Die Blockflöte ist das Einstiegsinstrument für Kinder. Die Einfachheit der Spielweise macht es sogar schon kleineren Kindergartenkindern möglich, kleine Lieder zu spielen. Blockflöten werden demnach auch immer wieder gerne bereits in der ersten musikalischen Früherziehung eingesetzt.
Aber nicht nur Kinder sind von der Blockflöte begeistert. Professionelle Blockflötenspieler spielen mit diesen eigens für dieses Instrument komponierte Stücke wie das "Brandenburgische Konzert Nr. 4" von Johann Sebastian Bach oder Sonaten von Georg Friedrich Händel.
In der Regel werden Blockflöten aus Holz gefertigt. Sie bestehen aus drei Teilen: Dem Mundstück, dem Körper sowie dem Schallbecher. Der Körper ist innen ausgehöhlt und den Enden offen. Am oberen Ende wird das Mundstück aufgesteckt, am unteren Ende der Schallbecher. Der Körper selbst ist mit acht Löchern versehen, die mit den Fingerspitzen beider Hände abgedeckt werden.
Das Mundstück ist so geformt, dass in dessen Innern ein Holzblock mit einer scharfen Kante sitzt. Der Spieler bläst somit direkt über diese Kante, wobei es im Blockflötenkörper zu Vibrationen kommt. Die dort befindliche Luftsäule wird so in Schwingungen versetzt, was einen Ton erzeugt. Der Ton selbst kann durch das Öffnen bzw. Schließen der einzelnen Löcher gesteuert werden. Beachtet werden muss auch, dass die Löcher vollständig abgedeckt sind, da ansonsten die Töne unsauber wiedergegeben werden.
Das Einblasen der Luft in die Blockflöte muss genau gesteuert werden. Pusten Sie zu stark, kommt es zu einem schrillen nicht steuerbaren hohen Ton. Blasen Sie zu wenig, passiert gar nichts, es kommt zu keiner Vibration und somit zu keinem hörbaren Ton.
Blockflöten gibt es in den unterschiedlichsten Tonarten und Größen. Hauptsächlich aber unterscheiden sie sich in den unterschiedlichen Griffweisen. Hier gibt es die deutsche sowie die barocke Griffweise. Der Hauptunterschied bei beiden Griffweisen ist hier das Spielen des Tones "F". Die deutsche Griffweise, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde, macht das Spielen dieses Tones leichter. Doch trotz dieses Vorteils bevorzugen die meisten Spieler die barocke Griffweise, da diese das Spielen von Halbtönen oder sehr hohen Tönen besser ermöglichen. Hochwertige Instrumente werden bis heute noch ausschließlich so hergestellt, dass sie mit der barocken Griffweise gespielt werden.
Den Unterschied können auch Laien auf den ersten Blick erkennen. Bei der deutschen Griffweise ist das 3. Loch von unten das kleinste Loch auf der gesamten Flöte. Bei der barocken Griffweise hingegen ist das 3. Loch von unter größer als das Loch, welches sich über ihm empfindet.
Blockflöten sind zwar relativ einfach konstruierte Musikinstrumente, sie benötigen aber um ihre volle Leistungsfähigkeit zu erreichen, eine mehrwöchige Einspielzeit. Das Holz im Windkanal, also im Innern der Flöte quillt während der Einspielzeit in der Regel immer noch etwas auf, was zu einer Beeinträchtigung der Klangqualität führen kann. So sollten Sie in der ersten Zeit täglich nicht länger als 20 Minuten auf dem neuen Instrument spielen. Auch sollten Sie unruhige Stücke vermeiden, die sich ständig verändernde Vibrationen verlangen. Auch zu hohe Tonlagen sollten Sie hier vermeiden.