ADHS, die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ist eine ernstzunehmende Krankheit, unter der nicht nur Kinder leiden. Das Krankheitsbild wurde bereits vor 100 Jahren von dem Arzt Heinrich Hoffmann beschrieben und zwar in dem Buch Struwwelpeter. Der Zappelphilipp, der hier so anschaulich beschrieben wurde, litt an diesem Syndrom, auch wenn die Ärzte zur damaligen Zeit der Krankheit noch nicht diesen Namen geben konnten.
Die Symptome der Krankheit ADHS können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Aufmerksamkeitsdefizit
Die Betroffenen haben Probleme, ihre Aufmerksamkeit auf Dauer auf Tätigkeiten richten. Gerade Dinge, die sie nicht sonderlich interessieren, sind für die Erkrankten oft schwer auf längere Zeit hin fassbar. Die Gedanken schweifen sehr schnell ab, sie verfallen in Tagträumerei und führen die Aufgaben oft nicht bis zum Ende hin aus. Bei Kindern können dies oft die Hausaufgaben betreffen, aber auch beim Spielen haben diese häufig Probleme, ein einmal begonnenes Spiel auch zu Ende zu bringen. Die Konzentration lässt sehr schnell nach, so dass das Organisieren und Durchführen von Arbeiten bis zum Ende oft nicht möglich ist. Das Symptom Aufmerksamkeitsdefizit zeigt sich auch in einer übermäßigen Vergesslichkeit. Dinge werden verlegt, gehen verloren, nur weil die Betroffenen nicht mehr wissen, wo sie diese hingelegt haben. Aber auch starke Stimmungsschwankungen gehören zu diesem Krankheitsbild dazu, gerade während die Betroffenen sich eigentlich konzentrieren sollten. Sie reagieren hier sehr empfindlich auf Kritik und lassen sich schnell entmutigen.
Hyperaktivität
Hyperaktive Betroffene haben Probleme damit, sich einmal ruhig auf einen Stuhl setzen zu können. Ihre Hände, Füße und Beine müssen sie ständig in Bewegung halten. Oft stehen sie auf und gehen in der Wohnung, im Klassenzimmer oder auch am Arbeitsplatz ständig auf und ab. Oft klagen die Betroffenen über eine ständige innere Unruhe. Bei Kindern äußert sich die Hyperaktivität beim Spielen auch darin, dass diese sich nicht mit leisen Tätigkeiten beschäftigen können, sie sind oft sehr laut und übermäßig agil. Probleme mit der Motorik kommen des weiteren hinzu. Dies bringt auch mit sich, dass sie Gefahren unterschätzen, da sie diese nicht richtig einschätzen können.
Gerade bei Mädchen kann es aber auch vorkommen, dass sich die Hyperaktivität im Gegenteil äußern kann. Sie sind betont ruhig und ziehen sich ständig in sich zurück.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung kann Menschen jeden Alters betreffen. So können bereits Säuglinge darunter leiden, aber auch Erwachsene gehören zu den Erkrankten.
Die Ursachen dieser Krankheit sind bisher noch weitestgehend unerforscht. Es wird angenommen, dass es sich hier um eine vererbbare Fehlfunktion des Gehirns, genauer der Stammganglien sowie des Frontalhirns handelt, welche für die Aufmerksamkeit, die Konzentration und die Wahrnehmung verantwortlich sind. Die Botenstoffe, die Neurotransmitter, welche die Reize von einer Nervenzelle an die andere weiterleiten, sind entweder zu wenig vorhanden oder in ihrer Wirkungsweise eingeschränkt. Betroffen hiervon sind besonders das Dopamin sowie das Noradrenalin. Hinzu kommt des weiteren, dass das Gehirn zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen nicht unterscheiden kann und es so schnell zu einer Reizüberflutung kommen kann, was die Symptome dann letztendlich zum Vorschein kommen lässt.
Bei der Behandlung von ADHS-Patienten gibt es kein Patentrezept. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die für jeden Betroffenen entweder allein oder in Kombination angewandt werden sollten, um den Betroffenen helfen zu können. Beraten lassen sollten sich die Patienten hier von Psychologen, Neurologen und Erziehungsexperten.
Die Behandlung reicht hier von psychologischen Gesprächen über verschiedene Therapieformen wie Verhaltens-, Beschäftigungs- und Bewegungstherapien bis zur medikamentösen Behandlung. Wichtig ist gerade bei Kindern aber auch die Einbeziehung der Eltern, die lernen, ihren Kindern feste Regeln vorzugeben und hier Erziehungskonzepte umzusetzen, die dem Kind helfen, sich besser eingliedern zu können.