Gerade die Baulohnabrechnung gehört durch die unterschiedlichsten Tarifverträge im Baugewerbe und den ständigen gesetzlichen und tariflichen Änderungen zu den umfangreichsten Lohnabrechnungen in der Wirtschaft. Baulohn gilt insbesondere im Bauhauptgewerbe und teilweise in anderen Gewerken (Maler und Lackierer, Dachdecker etc.). Die Besonderheit des Baulohnes liegt in der Abrechnung über die Zusatzversorgungskasse Bau und z.B. die Abrechnung des Schlechtwettergeldes. Die Abrechnung erfolgt in den Betrieben je nach Größe und Struktur intern oder extern.
Der Baulohn wird nach folgenden Stammdaten erfasst und berechnet.
Stundenerfassung:
Je nach den jeweiligen innerbetrieblichen Anforderungen ist eine tägliche, wöchentliche oder monatliche Erfassung notwendig, nach Kostenstellen oder Personalnummern.
Konstante Zahlungen:
Hierzu gehören z.B. auf Termin ausgezahlte Zahlungen, vereinbarte Vorschüsse und das Festgehalt unter Berücksichtigung des Krankenkassenbeitragssatzes, der Kirchensteuer usw.
Individuelle Berechnungen:
Hier zu gehört die Ermittlung von Pfändungsbeträgen laut Pfändungstabelle sowie des Lohnausgleichs. Vorgezogene Einzelabrechnung z.B. bei einem kurzfristigen Austritt eines Mitarbeiters usw.
Sonderleistungen:
Das 13. Monatseinkommens unter Berücksichtigung geltender Tarifverträge,
Urlaubsgeldberechnung und -Auszahlung, Fahrkostenzuschüsse und - Auszahlung, die Vermögensbildung usw.
Akkordüberschussermittlung:
Sie basieren auf kostenstellenbezogenem Soll-/Istvergleich.
Lohnersatzleistungen:
Hierzu gehört das Winterausfall- bzw. Kurzarbeitergeld, basierend auf den geltenden tariflichen Bestimmungen.
Überstundenberechnung:
Sie wird betriebsindividuell auf täglich, wöchentlich oder monatlich berechnet.
Brutto-/Nettoabrechnung:
Sie wird mit ausführlich aufgeführtem Urlaubsstand, Kalendarium und detaillierten Lohnartenbezeichnungen erstellt.
Bis heute findet die Zeiterfassung (Stundenerfassung) auf Baustellen noch genauso statt wie vor 50 Jahren. Der Polier übernimmt die Zeiterfassung und füllt für jeden Arbeiter in der Regel im wöchentlichen Turnus handschriftlich Stundenzettel aus, die dann an das Lohnbüro geschickt werden. Dort werden die Belege ausgewertet, in ein EDV-System eingegeben und anschließend wird das Geld überwiesen. Durch diese Vorgangsweise schleichen sich in die komplexen Baulohnabrechnungen immer wieder Fehler ein. Ein Grund dafür ist, der meist schlechte Zustand der Belege die das Lohnbüro erreichen und der komplizierte und zeitaufwendige Transport von der Baustelle, die teilweise irgendwo im Bundesgebiet oder auch im Ausland liegt. Hier bietet sich eine mobile, papierlose Erfassung von Arbeitszeiten für Baubetriebe an. Angeboten werden auf dem Markt, handliche mobile Geräte (Poket PC) mit den die Mitarbeiter auf der Baustelle die Möglichkeit haben, direkt vor Ort die Stundenerfassung auszuführen. Das heißt, sie sparen sich das mühsame Aufschreiben und Nachtragen der Zeiten. Je nach Wunsch werden die Daten entweder nach der Rückkehr der Mitarbeiter ins Unternehmen oder auch sofort über eine Modemverbindung ausgelesen. Somit stehen die Daten unmittelbar für die Abrechnung zur Verfügung. Es bietet sich dadurch eine wesentlich schnellere Auswertungsmöglichkeiten an, durch die direkte Aufnahme von Anwesenheitszeiten, Arbeitszeiten, Fahrzeiten oder Fehlzeiten. Eine weitere Möglichkeit ist die Eingabe der Zeiterfassung durch einen Laptop. Jeder Mitarbeiter gibt seine tägliche Stundenzahl über ein gesichertes Login ein. Später oder sofort nach Eingabe werden die Daten dann zum Server exportiert. Eine Neuheit in der Zeiterfassung ist der Einsatz eines WAP-fähigen Handys. Über Handy können die Mitarbeiter den Beginn und Ende der Arbeitszeit direkt vor Ort über WAP an die Zentrale übermitteln, wo in Folge auch die Abrechnung automatisiert passiert.
Bei größeren Unternehmen erfolgt die Abrechnung im Regelfall hausintern. Eine effektive und kostengünstige Arbeitsweise wird durch spezielle Softwareprogramme, die speziell für alle Ansprüche angeboten werden gewährleistet. Für Bauunternehmen in einer Größenordnung von 05 bis 20 Mitarbeitern, die keine Zeit oder kein Geld für teuere Baulohnprogramme und zusätzliche Verwaltungskosten haben, ist die externe Möglichkeit eine optimale Alternative. Spezielle Lohnabrechnungsunternehmen erstellen professionell die Baulohnabrechnung und bieten teilweise noch zusätzliche Leistung wie z.B. die Beantragung von Überbrückungsgeld, Mehraufwands- Wintergeld, Zuschuss- Wintergeld, Winterausfallsgeld, Kurzarbeitergeld usw. sowie eine umfangreiche Erfassung und Pflege aller Stammdaten.