Australien ist ein kleines Land. Von der Bevölkerung nicht viel grösser als Holland, verteilen sich die paar Australier dann auch noch fast ausschliesslich auf die fünf Städte Sydney, Melbourne, Perth, Brisbane und Adelaide. Wobei nahezu jeder Auswanderer nach Sydney will. Allesamt sind das mittlerweile grosse Millionenstädte. Mit den entsprechenden Auswirkungen, die auch vor Australien nicht halt machen. D.h wer nicht in den Outback zieht, nimmt auch in Australien am Rattenrennen um Jobs, Wohnungen und Freizeit statt. Allerdings doch deutlich entspannter und bei wesentlich besserem Wetter und mit dem besonderen Spirit der Australier.
Wer als Deutscher nach Australien kommt, muss sich im Gegensatz zu Engländern und Amerikanern an das andere Gesellschaftssystem und natürlich die englische Sprache gewöhnen. Wer daher plant, länger nach Australien zu gehen sollte einen Job fest im Auge oder eine Menge Geld in Reserve haben um die angenehmen Seiten des Lebens in Australien auch wirklich geniessen zu können. Denn wer möchte schon in Sydney irgendwo in Betonsilos weitab von Hafen und Meer wohnen und im Supermarkt jobben müssen.
Einwanderer sind für Australien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und so ist die Visum -Verteilung auch entsprechend professionell und vor allem gewinnorientiert. Fehlen in Australien in bestimmten Berufen Leute, werden - wie bei Unternehmen auch - die Jobs quasi in Visas ausgeschrieben und die Welt darf sich drum bewerben. Die Kriterien für solche Visa sind dann aber auch mehr als eng. Das ist in den wenigsten Fällen eine reale Chance auf ein australisches Visum
Alle anderen müssen durch ein hartes Punkteverfahren, das im wesentlich auf Leute mit grossem Vermögen (das sie in Australien ausgeben und investieren sollen) und Spezialisten mit hohem Ausbildungsstand in strategischen Branchen zielt. So kann es je nach Lage passieren, dass man als Arzt nicht den Hauch einer Chance hat aber als SAP-Programmierer nach ein paar Wochen ein Visum hat. Zeitweise sind den Australiern die Friseure ausgegangen.
Es gibt Millionen Möglichkeiten etwas beim Visumsantrag falsch zu machen, so dass man sich überlegen sollte, die Dienste eines der vom australischen Staat zugelassen Immigration Consultant in Anspruch zu nehmen. Das kostet eine Stange Geld aber wer wirklich nach Australien will, sollte das im Zweifel zu investieren bereit sein.
Die Australier haben sich in den Kopf gesetzt, aus ihrer Englischsprachigkeit Kapital zu schlagen und Weltmeister in Englisch-Kursen und englisch sprachigen Studien zu werden. Speziell für den riesigen benachbarten asiatischen Markt.
Das ist dann auch die Achillesverse der Australier bei der Visumvergabe. Wer ein (noch so billiges) Sprachstudium in Australien belegt, bekommt schnell ein Visum für sich und Familie und meist darf der Partner - zumindest eingeschränkt - sogar in Australien arbeiten. Wenn man sowies vor hat Sprachkurse zu belegen, ist das Geld vermutlich besser dort angelegt als bei dem Visumsberatern. Und speziell für zeitlich begrenzte Aufenthalte von 1-2 Jahren ist das sogar die Empfehlung die einem die Berater unter vorgehaltener Hand geben (nachdem man die erste Gebühr bezahlt hat).