst lesbar macht.
Will man sich den Setzer sparen und die Vorlage selbst erstellen, dann sollte man an ein paar Sachen denken. Man braucht eine Grundschriftart, in der alle normalen Texte gedruckt sind, andere Schriften sollten nur für Überschriften oder Heraushebungen verwendet werden. Nur Blocksatz ist bei längeren Texten gut lesbar. Zu große Wort- oder Zeichenabstände sollten vermieden werden, ebenso zu große Schrift. Große Schrift ist vor allem dann angebracht, wenn, wie bei Plakaten, der Leseabstand ein großer oder sehr großer ist. Versuchen Sie den Blick des Betrachters zu lenken, und das möglichst erst auf das Wichtigste.
Die Vorlage ihres Dokuments in ausgedruckter Version ist nicht mehr die häufigste. Natürlich kann man eine Vorlage auf Papier an eine Druckerei geben, aber besser kann der Druck dann natürlich nicht mehr werden. Gängig sind heute Disketten, CDs oder sogar DVDs. Natürlich sind bei kleineren Datenpaketen auch E-Mails eine gute Möglichkeit zum senden der Vorlage.
Diese Vorlagen sollten einem der gängigen Dateiformate angehören. Die Zeiten, in denen Druckereien nichts mit Windows-Formaten anfangen konnten, sollte nahezu flächendeckend vorbei sein. Früher hatten Druckereien fast nur Apple Macintosh-Rechner und die gängigen Windows-Programme führten zu tollen Vorlagen, mit denen die Druckerei des Vertrauens wenig anfangen konnte. Heute haben Druckereien meistens auch Windows-Rechner. Trotzdem darf man nicht damit rechnen, dass alle Formate erkannt werden.
Für Texte kann man neben dem klassischen ASCII-CODE .txt-Dateien, in denen wirklich nur die Buchstaben ohne jede Formatierung weitergegeben wird, hauptsächlich Microsoft Word als Textdatei-Format empfehlen. Es ist schlicht das gängigste.
Bei Bildern ist es einfacher. Die gängigsten Formate für Pixel-Grafiken, also Grafiken, die wie Fotos Punkt für Punkt abgespeichert werden, sind .jp(e)g, .gif und .tiff. Im Internet-Zeitalter ist das .jp(e)g die häufigste Grafik-Datei, vor allem, weil es relativ kleine Dateien zulässt. Diese sind allerdings auch je nach Komprimierung mit deutlichen Qualitätseinbußen zu bezahlen. Wenn, wie auf CDs, Platz keine Rolle spielt, sollte man Druckbilder im .tiff-Format abspeichern. Das lässt auch Komprimierung zu, zwar nicht im gleichen Bereich wie das .jp(e)g, aber dafür auch ohne Qualitätseinbußen.
Vollständig gesetzte Dokumente kann man auch im .pdf- oder .eps-Format der Adobe-Programme vorlegen. Auch in Postscript-Formaten abgespeicherte Daten können in der Druckerei in Vorlagen umgesetzt werden.
Natürlich sind auch die üblichen Mac-Formate bei den meisten Druckereien willkommen.
Aber zu diesem Thema sollte man auch die Druckerei fragen, die man beauftragen möchte.